Wie lautet der Titel Ihres Forschungsprojekts?
ISCOB (Impact Sound Comfort in Buildings – Perception-based Descriptors Based on Measurement Data and Listening Tests)
Deutsch: Trittschallkomfort in Gebäuden – Wahrnehmungsbasierte Deskriptoren auf Basis von Messdaten und Hörversuchen
Wer ist an dem Projekt beteiligt?
Prof. Dr. Christoph Höller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter/in: TBD, Stelle derzeit ausgeschrieben
Worum geht es in Ihrem Förderprojekt?
Trittschallschutz – also die Dämmung von Geräuschen wie Schritten, Möbelrücken oder herunterfallenden Gegenständen – ist wichtig für ein positives Wohngefühl. Derzeitige Verfahren, um diese Schallentwicklung schon in der Planung abzuschätzen, bilden das tatsächliche Empfinden der Menschen aber nicht gut genug ab. ISCOB entwickelt deshalb neue, praxisorientierte Bewertungsmethoden für Trittschall in Gebäuden und baut auf Basis von Messungen und Audioaufnahmen eine entsprechende Datenbank auf. Außerdem werden mit einer großen Zahl Personen Hörversuche durchgeführt, um die Breite der möglichen Geräusch-Empfindungen zu erfassen.
Was begeistert Sie an dem Projekt?
Unser Labor für Bauphysik ist für einen Teil der Hörversuche zuständig. Das Besondere ist, dass diese Hörversuche diesmal nicht nur im Labor durchgeführt werden, sondern auch online. Online-Hörversuche sind bisher wissenschaftlich nur wenig erforscht und wir wollen prüfen, wie gut sich diese Methode eignet, um die Geräuschentwicklung aufgrund von Trittschall zu beurteilen. Mit Online-Methoden kann man eine größere und vielfältiger Gruppe an Testpersonen einbeziehen. Das Ergebnis des Projekts soll unter anderem ein interaktiver Online-Demonstrator sein, mit dem man sich verschiedene Trittschallszenarien in der künftigen Wohnung vorab anhören kann.
Wie können Erkenntnisse aus dem Projekt Anwendung in der Praxis finden?
Ein Ergebnis des Projekts ist eine Datenbank, die für verschiedene Konstruktionen (Holzdecken, Betondecken, usw.) auf Basis von Messungen und hochwertigen Audioaufnahmen akustische Eindrücke sammelt. Damit kann man bauliche Lösungen schon in der Planungsphase „anhören“ und die Auswirkungen auf die Bewohnerinnen und Bewohner realistisch einschätzen. Dafür werden auch neue Deskriptoren (standardisierte Beschreibungen) entwickelt, die zuverlässig wiedergeben, wie der Trittschall von Menschen wahrgenommen wird. Planer, Bauunternehmer und Hersteller können auf diese Datenbank zurückgreifen und so Deckenkonstruktionen optimal auslegen und unnötigen Mehraufwand vermeiden. Außerdem soll ein Online-Demonstrator entstehen, der es Architekten, Ingenieuren und Bauherren ermöglicht, die akustische Leistung verschiedener baulicher Lösungen direkt zu vergleichen und anzuhören.
Auf unserer Website finden Sie einen Überblick über die aktuellen Förderprojekte der OTH Regensburg.