ZWW

Afterworkseminar „Wissen am Abend“ sehr erfolgreich

Das Afterworkseminar, ein besonderes Weiterbildungsformat der OTH Regensburg, war mit spannenden Vorträgen und rund 70 Gästen sehr erfolgreich.

Nach dem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2018 fand auch das vierte Afterworkseminar unter dem Motto „Wissen am Abend“, welches das Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) der OTH Regensburg veranstaltete, großen Anklang. Rund 70 Teilnehmende informierten sich anhand von Vorträgen zum Thema „Risiken und Nebenwirkungen des digitalen Wandels“, für die Prof. Dr. Karsten Weber von der Fakultät Informatik und Mathematik sowie Dr. Matthias Kampmann vom IT-Sicherheitscluster e. V. als Redner gewonnen werden konnten. „Das Afterworkseminar soll Ihnen die Möglichkeit geben, sich kurz und kompakt zu einem aktuellen und interessanten Thema zu informieren und auszutauschen“, so Prof. Dr. Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der OTH Regensburg und Leiterin des ZWW, die die Anwesenden begrüßte. Prof. Dr. Winkler betonte, wie wichtig es sei, als Hochschule Wissen mit Praxisbezug in Form von flexiblen Formaten zu vermitteln. „Dieses Jahr geht es um das Thema Digitalisierung. Ein Thema, das uns alle angeht und unseren Alltag beeinflusst“, so Prof. Dr. Winkler weiter. 

Medizin, Mobilität und Medien

Prof. Dr. Karsten Weber veranschaulichte den digitalen Wandel und dessen „Risiken und Nebenwirkungen“ anhand von drei Fallbeispielen: Studien zufolge fällt die Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit von Patient*innen durch Ärzt*innen je nach Situation sehr unterschiedlich aus. Künstliche Intelligenz kann unter Einbeziehung elektronischer Patientenakten, Social Media-Daten oder anderen Datenbeständen Ärzt*innen bei deren Entscheidungsfindung unterstützen. Das Patient*innenwohl kann dadurch gesteigert werden, allerdings wirft dies auch viele Fragen auf: Wird tatsächlich der Wille des*der Patient*in abgebildet? Werden datenschutzrechtliche Aspekte berücksichtigt?
Anhand des Beispiels „Software, Sicherheit und Nachhaltigkeit“ wies Prof. Dr. Weber auf Herausforderungen beim Einsatz von „fahrerlosen Fahrzeugen“ und der Nutzung entsprechender Software hin. Bisher sei es gesetzlich noch nicht geregelt, welche Zeitspanne die Lebensdauer einer bestimmten Software umfassen muss, ehe sie ersetzt wird. Dies birgt die Gefahr, dass digitale Geräte bis hin zu Fahrzeugen nicht mehr genutzt werden können, weil die notwendige Software nicht mehr aktuell ist. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Softwarefehler für Hackerangriffe genutzt werden können – fehlende Softwareupdates betreffen also Sicherheit und Nachhaltigkeit. 
Das dritte Beispiel betraf den Bereich Medien, insbesondere den der Massenmedien, deren Einfluss mittlerweile nicht mehr zu unterschätzen ist. Wenn politische Debatten in den Medien stattfinden, so sei es Aufgabe der Massenmedien dabei demokratisch zu bleiben. Aber wer kontrolliert dies bzw. wer soll dies kontrollieren? Bestes Beispiel hierfür sind wohl Twitter und der ehemalige US-Präsident Donald Trump. Die Realität ist oftmals nicht mehr erkennbar und es erfolgen Machtverschiebungen zugunsten von Marktführern. 

Dr. Matthias Kampmann – vom Kunsthistoriker zum IT-Experten 

Im Jahr 1993 schaffte sich Dr. Kampmann im Rahmen eines Projekts der Computerkunst seinen ersten PC an und von da an war er fasziniert. Die Leidenschaft für Digitalisierung hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Bei seinem Vortrag brachte er Geschichten zu seiner „persönlichen Digitalisierung“ ein und welche Chancen und Hürden er dabei erkannte. Im Jahr 2000 zum Beispiel erarbeitete er sich seinen ersten „digitalen Workflow“, doch eine namhafte Tageszeitung, für die er damals einen Bericht verfasste, war technisch nicht in der Lage mit einer E-Mail und einem beigefügten Foto umzugehen. Er musste den Film schließlich mit der Post schicken. Er war damals mit einer E-Mail samt Anhang noch zu früh dran, heute wäre dies unvorstellbar. In der heutigen Zeit kann die Digitalisierung von Geschäftsprozessen allerdings auch dazu führen, dass Unternehmen zum Handeln genötigt werden, um konkurrenzfähig zu sein, was bei diesen gleichermaßen Angst und Skepsis erzeugt. 
Zum Schluss seines Vortrags verwies er neben dem wirtschaftlichen Potenzial und der Schöpfungsmöglichkeiten durch Digitalisierung auch auf Nebenwirkungen wie z. B.  der Verlust von Arbeitsplätzen. Aber er sei überzeugt, wenn wir uns selbst informieren und aufklären und einzelne Aspekte genauer hinterfragen, dann könnten wir die Digitalisierung „demystifizieren“ und für die Gestaltung einer besseren Zukunft sorgen. 

Im Anschluss an die Vorträge kamen die Referenten und Teilnehmenden zu einem Get-together zusammen, um sich bei einem Imbiss auszutauschen und zu vernetzen. 
Das ZWW bietet zahlreiche Möglichkeiten der berufsbegleitenden Weiterbildungan: von ein- bis zweitägigen Fachseminaren über Hochschulzertifikate bis hin zu berufsbegleitenden Modulstudien und Studiengängen. Die nächste Möglichkeit sich zu informieren, bietet der „virtuelle Sommer-Infoabend“ am 12. Juli 2023, 18 Uhr.

Dr. Matthias Kampmann bei seinem Vortrag zu „Digitalisierungsprozessen“. Foto: Petra Schmöller/OTH Regensburg
Dr. Matthias Kampmann bei seinem Vortrag zu „Digitalisierungsprozessen“. Foto: Petra Schmöller/OTH Regensburg
Die Teilnehmenden des Afterworkseminars tauschten sich bei einem Get-together aus. Foto: Petra Schmöller/OTH Regensburg
Die Teilnehmenden des Afterworkseminars tauschten sich bei einem Get-together aus. Foto: Petra Schmöller/OTH Regensburg
Von links: Die Redner*in des Abends: Prof. Dr. Karsten Weber, Prof. Dr. Klaudia Winkler und Dr. Matthias Kampmann. Foto: Petra Schmöller, OTH Regensburg
(v.l.) Prof. Dr. Karsten Weber, Prof. Dr. Klaudia Winkler und Dr. Matthias Kampmann hielten Vorträge. Foto: Petra Schmöller/OTH Regensburg