TRIZ ist eine bewährte Methode, mit der Ingenieurteams knifflige technische Probleme lösen – besonders dann, wenn sich zwei Ziele scheinbar widersprechen: Macht man ein Bauteil zum Beispiel stabiler, wird es oft auch schwerer. TRIZ hilft, für solche Zielkonflikte systematisch clevere Lösungen zu finden. Der Haken: Die Methode richtig anzuwenden erfordert viel Erfahrung und eine spezielle Ausbildung, die den meisten Teams fehlt.
Genau hier setzt die Masterarbeit an. Jonas Wenk hat ein KI-System entwickelt, das Ingenieurinnen und Ingenieure Schritt für Schritt durch diesen Prozess führt – ähnlich wie ein erfahrener Begleiter, der die richtigen Fragen zur richtigen Zeit stellt und dafür sorgt, dass kein wichtiger Schritt übersprungen wird. Statt einer einzigen KI arbeiten dabei fünf spezialisierte KI-Bausteine zusammen, von denen jeder für einen Teil der Analyse zuständig ist. Wichtig war ihm dabei, dass die letzte Entscheidung immer beim Menschen bleibt: Das System schlägt vor, gespeichert wird nur, was der menschliche Experte bestätigt.
Abschlussarbeit mit echter Wirkung
Das Besondere: In der Praxis wurde das System an echten Industrieproblemen getestet und mit der Arbeit eines zertifizierten TRIZ-Experten verglichen – dabei traten keine methodischen Fehler auf. Auch gegenüber einem einfacheren Ansatz lieferte es messbar bessere Ergebnisse.
Aus der Arbeit sind außerdem bereits zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen entstanden, die beide bei Springer Nature erscheinen: ein Beitrag zum TRIZ-Anwendertag, gemeinsam mit seinen Betreuern Timo Baumann und Jürgen Moosburger, sowie ein weiterer Beitrag, der zur TRAI26-Konferenz angenommen wurde und die wissenschaftliche Begutachtung bereits bestanden hat.
Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit ams OSRAM, betreut von Prof. Dr. Timo Baumann sowie extern von Dr. Jürgen Moosburger (ams OSRAM).