Vor rund einem Jahr haben die Stadt Regensburg und die OTH Regensburg ihren gemeinsamen Armutsbericht veröffentlicht. Während die Arbeiten am Folgebericht bereits laufen, greift die Ausstellung „sichtbar arm“ das Thema nun auf künstlerische und dokumentarische Weise auf. Vom 3. Juni an zeigt die OTH Regensburg im M26 Arbeiten, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Sichtbarkeit von Armut und den Lebensrealitäten armutsbetroffener Menschen befassen.
„Die Idee der Ausstellung ist es, eine Diskussion zum Blick auf Armut und die von Armut betroffenen Menschen in unserer Stadt anzuregen“, sagt Prof. Dr. Wolfram Backert von der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg, der die Ausstellung koordiniert. „Zu diesem Zweck nähert sich die Ausstellung der Thematik aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.“
Drei Perspektiven auf Armut
Die Ausstellung vereint drei Projekte: Gezeigt werden Illustrationen von Simone Stiedl (studioh8), die für den Regensburger Armutsbericht entstanden sind und Armut jenseits gängiger Klischees visualisieren. Großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien des Kelheimer Fotografen Franz Pietruska dokumentieren die Arbeit der Rengschburger Herzen sowie die Lebenssituationen armutsbetroffener Menschen.
Der dritte Ausstellungsteil präsentiert Fotografien aus dem Projekt „Die Welt, wie ich sie sehe“, das an der OTH Regensburg unter Leitung von Prof. Dr. Gabriele Scheffler entstanden ist. Dafür hielten Menschen, die auf der Straße leben, ihren Alltag mit der Kamera aus ihrer eigenen Perspektive fest.
Podiumsdiskussion zur Sichtbarkeit von Armut
Begleitend zur Ausstellung findet am Donnerstag, 11. Juni, um 18 Uhr die Podiumsdiskussion „Was hier fehlt“ statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Gruppen armutsbetroffener Menschen in den Bildern der Ausstellung möglicherweise nicht sichtbar werden und wie Armut in der Stadtgesellschaft stärker wahrgenommen werden kann. Diskutieren werden Thomas Thurow, Dritter Bürgermeister der Stadt Regensburg, Martina Groh-Schad, Vorstandsvorsitzende der Sozialen Initiativen Regensburg, Christoph Gailer, Leiter des Amts für Soziales der Stadt Regensburg, sowie Felix Fiebiger vom Team des Regensburger Armutsberichts an der OTH Regensburg.
„Bald beginnt die Nachhaltigkeitswoche in Regensburg. Die Auseinandersetzung mit Ungleichheit und der Armutsfrage ist eines der zentralen Themen der Debatte zur ,Sozialen Nachhaltigkeit‘. Wir versuchen mit der Ausstellung hier einen Impuls zu setzen, der hoffentlich aufgegriffen wird“, so Backert.
Die Vernissage findet am Mittwoch, 3. Juni, um 18:30 Uhr im M26, Maximilianstraße 26, 93047 Regensburg, statt. Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Begleitveranstaltungen ist frei.