1,54 Millionen der Erwerbstätigen arbeiten in Deutschland im Ingenieurberuf1. Dieser kleine Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen zeigt aber das hohe Gestaltungspotential der Ingenieurberufe. Mit einem historischen Rückblick auf die Entwicklung des Automobils und des Computers stellte der Referent die Technologieoffenheit und den damit einhergehenden Wandel der Arbeitsplätze als wesentlichen Aspekt des Fortschritts dar. Neue Technologien können sich aber nur durchsetzen, wenn eine gesellschaftliche Akzeptanz erreicht wird. Sie ist die Folge einer intensiven gesellschaftlichen Debatte und damit eines demokratischen Prozesses. Es ist die Verantwortung der Ingenieurinnen und Ingenieure, diese Debatten anzuregen und aktiv zu gestalten. Die Ingenieurausbildung zielte schon immer auf die Optimierung von Maschinen, Anlagen und Prozessen und damit auf die Effizienz im Einsatz von Material und Energie ab. Ingenieurmäßiges Handeln war damit schon immer das, was heute die allgemeine Forderung nach Nachhaltigkeit heißt. Als Hochschullehrer vermittelt der Referent den Studierenden nicht nur die Fachkenntnis, sondern legt Wert auf die Persönlichkeitsbildung.
Dr. Carsten Ahrens, Infineon, und Olaf Schröder, Aumovio, diskutierten mit Prof. Dr. Ulrich Briem über die Rolle von Führungskräften, die Möglichkeit von Projektgruppen, die Technologiefolgenabschätzung und ethische Standards. Alle Podiumsgäste betonten die Bodenhaftung, die Ingenieurinnen und Ingenieure benötigen, deshalb sei auch diese Veranstaltung, die einen Austausch zwischen Industrie und Hochschule ermöglicht, zu begrüßen.
Der Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Skornia hob abschließend als Kernthema der Hochschule die fachliche und soziale Qualifizierung der Studierenden hervor. Eine Hochschule ist zudem ein Ort des gesellschaftlichen Diskurses, deshalb seien Veranstaltungsreihen wie diese besonders wichtig.
Die Veranstaltung wurde moderiert von Prof. Dr. Martina Ortner. Organisiert wurde die Reihe von Prof. Dr. Ortner in Zusammenarbeit mit der Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt.

