Milena Stürenburg, Studentin im zweiten Bachelorsemester Business Management an der OTH Regensburg, wurde für die FISU World University Championship Handball nominiert. Vom 21. bis 27. Juni 2026 vertritt sie Deutschland auf internationaler Ebene in Pessac (Frankreich). Erstmals nimmt eine deutsche Nationalmannschaft an dieser offiziellen Studierenden-Weltmeisterschaft teil.
„Ich bin sehr froh dabei zu sein und freue mich auf viele neue Erfahrungen“, sagt Milena Stürenburg. Für die 20-Jährige ist die Nominierung ein weiterer Meilenstein ihrer bisherigen Handballkarriere.
Mit 15 Jahren ins Handball-Internat
Während der Corona-Pandemie zog Milena Stürenburg von ihrem Elternhaus in der Region Bremen/Oldenburg in das Internat der Handball-Akademie Blomberg, um unter professionellen Bedingungen zu trainieren. Dort entwickelte sie sich sportlich schnell weiter und spielte bereits mit 15 Jahren in der Jugendbundesliga.
„Es war eine schwere Entscheidung, weil einen die Verpflichtungen am Wochenende nicht mal schnell nach Hause fahren lassen, aber es war genau richtig für mich. Durch das Leben im Internat habe ich früh gelernt selbstständig zu sein, was mich sportlich und persönlich weitergebracht hat“, reflektiert die Studentin heute.
Strikter Takt: Studium, Job und Leistungssport
Für ihr Studium entschied sich Milena Stürenburg bewusst für Regensburg. Ausschlaggebend war für sie die Kombination aus dem Studienangebot der OTH und der Möglichkeit, bei den Bunkerladies, der Frauenmannschaft des ESV 1927 Regensburg, leistungsorientiert Handball zu spielen. Die Kooperation zwischen Hochschule und Verein war dabei ein weiterer Pluspunkt.
Vollzeitstudium, Werkstudententätigkeit und tägliches Training unter einen Hut zu bringen, verlangt Milena Stürenburg viel Organisation und Disziplin ab. Ihr Alltag ist meist durchgetaktet: Nach Vorlesungen und Werkstudententätigkeit geht es direkt ins Training, Feierabend hat sie oft erst zwischen 20 und 22 Uhr.
„Man hat schon Phasen, in denen man einfach mal das machen möchte, was die anderen 20-Jährigen machen, aber grundsätzlich bin ich es nicht anders gewohnt“, sagt sie.
Klare Priorität trotz Ungleichbehandlung im Frauensport
Trotz ihrer großen Leidenschaft für den Sport hat das Studium für sie klare Priorität. Warum, erklärt sie selbst: „Man weiß, dass eine Karriere im Leistungssport nicht ewig dauert. Der Körper macht eine solche Dauerbelastung nicht mit, meist ist mit Anfang 30 Schluss.“
Ein weiterer Grund für den Fokus auf die akademische Ausbildung liegt in den Strukturen des Sports. Während viele Männer im Profihandball vom Sport leben können, erhalten Frauen im Oberhaus oft nur eine Aufwandsentschädigung. „Ja, es ist eine Ungleichbehandlung. Aber dadurch sind wir gezwungen, uns ein zweites Standbein neben dem Handball aufzubauen. Und am Ende ist das auch gut so, auch wenn es stressiger ist“, sagt Milena.
Ungewisse Chancen bei der WM-Premiere
Die Chancen des deutschen Teams sind schwer einzuschätzen. „Dadurch, dass Deutschland zum ersten Mal teilnimmt, können wir das Niveau der anderen Nationen noch nicht einschätzen“, erklärt die Rückraumspielerin. „Unser Kader besteht aus sehr guten Zweitliga-Spielerinnen, die im Ligabetrieb sonst meine Gegnerinnen sind.“
Anderen jungen Leistungssportlerinnen und -sportlern rät sie: „Einfach versuchen, alles gut zu strukturieren, das Ganze nicht zu verbissen zu sehen, auch mal kurz durchzuatmen und sich bewusst Freiräume zu nehmen. Am Ende kriegt man es immer irgendwie hin.“
Kooperationen erleichtern die Vereinbarkeit von Studium und Leistungssport
Die OTH Regensburg arbeitet mit mehreren regionalen Vereinen zusammen, um Leistungssport und Studium besser vereinbar zu machen. Dazu zählt auch die Kooperation mit dem ESV 1927 Regensburg, für den Milena Stürenburg spielt. Die Athletinnen und Athleten profitieren dabei vor allem von flexibleren Studienbedingungen und individueller Unterstützung im Studienalltag. Weitere Kooperationspartner sind die Eisbären Regensburg, die Guggenberger Legionäre, der SSV Jahn Regensburg und NawaRo Straubing. Eine zusätzliche Kooperation mit einem regionalen Verein befindet sich derzeit in Vorbereitung.