Wechseljahre im Fokus

  • Unter dem Begriff „Wechseljahre“ wird aus biologischer Perspektive die Lebensphase einer Frau1 direkt vor und nach der Menopause verstanden2. Durchschnittlich beginnt diese Phase im Alter von Anfang oder Mitte vierzig und kann bis zu zehn Jahre andauern. Bedingt durch die hormonelle Umstellung gehen die Wechseljahre bei den meisten Personen mit physischen und psychischen Anzeichen einher, darunter Hitzewallungen, Schlafstörungen, kognitive Einschränkungen sowie Stimmungsschwankungen. Obwohl die Ausprägung dieser Symptome individuell stark variiert, zeigen die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2023, dass die Wechseljahre für zahlreiche Menschen erhebliche Herausforderungen im beruflichen Kontext mit sich bringen.3 Die Situation verschärft sich weiter dadurch, dass die Wechseljahre nach wie vor ein tabuisiertes Thema sind und häufig mit für die Betroffenen belastenden Vorurteilen einhergehen.

    Insbesondere im Hochschulalltag sind Wechseljahre bislang eine wenig sichtbare Lebensphase. Ihre Auswirkungen auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Präsenz werden häufig übersehen und als rein private Angelegenheit betrachtet, obwohl sie die Arbeitsrealität spürbar beeinflussen können. Angesichts des demografischen Wandels ist es jedoch kaum nachvollziehbar, dass die Wechseljahre weiterhin als „Privatsache“ gelten. Als wissenschaftliche Institutionen und öffentliche Arbeitgeberinnen haben Hochschulen die gesellschaftliche Verantwortung, eine inklusive Umgebung zu schaffen, die Teilhabe ermöglicht. Dies verdeutlicht die Relevanz des Themas und die Chance, durch Enttabuisierung, Wissensvermittlung und passende Rahmenbedingungen ein sensibilisiertes und unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen.

     

    1) Wechseljahre betreffen meist cis-geschlechtliche Frauen, können aber selbstverständlich auch Menschen, die sich außerhalb des binären Geschlechtersystems bewegen, bzw. trans* Personen betreffen. 

    2) Mit „Menopause“ ist die letzte natürliche Monatsblutung einer Frau gemeint.

    3) Vgl. Rumler, Andrea/Memmert, Julia: MenoSupport: Ergebnisüberblick zur deutschlandweiten Onlinebefragung zum Thema Wechseljahre am Arbeitsplatz (2023) (MenoSupport_Ergebnisueberblick-Befragung-Wechseljahre-am-Arbeitsplatz.pdf [22.12.2025])


    • Enttabuisierung des Themas „Wechseljahre“ und Wissensaufbau: Die Forschung zeigt, dass in Deutschland sowohl (betroffene) Frauen als auch Arbeitgebende bislang nur über begrenztes Wissen zum Thema „Wechseljahre“ verfügen.Ein Ziel des Projektes ist es, an der UR und an der OTH Regensburg Inhalte zu vermitteln, zur Enttabuisierung beizutragen und Wechseljahre als Bestandteil des Arbeitsumfelds zu verstehen.
    • Förderung eines geschlechtergerechten Arbeitskontextes: Die Auseinandersetzung beider Hochschulen mit dem Thema trägt dazu bei, Belastungen zu reduzieren, die durch Symptome der Wechseljahre bei berufstätigen Frauen entstehen können. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, Führungskräfte für die Thematik zu sensibilisieren.
    • Sichtbarmachung der UR und der OTH Regensburg als gleichstellungsstarke Akteurinnen in der deutschen Hochschullandschaft: Durch die offene hochschulübergreifende Auseinandersetzung mit diesem stigmatisierten, gesellschaftlich jedoch hochgradig relevanten Thema positionieren sich die Hochschulen als attraktive Arbeitgebende und Studienstandorte.

    Zielgruppen des Projekts:
    Beschäftigte der UR und der OTH Regensburg in der (Peri-)Menopause, Führungskräfte, Interessierte aus der breiten Hochschulgemeinschaft.

     

     

    1) Vgl. Chan de Avila, Jennifer/Nitsche, Sabine: Wechseljahre am Arbeitsplatz. Handlungskonzept für ein innovatives betriebliches Gesundheitsmanagement. Bielefeld: transcript, 2025, S. 15.


Veranstaltungen

 

2. März 2026, 11:30-12:30 Uhr (online)

Vortrag für alle Interessierten

Grundlagen, Sensibilisierung und erste Schritte für eine offene Unternehmenskultur.

Das Angebot richtet sich an alle Interessierten.
Zugang: https://uni-regensburg.zoom-x.de/j/68917015138
 

 

5. März 2026, 10 - 13 Uhr (in Präsenz, VG 0.05, Vielberth-Gebäude, UR)

Workshop für Frauen in der (Peri-)Menopause

Erfahrungsaustausch, Selbstfürsorge-Strategien und Stärkung für alle Mitglieder der OTH Regensburg und der UR in der (Peri-)Menopause.

Das Angebot richtet sich an alle Mitglieder der beiden Hochschulen, die sich momentan in der (Peri-)Menopause befinden.
Anmeldung bis 02.03.2026 per Mail anmiriam.kerl(at)oth-regensburg.de (OTH Regensburg) oder Nicole.Cucit(at)verwaltung.uni-regensburg.de(Universität Regensburg).

 

Mitarbeitende der OTH Regensburg können die beiden Veranstaltung während der Arbeitszeit besuchen. 

 

Die Referentin

Dr.in Jennifer Chan de Avila ist Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Gender, Intersektionalität und Körperpolitik sowie ausgebildete Menopause-Doula. Sie ist Mitautorin des Buchs Wechseljahre am Arbeitsplatz: Handlungskonzept für ein innovatives betriebliches Gesundheitsmanagement (Transcript, 2025) und war wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt MenoSupport an der HTW Berlin. Sie ist deutsche Expertin im internationalen Normungsvorhaben ISO 45010 zu Menstruation, Menstruationsgesundheit und Wechseljahren am Arbeitsplatz und berät Einzelpersonen und Unternehmen, wie sie die Wechseljahre als Chance für Transformation nutzen können.

 

Projektverantwortliche

Miriam Kerl
Referentin für Gleichstellung und Vielfalt
OTH Regensburg
miriam.kerl@oth-regensburg.de

 

Nicole Cucit
Koordinationsstelle Chancengleichheit
Universität Regensburg
nicole.cucit@ur.de