Zusatzstudium Genderkompetenz mit Abschluss Zertifikat (ZGK)
Das ZGK
Genderkompetenz stellt in der heutigen von Diversität geprägten und dem steten Wandel ausgesetzten Gesellschaft eine wichtige Schlüsselkompetenz dar, um Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität entgegenzutreten und Vielfalt zu fördern. Gerade das Bewusstsein für soziale Ungleichheiten ist ein entscheidender Baustein gegen Sexismus und Diskriminierung sowie für einen reflektierten und selbstkritischen Umgang im beruflichen wie privaten Umfeld.
Mit dem theoretisch wie praktisch orientierten, wissenschaftlich fundierten hochschulübergreifenden Zusatzstudium Genderkompetenz mit Abschluss Zertifikat (ZGK) bieten die OTH und Universität Regensburg gemeinsam eine Zusatzqualifizierung zu Fragen der (beruflichen) Gleichstellung von Menschen jeglichen Geschlechts an. Die Teilnehmenden sollen durch die Erweiterung fachlicher, methodischer und sozialer Kompetenzen dazu befähigt werden, die unterschiedlichen Aspekte der Kategorie ‚Geschlecht‘ zu analysieren. Damit können die Teilnehmenden Gleichstellungsprozesse unterstützen und begleiten.
Das interdisziplinäre ZGK schafft eine Brücke zwischen Wissensvermittlung, Persönlichkeitsbildung und der Befähigung zur eigenständigen Auseinandersetzung mit Theorien und Konzepten der Geschlechterforschung und deren Umsetzung in die Praxis sowie alle beruflichen Kontexte.
Gender Lectures Regensburg
Die vergeschlechtlichte Geschichte der KI
In der Vortragsreihe "Gender Lectures Regensburg" präsentieren Gastreferentinnen und Gastreferenten gesellschaftsrelevante Themen der Gender Studies. Im Anschluss findet ein Get-together aller ZGK-Studierender, ZGK-Lehrender sowie an den Gender Studies interessierten Personen statt. Die Reihe wird vom Zusatzstudium Genderkompetenz organisiert und basiert auf einer Kooperation zwischen OTH Regensburg und Universität Regensburg.
Zu Gast im Sommersemester 2026: Prof. Dr. Andrea Reichenberger, Professorin für Technikgeschichte an der Technischen Universität München.
Abstract:
Die Geschichte der künstlichen Intelligenz (KI) wird meist als lineare Erfolgsgeschichte erzählt, die von Männern dominiert wird – von der Dartmouth-Konferenz bis zu den heutigen Large Language Models (LLMs). Dieser Beitrag bricht mit dieser Darstellung. Anhand spezifischer Fallstudien werden die strukturellen Bedingungen untersucht, die zur Marginalisierung der Beiträge von Frauen sowie zu geschlechtsspezifischen Dynamiken in der institutionellen und epistemischen Entwicklung der KI führten. Die Analyse beleuchtet unter anderem die Rolle der RAND Corporation in den 1950er-Jahren. Dabei wird der Einfluss von Akteurinnen wie Roberta Wohlstetter herausgearbeitet, deren Analysen zur nuklearen Abschreckung zentrale Denkweisen früherer KI-Modelle prägten. Zudem wird die oft unsichtbar gemachte Arbeit von Programmiererinnen bei IBM und im SAGE-System – tätig als „Human Computers“ und Codiererinnen – kritisch gewürdigt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die geschlechtsspezifische Dimension technischer Terminologien. Am Beispiel der Kryptografie wird aufgezeigt, wie implizite Rollenbilder transportiert werden. So führten Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman (RSA) im Jahr 1978 die personifizierten Platzhalter „Alice” und „Bob” ein, um kryptographische Protokolle und Public-Key-Verfahren anschaulicher zu erklären. In Verbindung mit militärisch codierten Metaphern wie dem „Man-in-the-Middle-Angriff” prägen diese Narrative bis heute das Verständnis von Cybersicherheit und KI-Strategien. Der Vortrag plädiert für eine Neubewertung der KI-Geschichte, die sprachliche und soziale Strukturen analysiert, um zu einem inklusiveren Verständnis der technologischen Entwicklung von KI beizutragen.
Am 30. Juni 2026 um 18 Uhr
im ZH4 (Zentralhörsaalgebäude),
Universität Regensburg
Lehrveranstaltungsplan
Sommersemester 2026
Anmeldezeitraum: vom 02.03.2026 (09:00 Uhr) bis zum 10.03.2026 (23:59 Uhr)
Kursanmeldung
"Angriffen auf die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen entgegentreten!"
Das Team des ZGK schließt sich der Stellungnahme von der Fachgesellschaft Geschlechter Studien an. #Wissenschaftsfreiheit
Organisatorisches
Ihre Ansprechpartnerinnen an der OTH Regensburg
Kerstin Mayerhofer
Programmkoordinatorin
Programmkoordination
Projekt OTHorizont
Bereiche: Zusatzstudien und Weiterbildungsprogramme