Queer-feministische Aktionstage an der OTH Regensburg

An bestimmten queer-feministischen Aktionstagen setzt die Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt mit Veranstaltungen, Angeboten und Maßnahmen ein Zeichen für Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und Antidiskriminierung. Auf dieser Webseite finden Sie kommende und vergangene Aktionen. 

 

Nächste Veranstaltung:

Kein Einzelfall. Machtmissbrauch in der Wissenschaft.

Machtmissbrauch in der Wissenschaft wird oft als Einzelfall betrachtet, obwohl er strukturell verankert ist. Ausgehend von der Frage, wann Macht im Wissenschaftssystem legitim ist, werden abwechselnd Passagen aus dem Buch
„UNIversal gescheitert?“ vorgelesen und durch vertiefende Vortragsfolien visuell anregend ergänzt. Zentral geht es um die Frage, wie Abhängigkeiten, institutionelle Regeln und eine Kultur des Schweigens Machtmissbrauch in Hochschulen begünstigen und was Formen des Widerstandes sind.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Antidiskriminierungsstelle und des Büros für Chancengleichheit der UR und der Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt der OTH Regensburg im Rahmen der Orange Days (Internationale Wochen gegen Gewalt an Frauen) 2026.

Datum: 10. Dezember 2026
Uhrzeit: 18 Uhr 
Raum: tba

Feministischer Kampftag

  • Vortrag und Gespräch

    Feministisches Lesen auf TikTok - wie populäre Romanzen zur Demokratie beitragen

    BookTok ist die einflussreiche Literatur-Community auf TikTok, eine Art digitaler, weltumspannender Buchclub, in dem Leser:innen in kurzen, viralen Clips Buchempfehlungen teilen, Bücher analysieren und die heutige Form des post-digitalen Erzählens politisch, kulturell und humoristisch einordnen. Obwohl dort oft populäre Liebesromane dominieren, dient dieser Raum dem kollektiven, kritischen Lesen von Literatur, auch, weil die zeitgenössische populäre Romanze zunehmend neue Bilder von Gesellschaft in den Vordergrund rückt. Der Vortrag beleuchtet, wie die millionenfache Diskussion populärer Liebesgeschichten zu einem feministischen Leseprozess werden kann. Und inwieweit insbesondere das „soziale Lesen“ auf den Plattformen die Fähigkeit zur differenzierten Reflexion stärken kann, aus der demokratische Urteilsfähigkeit erwächst - etwa in der kulturpolitischen Bedeutung von Begriffen wie „Consent“/„Einwilligung“. Er zeigt aber auch, dass die Bücher keineswegs feministische Grundlagenliteratur darstellen und dass sie mit ihrer Tropification von Liebesbeziehungen auch Risiken, insbesondere für ein jüngeres Publikum, einhergehen können.

    Nach einem kurzen Einführungsvortrag in die aktuelle Landschaft von BookTok und der zeitgenössischen Romanze, spricht die Medienwissenschaftlerin Laura Niebling (Universität Regensburg) mit der Inhaberin der traditionsreichen Regensburger Buchhandlung Dombrowsky, Lalena Hoffschildt, darüber, wie romantische Popliteratur mit schönen, aufwändigen Covern zu einem neuen Verkaufsschlager in den Buchhandlungen wurde, wie dies auch den erweiterten Markt für Druckbücher verändert hat und warum diese Bücher aber auch eine lange Tradition in politischen Diskursen haben.

     

    Die Gesprächspartnerinnen

    Lalena Hoffschildt ist die Inhaberin der Buchhandlung Dombrowsky. Sie ist seit über 25 Jahren leidenschaftliche Buchhändlerin und ist im Mai 2024 nach Regensburg gekommen um die Traditionsbuchhandlung Dombrowsky weiterzuführen. Sie liebt schöne Bücher, Menschen und alles, was diese zusammenbringt: Lesungen, Konzerte, Gesprächsabende, Events. Sie ist sehr sportlich und sucht ihren Ausgleich unter anderem beim Boxen.

     

    Laura Niebling ist Medienwissenschaftlerin und Geschäftsführerin des DIMAS an der Universität Regensburg. Sie arbeitet vor allem zu post-digitalen Medientrends, Datenschutzkultur und Medizinkommunikation. Besonders interessiert ist sie an den neuen Formen des sozialen Lesens im Internet und den Gemeinschaften, deren Liebe für aufwändig gedruckte romantische Bücher nicht nur den Buchmarkt weltweit radikal verändert hat, sondern auch ganz neue feministische Literatur ermöglicht.

     

    Weitere Informationen

    Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionen zum feministischen Kampftag 2026 statt und ist eine Kooperations der Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt (OTH Regensburg) und der Koordinationsstelle Chancengeichheit (UR).

    Wann: Samstag, 7. März 2026; 15 - 16:30 Uhr

    Wo: M26, Maximilianstraße 26, 93047 Regensburg


  • Wissenstransfer-Symposium

    „Solidarität – Vielfalt – Stärke“ – Internationaler Frauentag

    Am 8. März 2025, dem Internationalen Frauentag, stand Regensburg im Zeichen von Solidarität, Vielfalt und Stärke. Gemeinsam mit der Universität Regensburg beteiligte sich die OTH Regensburg an einem Wissenstransfer-Symposium im Thon-Dittmer-Palais, das zentrale Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in den Fokus rückte.

    Unter dem Motto der Stadt Regensburg „Solidarität – Vielfalt – Stärke“ diskutierten Expert*innen gesellschaftlich relevante Themen rund um Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit. Die Vorträge stießen auf großes Interesse und lockten ein breit gefächertes Publikum an, das sich aktiv an den Diskussionen beteiligte.

     

    Vielfältige Vorträge und angeregte Diskussionen

    Von Seiten der OTH Regensburg sprachen zunächst Nina Vischer und Kyra Schneider (Fakultät für Sozial- und Gesundheitswissenschaften) über digitale Gewalt gegen Frauen und wie diese Form der Gewalt oft unterschätzt wird. Jessica Hoyer (OTH Regensburg, Fakultät für Sozial- und Gesundheitswissenschaften) thematisierte die wachsenden Herausforderungen für Gleichstellungsarbeit und Genderforschung angesichts gesellschaftspolitischer Entwicklungen.

    Dr.in Birgit Bockschweiger (UR) sprach über die Konstruktion von “Männlichkeit” in Gesellschaft und Medien und die Auswirkungen patriarchaler Strukturen auf männliches Selbstverständnis. Besonders eindrücklich entlarvte Dr.in Bockschweiger den Mythos “Falschbeschuldigungen” als ebendas: Einen Mythos, der die Realität sexualisierter Gewalt verzerrt. Prof.in Dr. Astrid Ensslin (UR) beleuchtete die Darstellung weiblicher Körper in sozialen Medien und die Chancen der FemTech-Branche.

    Die Chemikerin Anna Tiefel (UR) verdeutlichte in ihrem Vortrag die strukturelle Diskriminierung und Unsichtbarmachung von Frauen in den (Natur-)Wissenschaften und forderte eine proaktive Förderung weiblicher Forscherinnen. Um sehr viel frühere Lebensphasen drehte sich Katharina Asen-Molz' (UR) Beitrag zur Notwendigkeit feministischer Bildung von Grundschulkindern. Doch auch Eltern und Familienmitglieder können schon mit kleinen Gesten (Stichwort: Mikrofeminismus) einen Beitrag zu einer geschlechtergerechten Sozialisierung leisten.

    Das Publikum war bunt gemischt und regte durch interessante Fragen zu Diskussionen an, die weiterführende Perspektiven ermöglichten.

     

    OTH Regensburg als Gleichstellungsakteurin

    Die OTH Regensburg setzt sich kontinuierlich für Gleichstellung und Chancengerechtigkeit ein. Die Impulsvorträge boten eine wertvolle Gelegenheit, zentrale Themen sichtbar zu machen und die Anwesenden zum Nachdenken anzuregen. Die Zusammenarbeit mit Universität und Stadt Regensburg ermöglichte Vernetzung und Wissenstransfer und leistete einen wichtigen Beitrag zu den Bestrebungen einer gerechteren und vielfältigeren Stadtgesellschaft.

     

    Ein besonderer Dank gilt den Kolleginnen des Büros für Chancengleichheit der Stadt Regensburg für ihr Engagement bei der Organisation und Möglichmachung dieses Aktionstages zum 8. März.


Pride Month

  • Vortrag

    (Regenbogen-)Flagge zeigen! Demokratie statt Neutralitätsmythos und Queerfeindlichkeit

    Das Zeigen von Regenbogenflaggen und anderen Symbolen der Solidarität mit queeren Menschen wird zunehmend kontrovers diskutiert. Häufig wird dabei auf ein angebliches Neutralitätsgebot verwiesen. Doch was bedeutet politische und institutionelle Neutralität in einer demokratischen Gesellschaft tatsächlich? Müssen staatliche und öffentliche Einrichtungen gegenüber Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und Angriffen auf demokratische Grundwerte "neutral" bleiben? Der Vortrag von Prof.in Dr.in Ulrike Lembke (Freie Rechtswissenschaftlerin in Berlin) beleuchtet aktuelle Debatten um Sichtbarkeit, Queerfeindlichkeit und demokratische Verantwortung. Er zeigt auf, warum Vielfalt, Menschenrechte und Gleichberechtigung keine parteipolitischen Positionen, sondern grundlegende Werte einer demokratischen Gesellschaft sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Institutionen und Einzelpersonen Haltung für Demokratie und Menschenrechte zeigen können, ohne den Anspruch demokratischer Offenheit aufzugeben.
    Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion.

     

    Referentin: Ulrike Lembke - freie Rechtswissenschaftlerin, Expertin für rechtliche Geschlechterstudien, Richterin am Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin

    Wann: Donnerstag, 9. Juli 2026 um 18 Uhr

    Wo: Leerer Beutel, Bertoldstr. 9, 93047 Regensburg

     

    Barrierefreiheit:

    Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

    Eine Übersetzung in DGS oder Untertitelung können nicht angeboten werden. 

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    Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, eine Anmeldung ist nicht notwenig. Eintritt kostenfrei!

    Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Servicestelle für Gleichstellung und Vielfalt der OTH Regensburg, dem Büro für Chancengleichheit der Stadt Regensburg und Prof.in Dr.in Clarissa Rudolph.

     

    Mehr zu Ulrike Lembke:

    Prof. Dr. Ulrike Lembke ist Freie Rechtswissenschaftlerin und Expertin für rechtliche Geschlechterstudien in Berlin. Zuvor war sie fast anderthalb Jahrzehnte als Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Universität Hamburg, der FernUniversität in Hagen und der Humboldt-Universität zu Berlin sowie zehn Jahre als Expertin im European Equality Law Network tätig. Seit 2020 ist sie Richterin des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin – ihr zeitaufwändigstes Ehrenamt.

    Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Verfassungsrecht, Antidiskriminierungsrecht, Menschenrechte, Gleichstellung und geschlechtliche Vielfalt, geschlechtsbezogene Gewalt, reproduktive Gerechtigkeit, Geschichte der Frauenbewegungen sowie Rassismus und Antisemitismus.

    Prof. Dr. Ulrike Lembke hält Vorträge und gibt Fortbildungen, sie schreibt wissenschaftliche Texte und Rechtsgutachten, sie erklärt die Mysterien des deutschen Rechtsdiskurses und gibt Interviews, und sie berät und begleitet Hochschulen, Verwaltung, Kommunen, Parteien, Verbände, Beauftragte, Vereine und andere Akteur*innen für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung auf ihren je eigenen Wegen zu grundlegenden Veränderungen.

     

    Ausgewählte Publikationen: 

    Im April diesen Jahres wurde ihr Gutachten „Verfassungswidrige Anweisung zur Diskriminierung: Sprachverbote an Hochschulen und die Pflicht zu geschlechtergerechter Sprache“ veröffentlicht, welches von der bukof beauftragt wurde und dort auch abrufbar ist: https://bukof.de/inhalte/veroeffentlichungen/.

    Bereits zu Jahresbeginn erschienen ihre Rechtsgutachten zur verfassungsrechtlichen und praktischen Bedeutung von kommunalen Gleichstellungsbeauftragten (abrufbar auf der Website der BAG: https://www.gleichberechtigt.org/rechtsgutachten-die-verfassungsrechtliche-gleichstellungsverpflichtung-und-die-bedeutung-der) und zur Gleichstellungsverpflichtung von Hochschulen mit einem Schwerpunkt auf Aufgaben und Rechten von Gleichstellungsbeauftragten (abrufbar auf der Website der TU Berlin: https://www.static.tu.berlin/fileadmin/www/10002454/KFG/Dokumente/Dowloads_Gesetze/Rechtsgutachten_Frauen-Gleichstellungsbeauftragte_Hochschulen_Berlin_Lembke.pdf). 


Orange Days

  • Impuls und Workshop

    Hidden Patterns of Abuse - Missbrauchsmuster sehen und verstehen

    Was hat sexualisierter Machtmissbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche mit der Hochschule zu tun?

    Gemeinsam mit euch wollen wir diese Frage beantworten und die "hidden patterns of abuse" in Institutionen ansehen, dekonstruieren und uns empowern.

    Geleitet werden der Impulsvortrag und der anschließende Workshop von Dr. Judith König und Philippa Haase von der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg.

    Die Veranstaltung findet anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und richtet sich an Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen. Die Teilnahme ist "open for all genders". Der Impulsvortrag kann unabhängig vom Workshop besucht werden.

     

    Datum: 26. Nov. 2025
    Zeit: 16:00 Uhr
    Ort: Raum K 004, OTH Regensburg


  • Vortrag und Podium

    Dynamik von (sexualisiertem) Machtmissbrauch an Hochschulen

    Wie ist die aktuelle Situation an Hochschulen und welche Wege zur Veränderung gibt es? Nach einem Impulsvortrag von Dr.in Heike Pantelmann (FU Berlin, Margherita-von-Brentano-Zentrum) diskutiert diese mit Prof.in Dr. Nina Leffers (OTH Regensburg), Dr.in Birgit Bockschweiger (Referentin für Antidiskriminierung & Diversity der UR) und Lucia Winkler (Vertretung der Studierenden der UR). Moderiert wird die Veranstaltung von der Beauftragten für die Gleichstellung für Frauen in Wissenschaft und Kunst an der UR, Prof.in Dr. Astrid Ensslin.

    Eine Kooperation der Servicestelle Gleichstellung und Vielfalt der OTH Regensburg mit der Koordinationsstelle Chancengleichheit und der Antidiskriminierungsstelle der UR.

     Datum: 5. Dezember 2024
     Uhrzeit: 18 Uhr
     Ort: H13, Universität Regensburg (Hans Lindner-Hörsaal)