Zertifikat

Sicherheitsingenier/in - Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa)

Das Zusatzstudium qualifiziert zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa) und vermittelt die gesetzlich erforderliche Fachkunde. Durch das Zusatzstudium wird fundiertes Fachwissen erworben sowie methodische und persönliche Kompetenzen, um Unternehmen kompetent im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu beraten und zu unterstützen. Als Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützt du Unternehmen dabei, Arbeitsplätze sicher und gesund zu gestalten. Du übernimmst eine wichtige Beratungs- und Unterstützungsfunktion und trägst dazu bei, Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden.

Du bist nach Abschluss in der Lage:

  • Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz systematisch zu erkennen und zu bewerten
  • geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und Gesundheitsrisiken zu entwickeln und umzusetzen
  • sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen aktiv mitzugestalten
  • die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften sicherzustellen

 


(bis Sommersemester 2026)

  • Das Zusatzstudium besteht aus drei aufeinander aufbauenden Stufen. Das abgeschlossenes Zusatzstudium berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung Sicherheitsingenieur*in sowie zur selbstständigen Ausübung dieses Berufs.

    Ausbildungsstufe I

    Für Stufe I sind drei Semester erforderlich. Die Kurse sind in folgender Reihenfolge zu absolvieren:

    Präsenzphase I (P I): Vorlesung mit Selbstlernphase I (CBT, computer based training) im WiSe mit Abschluss als AW-Modul. 2 SWS

    Präsenzphase II (P II): Blockseminar mit Selbstlernphase II (CBT) im SoSe mit Abschluss als AW-Modul. 3 SWS

    Präsenzphase III (P III): Blockseminar mit Selbstlernphase III (CBT) im WiSe mit Abschluss als AW-Modul. 5 SWS

    Mit erfolgreich bestandener P III ist die Ausbildungsstufe I zur/zum Sicherheitsingenieur*in erreicht.

    Ausbildungsstufe II

    Ausbildungsstufe II wird während des Praxissemesters sowie im anschließenden Sommersemester absolviert.

    1. Während des Praxissemesters ist ein ca. 40-stündiges Praktikum zum Thema Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik zu absolvieren und ein Praktikumsbericht zu erstellen. Das Vorbereitungsgespräch dazu findet am Ende von P III statt.
    2. Präsenzphase IV (P IV): Blockseminar im SoSe mit einer Präsentation und Diskussion der Praktikumsarbeiten. 2 bis 3 SWS

    Mit dem erfolgreichen Abschluss von P IV ist die Ausbildungsstufe II zur/zum Sicherheitsingenieur*in erreicht.

    Ausbildungsstufe III

    Präsenzphase V (P V): Fachspezifische Vertiefung der bisherigen Ausbildungsinhalte. Für die Fakultäten Maschinenbau und Elektrotechnik wird P V als Blockseminar (3 SWS) im WiSe angeboten. Für die Fakultäten Bau und Architektur findet P V als Blockseminar im 5. oder 6. Fachsemester statt.

    Mit dem erfolgreichen Abschluss von P V ist die Ausbildung zur/zum Sicherheitsingenieur*in abgeschlossen.


ab Sommersemester 2026

Aufbau des Zusatzstudiums

Das Zusatzstudium ist in der vorgegebenen Reihenfolge zu absolvieren, was bedeutet, dass Modul 1 - 5 nacheinander absolviert werden müssen.

Modul I: Aufgaben der SiFa – Grundlagen

Das Grundlagenmodul vermittelt ein breites Grundlagenwissen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Dazu gehören rechtliche, organisatorische und arbeitsmedizinische Grundlagen sowie die wichtigsten Rollen und Aufgaben im Betrieb.

Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Anwendung: Du lernst, Gefährdungen systematisch zu erkennen und zu beurteilen sowie geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Dabei werden verschiedene Einflussfaktoren wie physische, chemische, biologische und psychische Belastungen berücksichtigt.

Darüber hinaus werden wichtige Kompetenzen für die Praxis vermittelt, etwa Beratung, Kommunikation, Konfliktmanagement und Projektarbeit. So wirst du optimal darauf vorbereitet, Unternehmen kompetent und ganzheitlich im Arbeitsschutz zu unterstützen.

Modul II: Aufgaben der SiFa – Vertiefung 1

Das zweite Modul vertieft wichtige Themen der Arbeitsmedizin, Ergonomie und des sozialen Arbeitsschutzes. Du lernst, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen und den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln, Gefahrstoffen und Arbeitsstätten zu gewährleisten.

Außerdem werden psychische Belastungen am Arbeitsplatz behandelt sowie zentrale rechtliche Vorgaben und Schutzmaßnahmen vermittelt. Praxisnahe Übungen unterstützen dich dabei, das Gelernte direkt anzuwenden.

Modul III: Aufgaben der SiFa – Vertiefung 2

In diesem Abschnitt wird das Wissen in der Arbeitsmedizin, Ergonomie und Arbeitshygiene vertieft sowie der sichere Umgang mit elektrischen Gefährdungen und Strahlung.

Es wird gelernt, geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen festzulegen, Gespräche professionell zu führen und Arbeitsplätze praxisnah zu gestalten – zum Beispiel im Büro oder in speziellen Arbeitsbereichen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Arbeitsschutzmanagement, einschließlich Planung, Umsetzung und kontinuierlicher Verbesserung. Ergänzend werden rechtliche Grundlagen zu Verantwortung und Haftung im Arbeitsschutz vermittelt.

Modul IV: Praktikumssemester

Das Modul IV zur Integration des Arbeitsschutzes in die betriebliche Organisation besteht aus einem betrieblichen Praktikum mit der Aufgabenstellung einer Bearbeitung eines sicherheitstechnischen Themas wie z.B. Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung oder eines Explosionsschutzdokuments. Das Praktikum muss mindestens eine Woche dauern. Über die Arbeit ist ein mindestens 10-seitiger Bericht zu erstellen und das Ergebnis ist im Rahmen einer ca. 15-minütigen Präsentation vor dem Seminar darzustellen.

Modul V: Branchenspezifischer Teil

Branche Bau

Die zur Erlangung der erforderlichen Fachkunde zur Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit vorgesehene sog. Branchenspezifikation der Fachkunde (Lernfeld 6 der Sifa-Qualifizierung 3.0) für die Bauindustrie inkl. der Baustoffindustrie, das Baunebengewebe und das Bauhandwerk wird über die Vorlesung B3-SGB „Sicherheits- und Gesundheitsschutz“ der Fakultät Bauingenieurwesen angeboten. In dieser kann auch die Qualifikation zum Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) nach § 3BauStellV erworben werden.

Branche Verarbeitungsgewerbe

Für die Vermittlung der sog. Branchenspezifikation der Fachkunde für das Verarbeitungsgewerbe wird ein Blockmodul angeboten. Dieses deckt die Branchen Holz, Metall, Elektro, Glas, Keramik, Kunststoffe und Chemie ab. Dabei wird das Wissen zu Arbeitsmitteln – von der Entwicklung und dem Inverkehrbringen bis zum sicheren Betrieb im Unternehmen - vertieft. 

Praxisnahes Wissen unterstützt dabei, Arbeitsprozesse sicher und vorschriftsgemäß zu gestalten.

Anmeldung + Zugangsvoraussetzung

Das Zusatzstudium "Sicherheitsingenier/in - Fachkraft für Arbeitssicherheit" wird nur für Studierende technischer Studiengänge (inklusive Architektur) angeboten.

Die Anmeldung erfolgt über WebUntis zu den jeweiligen Modulen.


Weitere Infos

Das Zusatzstudium wird in Zusammenarbeit mit der Regierung Oberpfalz angeboten.