Frisch promoviert

Philipp Lulla promoviert zu additiv gefertigten vaskulären Stents: Präzision, Individualisierung und neue Wege in der Medizintechnik

In seiner Dissertation untersucht Philipp Lulla, wie unterschiedliche Fertigungsverfahren die mechanischen und biologischen Eigenschaften vaskulärer Stents beeinflussen. Der Fokus liegt auf der additiven Fertigung mittels LPBF und ihren Potenzialen – aber auch Grenzen – im Vergleich zu konventionellen Herstellungsverfahren.

1. Die Promotion ist geschafft – was bedeutet das für Sie persönlich?

Die abgeschlossene Promotion markiert für mich einen wichtigen persönlichen und fachlichen Meilenstein. Sie steht für Ausdauer, Selbstständigkeit und die Fähigkeit, komplexe Fragestellungen eigenständig zu bearbeiten und erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

2. Worum geht es in Ihrer Dissertation?

Diese Dissertation untersucht den Einfluss verschiedener Fertigungsverfahren auf die mechanischen und biologischen Eigenschaften vaskulärer Stents, mit besonderem Fokus auf die additive Fertigung mittels LPBF im Vergleich zu konventionellen Methoden. Hierfür wurden geeignete Fertigungsparameter entwickelt, ein einheitliches Stent-Design umgesetzt und Proben sowohl additiv als auch konventionell hergestellt und nachbehandelt. Umfangreiche materialwissenschaftliche sowie normgerechte medizintechnische Prüfungen bildeten die Grundlage der Bewertung.

Die Ergebnisse zeigen, dass die additive Fertigung grundsätzlich geeignet ist und insbesondere Vorteile bei Individualisierung und Materialkontrolle bietet, jedoch durch Einschränkungen in Auflösung und Designfreiheit limitiert ist. Insgesamt trägt die Arbeit zum besseren Verständnis der Potenziale und Grenzen additiver Fertigung in der Medizintechnik bei und zeigt Ansätze für zukünftige Optimierungen auf.

3. Was war ein Highlight oder besonderes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer Promotion?

Ein besonderes Highlight war der Moment, als ich die ersten additiv gefertigten Stents aus dem Pulverbett entnommen habe. Dieses Freilegen der Strukturen hat sehr eindrücklich gezeigt, dass die additive Fertigung tatsächlich ein vielversprechender Weg für die Herstellung solcher filigranen Bauteile sein kann. Es war ein motivierender Augenblick, in dem sich die vorherige Entwicklungsarbeit erstmals konkret bestätigt hat.

4. Welche Pläne haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Für meine berufliche Zukunft plane ich, meine wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen gezielt weiter auszubauen und in einem innovativen Umfeld einzubringen. Aktuell arbeite ich in der Entwicklung im Bereich additive Fertigung, wo ich meine im Rahmen der Promotion erworbenen Kenntnisse direkt anwenden und vertiefen kann. Besonders reizt mich dabei die Weiterentwicklung und industrielle Umsetzung moderner Fertigungstechnologien. Langfristig strebe ich an, mehr Verantwortung in Projekten zu übernehmen und aktiv zur Entwicklung zukunftsweisender Lösungen beizutragen.

5. Welche Tipps können Sie künftigen Promovendinnen und Promovenden geben?

Bleibt geduldig und strukturiert, auch wenn der Fortschritt zeitweise langsam erscheint, und behaltet das übergeordnete Ziel im Blick. Der regelmäßige Austausch mit anderen sowie das Einholen von Feedback helfen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen.

6. Warum haben Sie sich bei Ihrer Promotion für die OTH Regensburg entschieden?

Ich habe mich für die OTH Regensburg entschieden, da sie ein praxisnahes Forschungsumfeld und gute Möglichkeiten zur Verbindung von Wissenschaft und Anwendung bietet. Besonders überzeugt hat mich die enge Zusammenarbeit mit der Industrie sowie die fachlich hervorragende Betreuung im gewählten Themenbereich mit viel interdisziplinärem Know-How.

 

LINKS

 

Prof. Dr. rer. nat. Karla Lehle, Prof. Dr.-Ing. Thomas Schratzenstaller, Dr. sc. hum. Philipp Lulla, Prof. Dr. med. Christof Schmid und Prof. Dr.-Ing. Ulf Noster (v.l.n.r.) Foto: PD Dr. Matthias Widbiller

Philipp Lulla (1994, Bietigheim-Bissingen)

Steckbrief

    • Studienfach

      Medizintechnik

    • Promotionsfach

      Humanwissenschaften (Dr.sc.hum.)

    • Promotionszeitraum

      01.12.2022-16.03.2026

    • Universität / Fakultät

      Universitätsklinikum Regensburg / Medizin

    • Kooperationspartner / Fakultät

      OTH Regensburg / Maschinenbau

    • Labor

      Medizinprodukte (MD)

Studienfach

Promotionsfach

Promotionszeitraum

Universität / Fakultät

Kooperationspartner / Fakultät

Labor

Medizintechnik

Humanwissenschaften (Dr.sc.hum.)

01.12.2022-16.03.2026

Universitätsklinikum Regensburg / Medizin

OTH Regensburg / Maschinenbau

Medizinprodukte (MD)

    • Betreuungsperson Universitätsklinikum Regensburg

      Prof. Dr. rer. nat. Karla Lehle, Zweitgutachterin

    • Betreuungsperson OTH Regensburg

      Prof. Dr-Ing. Thomas Schratzenstaller, Erstgutachter und Betreuer

    • Titel der Dissertation

      Einfluss des Fertigungsverfahrens auf die mechanischen und biologischen Eigenschaften koronarer Stents

    • Industrieller Partner

      Firma FIT Production, Parsberg/Lupburg

    • Finanzielle Förderung

      Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Projekts „Aortic Gen-i-Stent" (Förderkennzeichen: 13GW0391A) / Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen von BayWISS

Betreuungsperson Universitätsklinikum Regensburg

Betreuungsperson OTH Regensburg

Titel der Dissertation

Industrieller Partner

Finanzielle Förderung

Prof. Dr. rer. nat. Karla Lehle, Zweitgutachterin

Prof. Dr-Ing. Thomas Schratzenstaller, Erstgutachter und Betreuer

Einfluss des Fertigungsverfahrens auf die mechanischen und biologischen Eigenschaften koronarer Stents

Firma FIT Production, Parsberg/Lupburg

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Projekts „Aortic Gen-i-Stent" (Förderkennzeichen: 13GW0391A) / Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen von BayWISS