Wer ist an dem Projekt IMA-GH2 beteiligt?
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner
Wissenschaftliche Mitarbeiter:Dr. Franz Bauer, M.Sc. Andreas Hofrichter sowie M.Sc. Stefan Rahim (Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher, FENES)
Wie lautet der Titel des Forschungsprojekts?
IMA-GH2 – Instrumente zur Beschleunigung des Markthochlaufs grünen Wasserstoffs und seiner Derivate
Worum geht es in Ihrem Forschungsprojekt?
Grüner Wasserstoff und Power-to-X-Produkte gelten als Schlüsseltechnologien auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft, doch der globale Markt steht noch am Anfang. IMA-GH2 untersucht, wie politische und wirtschaftliche Instrumente, etwa Klimaschutzverträge, die Auktionen der European Hydrogen Bank, die Doppelauktionen von H2Global oder der US-amerikanische Inflation Reduction Act, diesen Markthochlauf wirksam unterstützen können. Dabei werden Angebots- und Nachfrageseite gemeinsam betrachtet: Die UTN analysiert Produktion, Transport und Lieferketten, die OTH Regensburg modelliert den künftigen Bedarf an Wasserstoff und Power-to-X Produkten in den Bereichen Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft sowie Industrie und analysiert ökologische Aspekte. Im Mittelpunkt steht dabei die zentrale Leitfrage: Wie lassen sich wirksame Rahmenbedingungen schaffen, damit ein globaler Markt für grünen Wasserstoff und PtX Produkte entstehen kann?
Was begeistert Sie an dem Projekt?
Der globale Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft ist einer der komplexesten und zugleich spannendsten Transformationsprozesse unserer Zeit. Besonders reizvoll ist die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und realer politischer Gestaltung – die Ergebnisse fließen direkt in Weiterentwicklungskonzepte für fortlaufende Mechanismen sowie Empfehlungen für Instrumente und Maßnahmen ein. Spannend ist zudem der systemische Blick, der Angebot und Nachfrage nicht getrennt, sondern als Zusammenspiel betrachtet. Schon die erste Publikation des Teams in der Fachzeitschrift Energy Policy liefert dafür konkrete Belege: Sie vergleicht systematisch ausgaben-, einnahmen- und regulierungsbasierte Instrumente – etwa die European Hydrogen Bank, H2Global, das EU-Emissionshandelssystem und die RED-Quoten für RFNBOs – und zeigt unter anderem, dass die European Hydrogen Bank und H2Global niedrigere CO2-Minderungskosten erzielen als andere Instrumente und dass strenge Nachhaltigkeitskriterien den Markthochlauf zwar bremsen, gleichzeitig aber auch Vorteile für exportierende Länder schaffen können.
Wie können Erkenntnisse aus dem Projekt Anwendung in der Praxis finden?
Die wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse können politische Entscheidungsträger bei der Weiterentwicklung bestehender Mechanismen sowie bei der Gestaltung künftiger Förderinstrumente unterstützen, etwa einer sinnvollen Kombination von Mengenquoten mit marktbasierten Instrumenten. Unternehmen und Investoren profitieren von mehr Planungssicherheit, da Preis- und Mengenrisiken durch besser abgestimmte Förderprogramme verringert werden können. Die entwickelten ökologischen Bewertungskriterien können außerdem bei der Gestaltung internationaler Wasserstoffpartnerschaften helfen. Über Workshops, Arbeits- und Positionspapiere werden die Erkenntnisse aktiv in Politik und Wirtschaft transferiert.
Antworten von Andreas Hofrichter, OTH Regensburg
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