Stimmungsvolles Licht, improvisierte Theaterszenen und ausgezeichnete Forschung mitten in der Regensburger Altstadt: Zum zehnjährigen Jubiläum des Science Awards des Vereins der Freunde der OTH Regensburg e.V. wurde die Preisverleihung erstmals ins Degginger verlegt. Ein Ort, der wie kaum ein anderer für Kreativität, Innovation und gesellschaftlichen Austausch steht. Zwischen stimmungsvoll beleuchteter Bühne, Improtheater und Gesprächen in lockerer Atmosphäre rückten am Mittwochabend sieben herausragende Abschlussarbeiten in den Mittelpunkt.
Rund 100 Gäste aus Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft erlebten, wie nahbar und lebendig Wissenschaft sein kann. Der neue Veranstaltungsort war dabei bewusst gewählt: Wissenschaft sollte nicht nur präsentiert, sondern in der Stadtgesellschaft erlebbar werden.
Für einen humorvollen Auftakt sorgte das ImproTheater Chamäleon. Mit spontanen Szenen und pointierten Einlagen griffen die Schauspieler die Themen kreativ auf und lockerten die Veranstaltung immer wieder auf. Die Mischung aus Wissenschaft, Bühnenatmosphäre und persönlichem Austausch prägte den besonderen Charakter der Jubiläumsveranstaltung.
Forschung wirkt in die Praxis und in die Gesellschaft
„Mit dem Science Award zeichnen wir Arbeiten aus, die nicht nur wissenschaftlich exzellent sind, sondern zeigen, wie Forschung ganz konkret in die Praxis hineinwirkt. Es geht um Ideen, die über die Hochschule hinaus Wirkung entfalten“, betonte Prof. Dr. Carina Braun, Vizepräsidentin für Berufungen und Student Lifecycle Management der OTH Regensburg, in ihrer Begrüßung.
Dass die Preisverleihung erstmals im Degginger stattfand, passte dabei bewusst zum Gedanken des Transfers. Forschung sollte sichtbar werden, nicht nur innerhalb der Hochschule, sondern mitten in der Stadt und im Dialog mit Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.
Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten entschied die Jury zudem, in diesem Jahr ausnahmsweise sieben Preise zu vergeben.
Michael Thurner, Vorsitzender des Vereins der Freunde der OTH Regensburg e.V., hob die gesellschaftliche Bedeutung der ausgezeichneten Arbeiten hervor: „Entscheidend ist nicht nur die wissenschaftliche Qualität, sondern welche Wirkung eine Idee entfalten kann. Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie Forschung konkrete Herausforderungen in Unternehmen, Gesellschaft und Region aufgreifen kann.“
Die Preisträgerinnen und Preisträger präsentierten ihre Arbeiten jeweils in kurzen Vorträgen einem breiten Publikum. Die Themen reichten von nachhaltiger Stadtentwicklung über CO₂-Reduktion und KI-gestützte Kundenkommunikation bis hin zu inklusiven Freizeitangeboten für Menschen mit Behinderung.
Sieben ausgezeichnete Arbeiten
Aaron Burkhardt aus der Fakultät Architektur beschäftigte sich in seiner Arbeit mit nachhaltigen Wohnkonzepten im Regensburger Stadtteil Königswiesen Süd. Unter dem Titel „Wohnsuffizienz als Beitrag zur Wohnungsfrage“ untersuchte er, wie bestehender Wohnraum effizienter genutzt werden kann und welche Potenziale nachhaltige Stadtentwicklung bietet.
Abdulkadir Gözüm aus der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften entwickelte Materialien zur elektrochemischen Reduktion von Kohlendioxid. Seine Arbeit zeigt neue Ansätze, CO₂ künftig nicht nur zu vermeiden, sondern als Rohstoff nutzbar zu machen.
Sophie Jacobs aus der Fakultät Business and Management untersuchte die Akzeptanz KI-basierter Kundenkontaktkanäle am Beispiel eines Voicebots der E.ON Grid Solutions. Dabei zeigte sich: Nutzerinnen und Nutzer bewerten KI-Systeme zwar häufig als hilfreich, sehen aber auch Grenzen im praktischen Einsatz.
Tanja Böhm aus der Fakultät Bauingenieurwesen analysierte das Feuchteverhalten von Holz-Beton-Verbunddecken und leistete damit einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen mit Holz.
Marco Schamel aus der Fakultät Elektro- und Informationstechnik widmete sich den strategischen Optionen Algeriens im Kontext der globalen Energiewende. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Gas, Stromnetze und Wasserstoff-Infrastruktur.
Verena Spickenreither aus der Fakultät Informatik und Mathematik entwickelte mathematische Modelle zur Planung von Personalressourcen. Ihre Arbeit verbindet theoretische Optimierungsverfahren mit konkreten Anwendungen in Unternehmen.
Lukas Kistenpfennig aus der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften untersuchte die Freizeitangebote der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis Kelheim und nahm dabei insbesondere die Perspektive von Menschen mit Behinderung in den Blick.
Nach den Präsentationen konnten die Gäste auch selbst abstimmen: Bei einem Publikumsvoting wurde die überzeugendste Präsentation des Abends gewählt. Lukas Kistenpfennig setzte sich dabei mit seiner Arbeit zu Freizeitangeboten in der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis Kelheim durch.
Zum Ausklang des Abends kamen Preisträgerinnen und Preisträger, Betreuende sowie Gäste ins Gespräch. Genau das machte den besonderen Charakter des Abends aus: Wissenschaft wurde nicht nur ausgezeichnet, sondern gemeinsam erlebt und weitergedacht.
Der Science Award
Der Science Award wird seit 2017 vom Verein der Freunde der OTH Regensburg e.V. verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Abschlussarbeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die sich durch wissenschaftliche Qualität, Innovationskraft und Praxisrelevanz auszeichnen. Der Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert.