Geförderte Lehrinnovationen
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Die Vorteile von Flipped Classroom sind hinlänglich bekannt. Es gestaltet das Lernen effektiver und nachhaltiger. Ferner bietet es die Möglichkeit die Lerngeschwindigkeit individuell anzupassen, da die Themenbereiche selbständig und im eigenen Tempo anhand der zur Verfügung gestellten Materialien erarbeitet werden können. Dies reduziert den Druck und ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Stoff.
Zu dem kann die Präsenzzeit im Unterricht wesentlich effektiver genutzt werden, um durch die Lösung von Fällen den Transfer einzuüben. Ein weiterer Vorteil des Flipped-Classroom-Ansatzes liegt in der Förderung der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Lernenden. Sie sind aktiv in ihren Lernprozess eingebunden und übernehmen Verantwortung für die Vorbereitung des Unterrichts. Dies stärkt ihre Fähigkeit zur Selbstorganisation, eine Schlüsselkompetenz für lebenslanges Lernen.
Hier liegt auch der Nachteil, da die Studenten sich häufig nicht die Zeit nehmen wollen oder können, die Themenbereich ausreichend vorzubereiten. Fehlt die Motivation oder Selbstorganisation, kann dies dazu führen, dass sie unvorbereitet in die Präsenzphase kommen, was den gesamten Lernprozess behindern kann.
Besonders jüngere oder weniger erfahrene Studenten können durch diese Eigenverantwortung des Selbststudiums überfordert sein. Ohne Unterstützung entwickeln manche Studenten keine effektiven Strategien, um mit den Inhalten umzugehen.
Daher sieht das angestrebte innovative Konzept eine Kombination aus Frontalunterricht und Flipped Classroom vor. Das nutzt das Beste aus beiden Welten. Es fördert individualisiertes Lernen und schafft Raum für Transfer und Vertiefung, ohne traditionelle Strukturen komplett aufzugeben.
Die Methode ist flexibel, da Inhalte, die durch eine individuelle Vorbereitung möglich sind, ausgelagert werden können, während zu Beginn und komplexe Rechtsthemen gezielt im Frontalunterricht eingeführt werden können. Dies ermöglicht eine gezielte Steuerung des Lernprozesses und stellt sich, dass anspruchsvolle Inhalte begleitet erarbeitet werden können.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Kombination verschiedener Lernstile. Während der Frontalunterricht einen strukturierten Input bietet, profitieren selbstständig Lernende vom Flipped-Classroom-Ansatz, der ihnen die Möglichkeit gibt, Inhalte eigenständig zu erarbeiten. Dadurch werden unterschiedliche Lerntypen angesprochen und der Unterricht insgesamt vielseitiger gestaltet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reduzierung von Überforderung. Studenten, die Schwierigkeiten mit der Eigenverantwortung oder den digitalen Tools haben, erhalten im Frontalunterricht zusätzliche Unterstützung. Dies stellt sicher, dass niemand abgehängt wird und alle Lernenden von einer ausgewogenen Mischung aus Selbststudium und geführtem Unterricht profitieren. Insgesamt schafft dieses Konzept eine lernförderliche Balance zwischen Struktur und Eigenverantwortung, die den Lernerfolg nachhaltig verbessert.
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Die Integration von Kurzvideos aus Experteninterviews in die Lehrveranstaltung "Vertriebslogistik" ist eine innovative Methode, um Praxisnähe und Anwendungsorientierung der Inhalte zu verstärken. Im Vergleich zu klassischen Lehrmethoden, wie Vorträgen oder Exkursionen, bieten diese Videos folgende Vorteile:
- Vielfalt der Perspektiven: Durch die Befragung von 3-4 Experten aus unterschiedlichen Unternehmen entstehen vielseitige und praxisrelevante Einblicke. Die Darstellung verschiedener Ansichten zu denselben Themen ermöglicht eine differenzierte Reflexion.
- Nachhaltige Ressource: Die Kurzvideos können über mehrere Jahre hinweg wiederverwendet werden, was langfristig einen hohen Mehrwert für die Lehrveranstaltung schafft.
- Flexibilität in der Nutzung: Videos können wahlweise in der Vorbereitungsphase (self-study) oder in der Präsenzveranstaltung eingesetzt werden. Insbesondere bei kontroversen oder komplexen Themen können sie als Diskussionsgrundlage dienen.
- Effizienz: Im Gegensatz zu Gastvorträgen oder Exkursionen, die organisatorisch aufwendig sind, ermöglichen die Videos eine einfache Integration von Praxiswissen in den Lehrplan.
Durch den innovativen Einsatz dieser Methode wird die Lehrveranstaltung um eine nachhaltige und flexible Komponente erweitert, die den Studierenden einen tieferen Einblick in die Praxis der Vertriebslogistik gewährt.
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Das Projekt erweitert die Lehrmethoden im Bereich Business Analytics durch die praxisnahe Integration marktführender Analytics-Tools und realitätsnahe Fallstudien. Studierende erlernen, komplexe Datenanalysen mit aktuellen Softwareprogrammen durchzuführen, praxisorientierte Lösungen abzuleiten und diese professionell vor externen Wirtschaftspartnern zu präsentieren. Die Lehrinnovation kombiniert Theorie und Praxis, stärkt selbstgesteuertes Lernen und fördert interdisziplinäre Problemlösungsansätze.
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Abstrakte Themen wie numerische Mathematik erfordern von Studierenden eine hohe Lernmotivation. Zur Steigerung der Motivation und für kontinuierliches Lern-Feedback während des Semesters wird die Adaptive Lernplattform über die ELO-Plattform der OTH Regensburg wöchentliche, vorlesungsbegleitende Aufgaben-Sets anbieten. Die theoretischen Inhalte der Vertieften Ingenieurmathematik werden somit praxisorientiert geübt, und abstrakte Konzepte an praxisnahe Beispiele angepasst. Studierende entwickeln eigene Simulationen und visualisieren ihre Ergebnisse. Sie erhalten sofortiges Feedback, das ihnen ermöglicht, je nach Erfolg in die nächste Schwierigkeitsstufe aufzusteigen oder Aufgaben bis zum Erfolg zu wiederholen. Diese adaptive Lernumgebung fördert eine frühe und individuelle Auseinandersetzung mit dem Stoff, reduziert Prüfungsangst und erleichtert die frühzeitige Identifikation von Stärken und Schwächen. Die Integration der Ergebnisse als Bonus in die Benotung motiviert, steigert die Bestehensquote und senkt die Abbruchquote. Zusätzlich stärkt das Projekt die Bindung der Studierenden an die OTH und fördert nachhaltiges Lernen.
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Das geplante Projekt hebt sich durch folgende Aspekte von bisherigen Lehransätzen ab:
- Spielbasierte Vermittlung von Reinforcement Learning (RL): Anstelle theoretischer Vorlesungen oder simplifizierter Spiele, wie sie häufig in der Literatur und Praxis vorkommen (siehe https://gymnasium.farama.org/ für typische Lehr- und Forschungsspiele), wird ein praxisorientiertes Multi-Player-Spiel entwickelt. Dieses fordert Studierende dazu heraus, kreativ zu werden, sich eingehend mit der Entwicklung komplexer RL-Algorithmen zu beschäftigen und diese in kooperativen bzw. kompetitiven Szenarien zu testen.
- Multi-Level-Spiel: Um sowohl für Anfänger- als auch Fortgeschrittenenkurse geeignet zu sein, bietet das Spiel unterschiedliche Level, so dass die Herausforderung mit dem Lernfortschritt angepasst werden kann.
- Einbindung von Multi-Agenten-Systemen: Das Spiel bietet Szenarien mit mehreren Agenten, die sowohl miteinander als auch gegeneinander interagieren. Solche komplexen Simulationen sind bisher in der Lehre selten zugänglich.
- Wettbewerb unter den Studierenden: Das Thema des Spiels, ein Raubzug, bietet die Möglichkeit, Wettbewerbe unter den Studierenden abzuhalten. Auch hier können verschiedene Lernfortschritte berücksichtigt werden: Stufe 1: Welches Team schafft es zuerst, den Schatz zu rauben, ohne erwischt zu werden. Stufe 2: Studentische Teams aus Räubern und Sicherheitsleuten spielen gegeneinander.
- Perspektivisch: Praxisrelevanz: Die Eigenentwicklung ermöglicht es, das Spiel je nach Bedarf weiterzuentwickeln. So können Szenarien geschaffen werden, die auf reale Probleme in Bereichen wie Fertigungsoptimierung oder Personalplanung in der Industrie übertragbar sind.
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Die Idee des Projekts ist es Vorlesungsexperimente zu entwickeln, die mit Hilfe einer kabellosen Mikrocontrollereinheit über einen Laptop und Projektor zusätzlich visualisiert und ausgewertet werden.
Der Mikrocontroller sitzt in einem Gehäuse mit verschiedenen Sensoren, Display und Batterie. Die Sensoren werden ausgelesen und die Sensordaten per Bluetooth an einen Laptop gesendet. Diese Daten werden im Laptop verarbeitet und anschaulich an einen Projektor gesendet und dargestellt.
Innerhalb des Projekts wird der Mikrocontroller in der Sprache C/C++ und ein Windows Programm in der Sprache Python programmiert. Zudem müssen verschiedene Sensoren eingebunden werden und mechanische Teile für Vorlesungsexperimente entwickelt werden.
Die Mikrocontrollereinheiten können mit sehr wenig Aufwand neu angeschafft, programmiert und an interessierte Lehrende der OTH Regensburg verteilt werden. Ziel soll sein, die Software so intuitiv wie möglich zu gestalten, um viele Lehrende unkompliziert in Vorlesungsversuchen zu unterstützen.
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Die Lehre an einer Hochschule wie der OTH Regensburg ist praxisorientiert und unterscheidet sich deutlich von der theoretisch geprägten universitären Ausbildung sowie von stark digitalisierten Formaten privater Hochschulen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Betreuung und Präsenzlehre, kombiniert mit wissenschaftlicher Fundierung und berufspraktischer Relevanz. Genau in diesem Feld der Kernkompetenz unserer Hochschullehre setzt das Lehrinnovationsprojekt an, um Mehrwert für die Lehre in den folgenden Dimensionen zu schaffen:
- Stärkung der studentischen Motivation in anspruchsvollen und anstrengenden Fächern durch stärker wahrgenommene Selbstwirksamkeit und Durchschlagskraft für den gemeinsamen Projekterfolg (Hintergrund: wahrgenommene Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Treiber von Motivation, wohingegen es eine große Herausforderung ist, über einen Zeitraum von 3-4 Monaten diese Motivation bei den Studierenden hochzuhalten)
- Verbessertes Erleben der analogen Gruppenarbeit, die ein großer Differenziator von klassischen zu virtuellen Hochschulen ist (Hintergrund: Ein positives Erleben von Gruppenarbeit stärkt zentrale Schlüsselkompetenzen wie Kommunikation, Teamfähigkeit und Selbstverantwortung und bereitet Studierende realitätsnah auf kooperative Arbeitsformen im Berufsleben vor)
- Optimierung kompetenzbasierter Lehr- und Prüfungsmethoden (Hintergrund: aufgrund des Umfangs werden auf den Berufsalltag vorbereitende Praxisprojekte immer in Gruppenarbeiten durchgeführt. Hierbei ist sicherzustellen, dass alle Gruppenmitglieder ihren fairen Anteil an Projektarbeit erledigen, um benotungsfähige Leistungen vorliegen zu haben)
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Das Projekt zielt darauf ab, Lehrende durch ein innovatives Trainingskonzept (Entwicklungsstufe: Prototyp) in agiler Lehre zu stärken (mögliches Produkt: Agile Facilitator/innen in der Hochschullehre). Im Fokus steht die Recherche aktueller Best-Practice-Beispiele und die Entwicklung eines praxisnahen Methodenkoffers, der Lehrenden eine Vielzahl agiler Lehrmethoden an die Hand gibt. Ergänzend können interaktive Lernnuggets für die Lernplattform Moodle (H5P) erstellt werden, die flexibel und bedarfsorientiert genutzt werden können. In einem zu entwickelnden Workshop können die Lehrenden die erarbeiteten Methoden direkt ausprobieren, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Ihre Konzepte weiterentwickeln. Das Projekt fördert somit Innovation in der HS-Lehre und motiviert (durch mögliche Partizipation bei der Anwendung) Studierende zu mehr aktiver Beteiligung am Entwicklungsprozess von neuen Lehr- und Lernangeboten. Das Trainingskonzept soll sowohl die asynchrone Wissensvermittlung der agilen Grundlagen als auch einen Kurz-Workshop umfassen. Perspektivisch kann außerdem ein kleines Praxisprojekt in das Training integriert werden.
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Unterstützt durch den "Förderpreis für Innovation und Qualität in der Lehre" wurde die Grundlagenvorlesung "Physik für EI1" auf ein neues Lehrkonzept mit Just-in-Time-Teaching (JiTT) und Peer-Instruction (PI) umgestellt. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen dieses Initialprojekts soll in diesem Projekt der Transfer in andere Physik-LVs und die Erweiterung der bereits erarbeiteten Grundlagen im Fokus stehen. Dazu soll das JiTT/PI-Konzept in der LV „Physik für EI1“ weiterverfolgt und verfeinert werden, sowie die notwendigen Materialien (Videos, Lernchecks, Konzeptfragen, usw.) weiterentwickelt werden. Auch andere Inhalte (z.B. zur Wärmelehre) sollen mit einbezogen werden. Ein zweites Ziel des Projekts ist der Transfer der Erkenntnisse zu anderen Physik-Lehrenden. Dazu sollen Infoveranstaltungen gehalten werden, ein ELO-Kursraum zum Austausch von Materialien aufgebaut werden, und Unterstützung für Lehrende angeboten werden, die das JiTT/PI-Konzept für Physik-LVs nutzen möchten.
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Dem Projekt Model-Based Teaching liegt folgender Idee zugrunde. Strömungsmaschinen sind nicht nur an sich komplexe, multiphysikalische Systeme, sondern zugleich Teil eines übergeordneter Gesamtsystems, einer Anlage. Das Zusammenspiel verschiedener Auslegungsparameter beeinflusst sowohl das Design als auch das Verständnis ihres Betriebsverhaltens – insbesondere im Kontext ihrer Einbindung in eine Gesamtanlage.
Mit „traditionellen “ Lehrmethoden ist es sehr schwer für die Studierende diese Interaktionen und Abhängigkeiten zu erfassen.
Ziel des Projekts ist es, Studierenden ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge zu ermöglichen. Dazu werden zwei Ansätze kombiniert:
- Teile des Skripts werden als interaktive Dashboards in Jupyter Notebooks umgesetzt, in denen Studierende Parameter variieren und Auswirkungen direkt beobachten können.
- In OpenModelica werden virtuelle Versuchsanlagen mit wachsender Komplexität modelliert – von der einfachen Pumpe bis zum geregelten Turbofan mit Schnittstellen zu Elektrotechnik und Mechanik. So kann Systemverhalten schrittweise erfahrbar gemacht werden.
Der Innovationsgehalt des Projekts ergibt sich durch den Einsatz modellbasierter, interaktiver Werkzeuge (Jupyter Notebook, OpenModelica). Dadurch wird ein tieferes, systemisches Verständnis gefördert, das über klassische Lehrmethoden hinausgeht.
Studierende können selbstständig Parameter verändern, Effekte analysieren und Zusammenhänge erkennen. Die Bereitstellung verschiedener virtueller Versuchsanlagen ermöglicht ein aktives, forschungsnahes Lernen, mit starkem Bezug zu realen Anwendungen.
Die Einbindung von Schnittstellen zu anderen Fachdisziplinen fördert zudem übergreifendes Verständnis.
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Das Projekt zeichnet sich zunächst durch einen hohen inhaltlichen Innovationsgrad von Marketinglehre aus, da es die Vermittlung zukunftsrelevanter Kompetenzen im Bereich des modernen, datengetriebenen Marketings in den Mittelpunkt stellt. Die Studierenden erwerben nicht nur fundiertes Wissen über aktuelle und zukunftsrelevante Marketingtechnologien, sondern entwickeln gleichzeitig ein tiefes anwendungsorientiertes Verständnis für datenbasierte Entscheidungsprozesse, Zielgruppenanalyse und personalisierte Kampagnensteuerung – zentrale Fähigkeiten von Marketingexperten.
Die Lehrmethodik bricht bewusst mit klassischen, frontalen Unterrichtsformaten. Stattdessen verbindet das Konzept unterschiedliche didaktische Ansätze zu einem praxisorientierten Gesamterlebnis: interaktive Workshops in Kollaboration mit Unternehmensexperten zur Vertiefung methodischer und technologischer Kompetenzen, kontinuierliche Projektarbeit in Teams mit realem Business-Input sowie teamasiertes Coaching zur gezielten Unterstützung der Studierenden.
Ein besonderes Merkmal ist die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern aus der Wirtschaft, die den Studierenden nicht nur reale Anwendungsfälle und aktuelle Herausforderungen zur Verfügung stellen, sondern auch wertvolle Einblicke in unternehmerische Entscheidungsprozesse geben.
Darüber hinaus wird durch die Öffnung des Kurses für ausgewählte Studierende der Fakultät IM (aktueller Planungsstand: ab WiSe 26/27) ein interdisziplinärer Austausch gefördert, der unterschiedliche fachliche Perspektiven in die Projektarbeit integriert.
Die kontinuierliche Erbringung der Prüfungsleistung während des gesamten Projektverlaufs fördert eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Inhalten und Methoden. So erwerben die Studierenden neben methodischen und technologischen auch unmittelbar berufspraktische Fähigkeiten und entwickeln ein realistisches, differenziertes Verständnis moderner Berufsbilder im datengetriebenen Marketing.
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Ausgangslage und Problemstellung Die aktuelle Lehrsituation ist durch eine Heterogenität der studentischen Vorkenntnisse geprägt. Klassische Lehrformate führen dazu, dass ein Teil der Studierenden aufgrund fehlender Grundlagen den Anschluss verliert, während andere durch Redundanzen unterfordert sind. Parallel dazu hat die Verfügbarkeit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) das herkömmliche wissenschaftliche Arbeiten grundlegend verändert. Die bloße Vermittlung von Fachwissen zum wissenschaftlichen Arbeiten reicht nicht mehr aus, da die Validierung und Einordnung KIgenerierter Inhalte zur neuen Kernkompetenz wird. Bisherige Konzepte bilden diese veränderten Rahmenbedingungen nur unzureichend ab.
Innovationskern: Individualisierung und KI-Kompetenz Das Projekt ersetzt das "One-size-fits-all"-Prinzip der herkömmlichen Lehre durch zwei zentrale Innovationspfeiler:
- Implementierung adaptiver Lernpfade: Durch den Einsatz von verschiedenen Lernangeboten wird das Lehrmaterial modularisiert. Basierend auf einem initialen Self-Assessment steuert das System die Studierenden durch unterschiedliche Komplexitätsstufen. Wer Grundlagen benötigt, erhält zusätzliche Vertiefungseinheiten. Fortgeschrittene bearbeiten direkt weiterführende Aufgaben. Dies ermöglicht eine Differenzierung, die in der Lehre bisher kaum umgesetzt wurde.
- Integrative KI-Didaktik: KI wird als Werkzeug in den Forschungsprozess integriert. Studierende nutzen ausgewählte KI-Tools explizit zur Literaturrecherche oder Strukturierung, müssen jedoch die Quellenarbeit und die kritische Reflexion der Ergebnisse (Prompt-Engineering und Output-Validierung) als Teil der Prüfungsleistung dokumentieren. Die didaktische Umsetzung erfolgt in engem Bezug zur hochschuleigenen KIRichtlinie. Durch die Nutzung hochschulinterner Vorgaben / Infrastruktur wird die datenschutzkonforme und rechtssichere Einbindung der KI-Tools gewährleistet, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen an wissenschaftliche Redlichkeit im Bereich der Sozial- und Gesundheitswissenschaften.
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Ziel des Lehrinnovationsprojekts (LIF) ist die fakultätsweite Übertragung, Evaluation und Verstetigung eines erprobten, kompetenzorientierten Lehrkonzepts aus der Lehrinnovationsprofessur (LIP) Vernetzte Praktische Kompetenzen. Das Konzept verknüpft Vorlesungsinhalte mit systematisch gestuften, eigenständig zu bearbeitenden Praxisaufgaben und schafft nachweisbare Kompetenzzuwächse in Mess- und Schaltungstechnik sowie vertiefte Signalanalyse. Im LIF werden im Zuge der Internationalisierung englischsprachige, studiengangsspezifische Varianten für den neuen Studiengang International Electrical Engineering (Start: WiSe25/26) erstellt und für die Studiengangswerbung nutzbar gemacht.
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Digitale Prüfungen sind eine Prüfungsform, die es Studierenden ermöglicht, die zu lösenden Aufgaben am Computer zu bearbeiten oder den Computer als Hilfsmittel zu nutzen. Dabei ist es wichtig, dass auf den Computer alle benötigte Software und Daten vorhanden sind und der Zugriff auf nicht erlaubte Dienste wie ChatGPT einschränkt wird. Der Ansatz, der im Rahmen dieses Projekts verfolgt wird, löst diese Probleme, indem Studierende ihren eigenen Laptop oder einen CIP-Pool-Rechner von einem USB-Stick starten, welcher zu Beginn der Prüfung verteilt wird. Auf diesem ist ein Linux-Betriebssystem mit allen benötigten Programmen vorhanden und der Internetzugriff ist komplett deaktiviert. Die Sticks werden nach der Prüfung eingesammelt und die darauf befindlichen Abgaben mit einer speziellen Software namens stiXam ausgelesen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wird.
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Das Projekt VIRKO verfolgt das Ziel, immersive Lernräume mit Virtual Reality und 360°-Videos didaktisch fundiert zu entwickeln, zu erproben und nachhaltig in die Pflegebildung zu integrieren. Im Zentrum steht die Förderung komplexer Handlungskompetenzen in realitätsnahen, sicheren und reflexiven Lernsettings, die über rein wissensbasierte Lehr- und Prüfungsformate hinausgehen. Zugleich soll ein systematischer Kompetenzaufbau bei Lehrenden erfolgen, damit immersive Lehr-/Lernsettings nicht nur eingesetzt, sondern perspektivisch auch eigenständig weiterentwickelt werden können. Dieses Ziel entspricht der im Antrag beschriebenen Verbindung von Forschung, Lehre, Technologieentwicklung und Lehrendenqualifizierung.
Die Projektlogik ist auf einen klaren Entwicklungs- und Transferpfad ausgerichtet. Ausgangspunkt ist die systematische Überführung vorhandener VR-/360°-Erfahrungen und Best-Practice-Anwendungen aus dem Vorgängerprojekt VReduMED in ein didaktisch tragfähiges Konzept für die Pflegelehre. Auf dieser Grundlage werden geeignete pflegespezifische Szenarien ausgewählt, mediendidaktisch ausgestaltet und technisch umgesetzt. Parallel dazu wird ein strukturiertes Schulungs- und Qualifizierungskonzept für Lehrende entwickelt, das technische Einweisung, mediendidaktische Kompetenzentwicklung, methodische Einsatzszenarien sowie evaluative Fragestellungen systematisch zusammenführt. Ein zentrales Ziel besteht darin, Lehrende zu befähigen, selbst niederschwellig immersive Lehr-/Lerninhalte zu erstellen, insbesondere durch die Entwicklung und Nutzung von 360°-Anwendungen. Anschließend werden die entwickelten Szenarien pilotiert, optimiert und in reguläre Lehrveranstaltungen integriert. Eine begleitende Mixed-Methods-Evaluation prüft Lernwirksamkeit, Akzeptanz, Nutzerführung, kognitive Belastung und Implementierungsbedingungen. Abschließend werden die Ergebnisse über hochschulische Unterstützungsstrukturen, Netzwerkformate und technische Anschlusslösungen nachhaltig verstetigt.
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Das geplante Lehrinnovationsprojekt zielt darauf ab, eine studierendengetriebene Online-Aufgabenplattform für den Bereich Technische Mechanik aufzubauen. Kernidee ist die aktive Einbindung der Lernenden in die Erstellung, Bearbeitung und Bewertung von Übungsaufgaben, um selbstständiges Problemlösen zu fördern und ein nachhaltiges, qualitätsgesichertes Aufgabennetzwerk zu schaffen.
Durch die Kombination aus studentischer Aufgabenproduktion, Peer-Reviews und adaptiven Gamification-Mechanismen entsteht ein neues Lernsetting. Die Bewertung nach Schwierigkeit und Erkenntnisgewinn erlaubt eine gezielte Qualitätssteuerung; daraus resultiert ein dauerhaft verfügbares, von Studierenden kuratierter Fragenkatalog, der Motivation, Eigenverantwortung und fachliches Verständnis stärkt.
Fördermittel
Das Lehrinnovationsprogramm der OTH Regensburg wird im Rahmen des Projekts ZAP.OTHR durch das BMFTR gefördert.