Auf Initiative von Dr. Christian Broser, Leiter des IT-Zentrums, wurde die Ausbildung damals ins Leben gerufen. Als Ausbildungsleiter begleitet Wolfgang Moosbauer die praktische Umsetzung im IT-Zentrum. „Wir wollten jungen Menschen die Möglichkeit geben, die vielfältigen Aufgaben einer modernen Hochschul-IT praxisnah kennenzulernen“, erklärt Dr. Broser. Gleichzeitig soll die Ausbildung dazu beitragen, qualifizierte IT-Fachkräfte langfristig für das eigene Haus zu gewinnen.
Arbeiten an echten Systemen statt reiner Übungen
Kilian Kragler entschied sich nach seinem FOS-Abschluss bewusst für den praktischen Einstieg an der OTH Regensburg. Für ihn war dabei vor allem eines wichtig: „Mitunter das Beste war, dass meine Arbeit hier mehr als eine Übung war, die danach wieder gelöscht wurde. Das, was ich gemacht habe, hatte einen langfristigen Nutzen – auch für andere.“
Zu seinen Aufgaben gehörte zunächst vor allem, gewachsene IT-Strukturen zu erfassen und zu dokumentieren. Dafür analysierte er bestehende Systeme, arbeitete ihre Zusammenhänge heraus und stellte sie grafisch dar. „Das Schwierigste war am Anfang, die Zusammenhänge zu verstehen. Manchmal holt sich ein System Daten aus einem anderen, und man weiß zunächst gar nicht, dass diese Verbindung besteht. Aber genau das muss man verstehen, um später nachvollziehen zu können, wo ein Problem entsteht und wo man nach der Ursache suchen muss.“
Ebenso viel Spaß machte ihm das Aufsetzen komplett neuer Systeme. So richtete er unter anderem Datenbanksysteme für Labore ein, die heute im laufenden Betrieb genutzt werden. Auch bei digitalen Prüfungen arbeitete Kragler mit: Im zentralen Prüfungssystem der OTH Regensburg konfigurierte er Prüfungen für Professorinnen und Professoren, sodass Studierende ihre Aufgaben am Computer bearbeiten konnten.
Vom Auszubildenden zum eigenen Projekt
Zum Ende seiner Ausbildung übernahm Kragler ein eigenes Abschlussprojekt. Dabei ersetzte er ein System zur Analyse des Netzwerkverkehrs durch eine moderne, virtualisierte Lösung. Zunächst klärte er, welche technischen Anforderungen die neue Lösung erfüllen musste. Anschließend beschaffte er einen passenden Server, nahm ihn in Betrieb und richtete darauf die neue Lösung ein. Mit dem neuen System kann das IT-Zentrum den Netzwerkverkehr analysieren und Auffälligkeiten gezielt untersuchen.
Direkte Übernahme und paralleles Studium
„Die Ausbildung im IT-Zentrum ist besonders abwechslungsreich, weil unsere Auszubildenden mit vielen unterschiedlichen Aufgaben und Technologien zu tun haben“, erklärt Dr. Broser. „Unsere Auszubildenden arbeiten mit einer heterogenen Nutzergruppe aus Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Verwaltungsmitarbeitenden zusammen und können schon während der Ausbildung Verantwortung für eigene Aufgaben und Projekte übernehmen.“
Auch künftig will das IT-Zentrum eigene IT-Fachkräfte ausbilden. Mit Lukas Reichl und Jakob Wallner gibt es bereits zwei weitere Auszubildende zum Fachinformatiker für Systemintegration im IT-Zentrum der OTH Regensburg. Geplant ist, weiterhin jedes Jahr einen Ausbildungsplatz anzubieten.