Im Oskar von Miller Forum in München fand erneut die Preisverleihung des Hochschulpreises der Bayerischen Bewergebeverbände statt. Insgesamt hatten sich 24 Absolventinnen und Absolventen von sechs bayerischen Hochschulen mit ihren Bachelor- und Masterarbeiten beworben.
Den 1. Preis und ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro erhielt Tanja Böhm für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Feuchteverhalten von Holz-Beton-Verbunddecken aus Brettsperrholz mit Kerven und unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen“. Die Arbeit entstand an der OTH Regensburg und beschäftigt sich mit nachhaltigen hybriden Bauweisen im Holz- und Betonbau.
Wichtiger Beitrag für nachhaltiges Bauen
Holz-Beton-Verbunddecken gelten als vielversprechende Konstruktionen für ressourcenschonendes Bauen, da sie die Vorteile beider Baustoffe vereinen: hohe Tragfähigkeit und Steifigkeit bei gleichzeitig reduziertem Materialeinsatz. Gleichzeitig reagieren diese Systeme empfindlich auf Feuchtigkeitseinwirkungen, insbesondere während der Bauphase.
In ihrer ausgezeichneten Arbeit entwickelte Tanja Böhm einen experimentellen Versuchsaufbau mit praxisnahen Prüfkörpern und untersuchte systematisch den Einfluss unterschiedlicher Oberflächenbehandlungen auf den Feuchteeintrag in das Brettsperrholz. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse zum Feuchteverhalten von Holz-Beton-Verbundsystemen und leisten einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger Bauweisen. Für ihre Arbeit wurde Tanja Böhm vor kurzem auch mit dem Science Award des Vereins der Freunde der OTH Regensburg e.V. ausgezeichnet.
Auch Platz 3 ging an die OTH Regensburg
Magdalena Aicher erhielt den 3. Preis und ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro für ihre Bachelorarbeit „Vergleich verschiedener Berechnungsverfahren von Pfahlkopfplatten“.
In ihrer Arbeit analysierte sie unterschiedliche Berechnungsverfahren für Pfahlgründungen, darunter ebene und räumliche Stabwerksmodelle sowie numerische Berechnungen. Die Untersuchungen zeigten, dass räumliche Stabwerksansätze die reale Tragstruktur besonders präzise abbilden, gleichzeitig jedoch einen hohen Modellierungsaufwand erfordern. Für die Baupraxis konnte Magdalena Aicher nachweisen, dass in vielen Fällen eine ebene Tragwerksbetrachtung ausreichend und zugleich wirtschaftlich sinnvoll ist.
Die Fakultät Bauingenieurwesen gratuliert Tanja Böhm und Magdalena Aicher herzlich zu diesen herausragenden Auszeichnungen und freut sich über die Anerkennung der hohen wissenschaftlichen Qualität der Arbeiten an der OTH Regensburg.
Über den Hochschulpreis
Ein Wettbewerbsausschuss mit zehn Mitgliedern, paritätisch besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und Lehre sowie aus dem Baugewerbe hat über die Preisvergabe entschieden. Die Bewerberinnen und Bewerber hatten neben ihrer Arbeit zusätzlich eine Zusammenfassung und ein Poster eingereicht. Drei Arbeiten wurden mit einem Geldpreis und zwölf weitere Arbeiten mit einer Wissenschaftlichen Anerkennung ausgezeichnet. Die Zusammenfassungen der ausgezeichneten Arbeiten sind in einem Tagungsband veröffentlich worden, die für angehende Nachwuchswissenschaftler ihre erste wissenschaftliche Veröffentlichung bedeutet.