Zusatzstudium Quantentechnologie
Das modular aufgebaute Zusatzstudium dient dem Erwerb von Kompetenzen theoretischer und praktischer Art in der Quantentechnologie. Insbesondere wird den Studierenden ein tiefgehendes Verständnis in den Bereichen Quantencomputing, Quantenkommunikation und Quantensensorik vermittelt. Das Zusatzstudium ist für Masterstudierende, umfasst eine Regelstudienzeit von drei Semestern und erfolgt studienbegleitend außerhalb bestehender Studiengänge. Das Zusatzstudium kann im Sommer- und im Wintersemester begonnen werden.

Aufbau des Zusatzstudiums
Anmeldung + Zulassungsbeschränkung
Voraussetzung für die Aufnahme in dieses Zusatzstudium ist die Immatrikulation in einen Masterstudiengang an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg.
Anträge auf Zulassung zum Zusatzstudium Quantentechnologie sind unter Vorlage eines geeigneten Nachweises (Immatrikulationsbescheinigung) zu jedem Zeitpunkt an die oder den Vorsitzenden oder Stellvertretenden der Prüfungskommission zu stellen.
mit Frau Prof. Dr. Serban
Fragen & Antworten
Die Quantentechnologie der zweiten Generation teilt sich im Wesentlichen in drei Hauptbereiche auf:
- Quantencomputing: Extrem schnelle Simulationen für die chemische Industrie, Optimierung von Lieferketten (Logistik) und das Training von KI-Modellen.
- Quantensensorik: Hochpräzise Messgeräte für die medizinische Bildgebung (z. B. feiner auflösende MRTs zur Krebsdiagnostik) sowie GPS-unabhängige Navigationssysteme.
- Quantenkommunikation: Absolut abhörsichere Datenübertragung durch Quantenkryptografie (Quantenschlüsselaustausch).
Die kommerzielle Marktreife verläuft in Phasen und wird voraussichtlich bis Mitte der 2030er-Jahre zu einem globalen Milliardenmarkt anwachsen. Quantensensorik und erste Verschlüsselungstechnologien werden Einzug in Nischenmärkte (Militär, Luftfahrt, Banken-Infrastruktur) finden. Teil-Quantencomputer (sogenannte NISQ-Geräte oder Quantenannealer) werden spezifische industrielle Prozesse in der Logistik und Finanzwelt optimieren. Anschließend werden universelle, fehlertolerante Quantencomputer in der Pharmaindustrie für das Design neuer Medikamente und Materialien voll wirtschaftlich relevant.
Quantentechnologie wird vermutlich das alltägliche Leben maßgeblich, aber unsichtbar im Hintergrund verändern. Endverbraucher werden vermutlich keine Quanten-Smartphones besitzen. Allerdings werden Menschen direkt im Alltag von den Ergebnissen profitieren: durch schneller entwickelte Medikamente, optimierten Verkehrsfluss in Städten, präzisere Wettervorhersagen und sichere Banküberweisungen.
Ein Zusatzstudium im Bereich Quantentechnologie wie z.B. Quantum Engineering oder Quantum Science wirkt als massiver Karriere-Katalysator. Es gibt weltweit viel zu wenige Expertinnen und Experten an der Schnittstelle zwischen Physik, IT und Ingenieurwesen. Absolventen sind nicht mehr nur in der Forschung gefragt, sondern direkt in der Tech-Industrie, Automobilbranche, Unternehmensberatung und IT-Sicherheit. Durch die hohe Nachfrage und Spezialisierung liegen die Einstiegsgehälter und Entwicklungschancen in dieser Zukunftsbranche weit über dem Durchschnitt klassischer IT-Jobs.
Stärke: Multidimensionale Rechenleistung durch Superposition und Verschränkung kann komplexe Probleme lösen in Minuten, für die klassische Supercomputer Jahrtausende bräuchten.
Schwäche: Die extreme Störanfälligkeit durch Dekohärenz: Qubits reagieren auf kleinste Temperaturschwankungen und Strahlung, weshalb die Systeme bisher aufwändig nahe dem absoluten Nullpunkt (ca. -273 °C) gekühlt werden müssen.
Ein großes Risiko liegt an dem Szenario wo Quantencomputer mächtig genug sind, um heutige RSA-Verschlüsselungsverfahren (Online-Banking, Staatsgeheimnisse) zu knacken. Ein weiteres Risiko ist die beschleunigte Entwicklung gefährlicher Biowaffen durch molekulare Simulationen.
Gegenmaßnahme: Die frühzeitige und flächendeckende Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie, d.h. klassische Verschlüsselungsverfahren, die auch von Quantencomputern nicht gelöst werden können. Zudem braucht es internationale regulatorische Rahmenbedingungen für den Zugriff auf Quanten-Infrastruktur.
Aus akademischer und persönlicher Perspektive fasziniert vor allem die Verschmelzung von Science-Fiction und realer Ingenieurskunst. Das Studium ist deshalb so besonders, weil es die Brücke zwischen der tiefen, fast philosophischen Quantenphysik ("Warum verhält sich Natur so?") und der praktischen Anwendung im System-Engineering ("Wie bauen wir eine Maschine daraus?") schlägt. Studierende sind hier nicht nur Verwalter alten Wissens, sondern Pioniere einer völlig neuen technologischen Ära.
- Interdisziplinäre Struktur: Die Verankerung in zwei unterschiedlichen Fakultäten gewährleistet eine Ausbildung, die sowohl die hardwareseitige Physik als auch die softwareseitige Informatik abdeckt. Dieses Profil schließt die Lücke zwischen reiner Naturwissenschaft und angewandtem Ingenieurwesen.
- Strukturierter Lehrplan: Die Aufteilung in drei Kernvorlesungen baut eine stringente Kausalitätskette auf. Sie führt von den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Quantenmechanik direkt über zu deren mathematischer und algorithmischer Anwendung.
- Gezielter Kompetenzaufbau: Durch den Fokus auf Quantenalgorithmen vermittelt das Studium exakt die Programmier- und Analysefähigkeiten, die für die aktuelle industrielle Entwicklungsphase benötigt werden.
- Erweiterter Qualifikationsrahmen: Absolventen erwerben ein hybrides Kompetenzprofil. Dies unterscheidet sie von klassischen Fachdisziplinen und qualifiziert sie direkt für Schnittstellenpositionen in der Tech-Industrie.


In diesem Zusatzstudium wird aus Quantenphysik praktisch anwendbare Technologie.
Prof. Dr. Ioana Serban