Die Future Skills der OTH Regensburg: Ein partizipativer Prozess

Zur Entstehung des Future-Skills-Framework an der OTH Regensburg 

Die Entwicklung des Future-Skills-Frameworks an der OTH Regensburg geht von der grundlegenden Frage aus, wie Hochschulbildung auf tiefgreifende gesellschaftliche Transformationsprozesse reagieren kann, ohne sich auf kurzfristige arbeitsmarktbezogene Anforderungen zu verengen. Digitalisierung, ökologische Krisen, globale Vernetzung und gesellschaftliche Polarisierung verändern nicht nur berufliche Profile, sondern auch die Bedingungen demokratischen Zusammenlebens und individueller Orientierung. Vor diesem Hintergrund versteht die OTH Regensburg Future Skills nicht als Sammlung neuartiger Einzelkompetenzen, sondern als zeit- und kontextgebundene Aktualisierung grundlegender Bildungsanliegen. Kompetenzen wie kritisches Denken, Urteilsfähigkeit oder ethische Reflexion sind historisch keineswegs neu. Sie verlieren jedoch ihre Wirksamkeit, wenn sie nicht kontinuierlich auf veränderte gesellschaftliche Kontexte bezogen und didaktisch neu vermittelt werden. Bildung ist in diesem Sinne kein kumulativer Prozess, sondern erfordert eine fortlaufende bewusste Reaktualisierungzentraler Orientierungsleistungen. 

Future Skills im harmonischen Dreiklang

Der Begriff Future Skills verweist daher weniger auf eine ferne Zukunft als auf die Notwendigkeit, bestehende Bildungsziele im Kontext gegenwärtiger und absehbarer Transformationsprozesse neu zu rahmen. Aus dieser Perspektive wurde an der OTH Regensburg ein erweitertes Verständnis von Future Skills entwickelt, das drei eng miteinander verbundene Dimensionen umfasst: Persönlichkeitsbildung, gesellschaftliche Verantwortung sowie Digitalität und Transformation. Die Dimensionen funktionieren nur als Dreiklang und sind nicht als isolierte Größen zu verstehen. Digitale Kompetenzen entfalten ihre Wirkung nur im Zusammenspiel mit ethischer Urteilsfähigkeit und gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein; Persönlichkeitsbildung bleibt ohne Bezug zu realen Transformationsprozessen abstrakt. 

Kollaboration und Partizipation als zentraler Baustein des Frameworks

Die konzeptionelle Arbeit wurde durch hochschuldidaktische Diskurse, bestehende Peer-to-Peer-Formate sowie Rückmeldungen aus Lehre, Studium und Praxis begleitet. Das Framework versteht akademische Bildung als Befähigung zu professionellem Handeln und zu reflektierter gesellschaftlicher Teilhabe. DasFuture-Skills-Framework der OTH Regensburg ist als dynamischer Orientierungsrahmen angelegt. Es wird im Projektverlauf unter Einbezug von Stabstellen und zentralen Einrichtungen der Hochschule weiter präzisiert, empirisch begleitet und in der Lehre strukturell verankert.