Kompetenzen. Perspektiven. Zukunft. – Der Future-Skills-Podcast der OTH Regensburg

Future Skills zwischen Frauengesundheit und gesellschaftlicher Verantwortung

Was braucht es, damit aus medizinischem Fachwissen gesellschaftliche Wirkung entsteht? In der dritten Folge von „Kompetenzen. Perspektiven. Zukunft“ spricht Prof. Dr. med. Solveig Groß über Frauengesundheit, Selbstwirksamkeit und internationale Entwicklungszusammenarbeit.

Prof. Dr. med. Solveig Groß verbindet unterschiedliche Perspektiven auf Gesundheit: Als Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe bringt sie langjährige klinische und ärztliche Führungserfahrung mit. An der OTH Regensburg ist sie Professorin für Hebammenkunde und Humanmedizin und engagiert sich darüber hinaus seit vielen Jahren in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Im ersten Teil der Doppelfolge von „Kompetenzen. Perspektiven. Zukunft“, dem Podcast zu gelebten Future Skills an der OTH Regensburg, geht es deshalb um weit mehr als medizinisches Fachwissen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Kompetenzen Menschen benötigen, wenn sie Gesundheit nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich und strukturell gestalten wollen.

Selbstwirksamkeit und Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Ein Gedanke zieht sich besonders deutlich durch den beruflichen Weg von Solveig Groß: die Selbstwirksamkeit von Patientinnen zu stärken. Medizinische Expertise bedeutet für sie nicht, Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu treffen, sondern Patientinnen in ihrer eigenen Urteils- und Entscheidungsfähigkeit zu unterstützen.

Diese Haltung überträgt Groß auch auf ihre Hochschullehre. Studierende sollen lernen, unterschiedliche professionelle Perspektiven einzubeziehen und stärker auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten – etwa zwischen Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und Pflegekräften.

Gesundheit als gesellschaftliche Frage

Im Gespräch richtet Groß den Blick außerdem auf strukturelle Unterschiede beim Zugang zu medizinischer Versorgung. Was in Deutschland häufig selbstverständlich erscheint, ist in anderen Teilen der Welt keineswegs gegeben. Große Entfernungen, fehlende Transportmöglichkeiten, finanzielle Hürden oder gesellschaftliche Abhängigkeiten können darüber entscheiden, ob medizinische Versorgung überhaupt erreichbar ist.

Auch gesundheitliche Gleichstellung spielt eine wichtige Rolle. Frauengesundheit umfasst dabei nicht nur medizinische Fragestellungen, sondern ebenso gesellschaftliche Bedingungen und Barrieren.

Von guter Absicht zu nachhaltiger Zusammenarbeit

Ihre Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit haben Solveig Groß unter anderem nach Pakistan, Myanmar und Tansania geführt. Dabei hat sich auch ihr Verständnis von Hilfe verändert.

Der Wunsch zu helfen bleibt ein wichtiger Ausgangspunkt. Nachhaltige Veränderung entsteht jedoch erst dann, wenn soziale und kulturelle Rahmenbedingungen berücksichtigt und Projekte gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden. Groß spricht deshalb bewusst von Entwicklungszusammenarbeit: Gefragt sind partnerschaftliche Strukturen, kulturelle Sensibilität, Lernbereitschaft und die Stärkung lokaler Kompetenzen.

Damit zeigt die Folge sehr anschaulich, was Future Skills in der Praxis bedeuten können: die eigene professionelle Haltung weiterzuentwickeln, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Veränderung gemeinsam mit anderen zu gestalten.

Vorschau auf Teil 2 der Doppelfolge: Wenn guter Wille Struktur braucht

Im zweiten Teil der Doppelfolge geht es um die konkrete Umsetzung: Warum braucht nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit professionelles Projektmanagement? Welche Rolle spielen Planung, Monitoring und Evaluation? Und wie lassen sich diese Erfahrungen in die Hochschullehre übertragen?

Außerdem sprechen wir darüber, welche Future Skills angehende Fachkräfte im Gesundheitswesen benötigen und welche Verantwortung Hochschulen dabei übernehmen. Die Folge erscheint Anfang September auf den gängigen Podcast-Plattformen sowie auf der Website von OTHorizont.

Prof. Dr. med Solveig Groß (Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften) spricht mit Podcast-Host Manuel Glondys über ihre umfassenden Erfahrungen aus dem klinischen Bereich, der Entwicklungszusammenarbeit und wie sie diese Erfahrungen in ihre Lehre einbringt. Foto: OTH Regensburg / Paul Boland