Die „Alte Regensburger Straßenbahn“ verbindet die Mittelschule Otto-Schwerdt und die OTH Regensburg auf besondere Weise. Während die Schülerinnen und Schüler unter anderem die historischen Sitzschalen des Triebwagens von 1955 restaurierten, arbeiten Studierende der OTH Regensburg an einem batterieelektrischen Antrieb für das Fahrzeug. Als Anerkennung für ihren Beitrag zum Projekt war die Klasse 9a zu Gast im Labor für Elektrische Maschinen und Antriebstechnik. Im Labor für Elektrische Maschinen und Antriebstechnik erhielten sie spannende Einblicke in die Arbeit rund um den batterieelektrischen Antrieb der Historischen Straßenbahn. Laborleiter Prof. Dr. Bernhard Hopfensperger stellte den Schülerinnen und Schülern die OTH Regensburg, das Labor und die aktuellen Entwicklungsarbeiten vor und führte die Gruppe durch die verschiedenen Versuchseinrichtungen.
Dabei blieb es nicht nur bei der Theorie. Anhand anschaulicher Experimente konnten die Jugendlichen grundlegende elektrotechnische Phänomene erleben. So demonstrierte Prof. Dr. Hopfensperger den Unterschied zwischen Wechsel- und Gleichspannung und zeigte, welche Auswirkungen das Schalten von Gleichstrom haben kann. Besonders eindrucksvoll war ein Versuch, bei dem sichtbar wurde, wie beim Trennen eines Gleichstromkreises ein Lichtbogen entsteht, der Schalter und Kontakte beschädigen kann. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren dabei auch, warum dieses Phänomen beispielsweise bei Photovoltaikanlagen und Batteriesystemen eine wichtige Rolle spielt.
Begeisterung löste außerdem eine magnetisch schwebende Metallkugel aus. Mithilfe einer Spule wurde ein Magnetfeld erzeugt, in dem die Kugel frei schwebte. Die Schülerinnen und Schüler durften dabei selbst ausprobieren, wie die Kugel in Position gehalten wird. Das Experiment verdeutlichte anschaulich, womit sich Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich der Regelungs- und Antriebstechnik beschäftigen. Viele Schülerinnen und Schüler wollten anschließend selbst versuchen, die Metallkugel zum Schweben zu bringen.
Bei der Laborführung gab Prof. Dr. Hopfensperger den Jugendlichen auch persönliche Einblicke in seinen eigenen Bildungsweg. Er betonte, wie wichtig es sei, herauszufinden, wofür man sich begeistert und welche Themen einen wirklich interessieren, um daraus später den eigenen beruflichen Weg zu entwickeln. Er selbst absolvierte zunächst die Realschule, erwarb anschließend über die Fachoberschule die Hochschulzugangsberechtigung und ist heute Professor an der OTH Regensburg. Damit zeigte er den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll, dass unterschiedliche Bildungswege zum Erfolg führen können.
Im Anschluss an den Laborbesuch lernten die Schülerinnen und Schüler bei einer Campusführung die OTH Regensburg näher kennen. Begleitet von zwei Studierenden und Mitgliedern der Studierendenvertretung (StuV) erhielten sie Einblicke in den Hochschulalltag und die vielfältigen Studienmöglichkeiten an der OTH Regensburg. Der Besuch bot nicht nur spannende Einblicke in aktuelle Forschung und Technik, sondern zeigte auch, wie handwerkliches Engagement, technische Innovation und Hochschulbildung erfolgreich zusammenwirken können.