Am Vormittag tauschten sich die Teilnehmenden in World-Café-Runden darüber aus, welche hochschuldidaktischen Angebote an den bayerischen Hochschulen bereits bestehen und wie diese weiterentwickelt werden können. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Angeboten für Neuberufene, die möglichst frühzeitig bei der Gestaltung ihrer Lehre unterstützt werden sollen. Diskutiert wurden unterschiedliche Formate – von individueller Beratung über Workshops bis hin zu Tutorials – sowie aktuelle Themen wie Künstliche Intelligenz, digitale Lehr-Lern-Videos und innovative Prüfungsformate.
Microcredentials: klein gedacht, groß gemeint
Am Nachmittag rückten Microcredentials in den Fokus. Unter dem Titel „MC Insights – Potenziale, Umsetzungspraxis und internationaler Blick“ gab Thu Van Le Thi von der TH Nürnberg Einblicke in Definitionen, Praxisbeispiele und offene Fragen. Microcredentials sind kurze, inhaltlich fokussierte Lerneinheiten mit Leistungsnachweis. Sie können spezifische Kompetenzen sichtbar machen, flexibel kombiniert werden und eignen sich besonders für lebenslanges Lernen, Weiterbildung sowie Reskilling und Upskilling.
Deutlich wurde zugleich: Während Microcredentials auf europäischer Ebene bereits eine wichtige Rolle für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen spielen, stehen viele Hochschulen in Deutschland noch am Anfang. Ein einheitliches nationales Framework zu Umfang, ECTS-Bezug, Prüfungsformaten und Anerkennung fehlt bislang. Die OTH Regensburg hat mit der Erarbeitung einer Satzung zu Microcredentials bereits einen wichtigen Schritt unternommen, um hierfür hochschulinterne Grundlagen zu schaffen.
Wertvolle Impulse für wesentliche Projektziele von OTHorizont
Für die beiden Didaktikmentorinnen Prof. Dr. Ulrike Plach (OTHorizont) und Antje Nissler (Servicestelle Lehre und Didaktik) sowie die beiden Mitarbeitenden Moritz Korsch (Referent Microcredentials, Servicestelle Lehre und Didaktik) und Kerstin Mayerhofer (OTHorizont) bot das Treffen wertvolle Impulse für die weitere Arbeit am Future-Skills-Ansatz und des Ausbaus der Microcredentials an unserer Hochschule. Besonders anschlussfähig sind Fragen nach flexiblen Lernwegen, modularen Bildungsangeboten und der gezielten Förderung von Kompetenzen, die Studierende auf eine sich wandelnde Arbeits- und Lebenswelt vorbereiten. Kerstin Mayerhofer nahm aus dem Treffen viele wertvolle Impulse für die Arbeitspakete 3 und 6 von OTHorizont mit: „Microcredentials treffen genau den Nerv unseres Projekts: Sie verbinden Future Skills, flexible Lernwege und lebenslanges Lernen auf sehr konkrete Weise. Der Vortrag und der Austausch am BayZiel haben viele Ideen angestoßen und gezeigt, dass dieses Thema für Hochschulen künftig noch deutlich wichtiger werden wird.“
