Digitalisierungsschub nach der Corona-Zeit, Bring Your Own Device als gelebter Hochschulalltag und generative KI als neue Zäsur: Hochschullehre befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Für OTHorizont – Zukunftshorizonte erweitern @ OTH Regensburg stellt sich deshalb längst nicht mehr nur die Frage, welche digitalen Tools zum Einsatz kommen. Entscheidend ist vielmehr, wie Studierende und Lehrende Kompetenzen entwickeln können, um Veränderungen aktiv, reflektiert und verantwortungsvoll mitzugestalten.
Genau darum ging es beim Beitrag „(Post-)Digitale Lehre mit Future Skills gestalten“, den Manuel Glondys, Paul Boland und Dr. Xenia Justus beim Tag der digitalen Lehre 2026 präsentierten.
Future Skills strukturell verankern
Das Poster machte dabei den Gesamtansatz von OTHorizont sichtbar: Lernen soll über die Grenzen der Fachdisziplinen hinaus möglich werden. Grundlage bildet das im Mai 2026 veröffentlichte Future-Skills-Framework der OTH Regensburg mit mehr als 40 Future Skills in den drei Dimensionen Persönlichkeitsbildung, gesellschaftliche Verantwortung sowie Digitalität und Transformation.
OTHorizont möchte diese Kompetenzen nicht als zusätzliches Angebot neben dem Studium verstehen, sondern strukturell und nachhaltig in Lehre, Zusatz- und Weiterbildungsangeboten verankern. Dazu gehören unter anderem fakultätsübergreifende Angebote über das Zentrum für interdisziplinäre Lehre (ZiL), die curriculare Verankerung von Future Skills, Qualifizierungs- und Austauschformate für Lehrende, Microcredentials sowie Evaluation und wissenschaftliche Begleitung.
Hochschulentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
Ein zentraler Gedanke des Projekts: Eine solche Transformation kann nur gemeinsam gelingen. Deshalb bezieht OTHorizont ganz unterschiedliche Gruppen ein – Studierende, Lehrende, Fakultäten und Studiengänge, das ZiL, das Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW), die Servicestelle Lehre und Didaktik, regionale Unternehmen und Alumni sowie die wissenschaftliche Begleitung.
Future Skills ins Gespräch bringen
Ein eigener Schwerpunkt des Posters widmete sich dem Transfer und der Sichtbarkeit. Denn neue Ideen für die Hochschullehre entfalten erst dann Wirkung, wenn darüber gesprochen, diskutiert und Erfahrungen geteilt werden.
Ein besonderes Instrument hierzu ist dabei der Podcast „Kompetenzen. Perspektiven. Zukunft.“, der Future-Skills-Podcast der OTH Regensburg. Darin zeigen Menschen aus und rund um die Hochschule, wie Future Skills in Lehre, Beruf und Gesellschaft konkret werden. So werden die teilweise abstrakten Zukunftskompetenzen mit persönlichen Erfahrungen, konkreten Projekten und praktischen Beispielen verbunden.
Zusatzstudien im Wandel
Auch ein weiterer OTHorizont-Beitrag war beim Tag der digitalen Lehre vertreten: Prof. Dr. Ulrike Plach, Kerstin Mayerhofer und Prof. Dr. Gabriele Blod präsentierten Ergebnisse aus Arbeitspaket 6 unter dem Titel „Zusatzstudien im Wandel“.
Dabei zeigte sich die große Bandbreite der bereits vorhandenen Angebote: An der OTH Regensburg gibt es zwölf Zusatzstudien, von denen sieben Studierenden aller Fachrichtungen offenstehen. Seit 2026 sind die Zusatzstudien zentral im ZiL verankert.
Der Tag der digitalen Lehre bot OTHorizont damit vor allem eines: die Gelegenheit, Future Skills ins Gespräch zu bringen – und gemeinsam darüber nachzudenken, wie Hochschullehre langfristig ganzheitlich, interdisziplinär und wirkungsvoll gestaltet werden kann.