Informationstechnik

Wie aus Ideen Computerspiele werden: Kinder erleben Informatik beim Open Labs Day 2026

Wie funktioniert Programmieren? Und wie lassen sich eigene Ideen in ein Computerspiel einbauen? Beim Tag der Offenen Labore der MINT-Labs zeigte Prof. Dr. Johannes Schildgen von der OTH Regensburg am Mittwoch, den 15. Juli, wie spannend und kreativ Informatik sein kann.

An seinem Stand konnten Kinder Computerspiele nach ihren eigenen Vorstellungen verändern. Ein Mädchen fand das Ausweichen vor Regentropfen mithilfe der Pfeiltasten schnell zu einfach. Die gewünschte Anpassung wurde direkt mithilfe von sogenannter Agentic AI umgesetzt. Dabei handelt es sich um KI-Systeme, die nicht nur schriftliche Antworten liefern, sondern auch eigenständig Aufgaben ausführen können. In diesem Fall reichte eine einfache Anweisung in natürlicher Sprache, etwa „Es sollen zusätzlich ganz große Balken vom Himmel fallen“ und die KI übertrug die Änderung direkt in den Programmcode. Ein anderer Schüler ergänzte zusätzliche Feuerbälle im Spiel.

„KI kann dabei helfen, einfache Anwendungen, zum Beispiel
Software-Prototypen, schnell zu programmieren und Kindern zu zeigen, was mit Informatik alles möglich ist“, erklärt Prof. Schildgen.

Das Spiel zeigte zugleich, warum Informatikerinnen und Informatiker auch in Zukunft unverzichtbar bleiben. Zwar konnte die KI die gewünschten Änderungen automatisch in den Code übertragen, die Entwicklung der Anwendung sowie die Prüfung und Integration dieser Änderungen erfordern jedoch weiterhin fundiertes Fachwissen.

Prof. Schildgen betont: „Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz bedeutet nicht, dass Informatikerinnen und Informatiker künftig weniger gebraucht werden, im Gegenteil. Die Anforderungen verändern sich: weg vom reinen Schreiben einfacher Codes, hin zur Entwicklung komplexer Systeme, zur Integration verschiedener Anwendungen und zum kompetenten Einsatz von KI.“ Je stärker Unternehmen KI nutzen, desto wichtiger werden Fachkräfte, die KI-generierten Code verstehen, überprüfen, anpassen und in größere Systeme einbinden können.

Besonders kreativ wurde es bei einem weiteren Spiel, das von dem Bachelorstudenten Oliver Löbs der OTH Regensburg entwickelt wurde. Hier konnten die Kinder zunächst ihre eigenen Spielfiguren, Bösewichte und Landschaften malen. Die selbst gestalteten Elemente wurden anschließend Teil des Spiels.

Der Open Labs Day bot Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, MINT-Themen praktisch auszuprobieren und erste Einblicke in digitale Technologien zu gewinnen. Neben der OTH Regensburg präsentierten zahlreiche Unternehmen aus der Region spannende Mitmachangebote und Berufsfelder aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie praxisnahe Angebote junge Menschen für MINT-Themen begeistern und ihnen Zukunftsperspektiven aufzeigen können.

Prof. Dr. Johannes Schildgen zeigte Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersstufen, wie sich Computerspiele mithilfe von KI verändern lassen. Foto: OTH Regensburg/Carla Sure.
Eine Schülerin probiert das Computerspiel aus, dessen Inhalte und Spielmechaniken die Kinder anschließend mit eigenen Ideen erweitern konnten. Foto: OTH Regensburg/Carla Sure.
Zunächst gestalteten die Kinder ihre Spielfiguren auf Papier (links). Mithilfe von KI wurden die Zeichnungen anschließend innerhalb weniger Sekunden in das Computerspiel integriert (rechts). Foto: OTH Regensburg/Carla Sure