Der Campus der OTH Regensburg bietet mit seinen Grünflächen und Biotopen vielfältige Lebensräume und trägt zu einer hohen Aufenthaltsqualität bei. Mit zusätzlichen Maßnahmen zum Vogelschutz sorgt die Hochschule nun dafür, dass Mensch und Natur auf dem Campus noch besser miteinander in Einklang gebracht werden.
Anlass für die erneute Auszeichnung durch den LBV sind weitere vogelsichere Glasflächen an den Glastrakten von Mensa und Maschinenbau. Spezielle Muster auf den Glasflächen machen die ansonsten schwer erkennbaren Hindernisse für Vögel sichtbar und verhindern so Kollisionen. Wie wichtig solche Maßnahmen sind, verdeutlichte Dr. Peter Stimmler, Projektmanager des Projekts Vogelschlag beim LBV. Glasflächen stellen für Vögel ein großes Risiko dar. Gleichzeitig nehme der Glasanteil moderner Gebäude stetig zu. Umso wichtiger sei es, das Thema bereits bei Planung, Bau und Sanierung mitzudenken. Große Wirkung lasse sich dabei oft mit vergleichsweise einfachen Mitteln erzielen.
OTH Regensburg übernimmt ökologische Verantwortung
„Vogelschutz ist für uns kein Einzelprojekt, sondern Teil eines umfassenden Nachhaltigkeitsverständnisses. Mit konkreten Maßnahmen auf dem Campus zeigen wir, dass ökologische Verantwortung und eine moderne Hochschulentwicklung Hand in Hand gehen“, sagt Prof. Dr. Christoph Skornia, Vizepräsident für Nachhaltigkeit. Der Schutz der biologischen Vielfalt sei ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule. Diese werde kontinuierlich weiterentwickelt und mit konkreten Projekten auf dem Campus umgesetzt.
Utto Spielbauer, Kanzler der OTH Regensburg, würdigte das Engagement aller Beteiligten und dankte insbesondere denjenigen, die das Thema über viele Jahre vorangetrieben haben. Ein besonderer Dank galt dabei Petra Faldum, Sicherheitsingenieurin der OTH Regensburg, die das Thema Vogelschutz seit Langem begleitet und wichtige Impulse für dessen Umsetzung gegeben hat. Ebenso dankte die Hochschulleitung Lenz Franzke, Leiter des Green Office, dem Staatlichen Bauamt Regensburg, vertreten durch Stefan Krabatsch und Elke von Markreither sowie allen weiteren Beteiligten.
Vogelschlag lässt sich deutlich reduzieren
Die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen wird durch die Ergebnisse eines mehr als einjährigen Monitorings bestätigt, wie Petra Faldum verdeutlichte. Im Rahmen des LBV-Projekts „Vogelschlag an Glasfassaden“ monitorte eine ehrenamtliche Expertin die Glasflächen am Campus. Dabei zeigte sich, dass spezielle Glasstrukturen und Vogelschutzfolien mit zertifizierten Mustern die Zahl der Vogelkollisionen erheblich verringern. Studien belegen eine Reduzierung des Kollisionsrisikos um über 90 Prozent – ein Wert, der sich auch bei den Untersuchungen am Campus widerspiegelte.
Petra Faldum betonte, dass der Vogelschutz an Glasflächen zu den wirksamsten Artenschutzmaßnahmen überhaupt zählt. Die Maßnahmen seien schnell umsetzbar, zeigten unmittelbar Wirkung und reduzieren Vogelkollisionen erheblich. Der vergleichsweise geringe Aufwand stehe dabei in einem besonders günstigen Verhältnis zum erzielten Nutzen für den Artenschutz.
Die Auszeichnung des LBV macht nun zudem den Erfolg der Maßnahmen sichtbar. Eine Plakette mit QR-Code informiert Interessierte direkt vor Ort über das Projekt und die Bedeutung vogelsicherer Glasflächen. Über den zugehörigen QR-Code können sich Interessierte näher über das Projekt Vogelschlag, das über den Bayerischen Naturschutzfond finanziert wird, informieren. Die Internetadresse lautet www.lbv.de/vogelschlag.
Für die OTH Regensburg ist die Auszeichnung zugleich Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und Nachhaltigkeit in all ihren Facetten auf dem Campus erlebbar zu machen.