Keynote, Austausch und Good Practice
Nach der Eröffnung durch Vertreterinnen und Vertreter beider Hochschulen blickte Daniel Al-Kabbani auf zehn Jahre Tag der digitalen Lehre zurück. Dabei wurde deutlich, wie dynamisch sich digitale Lehr- und Lernformen in den vergangenen Jahren entwickelt haben und welchen Stellenwert sie mittlerweile im Hochschulalltag einnehmen.
Den inhaltlichen Höhepunkt des Vormittags bildete die Keynote von Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs der RPTU Kaiserslautern-Landau. Unter dem Titel „Jetzt aber wirklich. Vom Hype zum produktiven Déjà-vu“ ordnete sie aktuelle Debatten rund um Künstliche Intelligenz in den Kontext früherer Digitalisierungsentwicklungen wie Flipped Classroom, MOOCs oder die durch die Pandemie beschleunigte digitale Lehre ein. Dabei zeigte sie sowohl wiederkehrende Erwartungen als auch tatsächliche Veränderungen auf und machte deutlich, dass insbesondere die Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen neue Herausforderungen für die Hochschullehre mit sich bringt.
Im anschließenden Posterwalk präsentierten Lehrende und Mitarbeitende zahlreiche Good Practices aus unterschiedlichen Disziplinen und Institutionen. Die Beiträge waren in vier thematische Tracks gegliedert: „Hybride & innovative Lernräume“, „KI-gestützte Lehr- und Lernformate“, „Institutionelle Strategie & Werkzeuge“ sowie „Lehrerbildung“. Vorgestellt wurden unter anderem Konzepte für hybride Lernumgebungen, Virtual-Reality-Anwendungen, KI-basierte Lernplattformen, digitale Prüfungs- und Feedbackformate, innovative Seminar- und Lehrkonzepte sowie Praxisbeispiele aus der Lehrkräftebildung.
Begleitend konnte man sich auf der Infomeile mit Hands-On-Area inspirieren lassen, verschiedene digitale Werkzeuge, Projekte und Unterstützungsangebote auszuprobieren. Die Informationsstände und Mitmachangebote boten zahlreiche praxisnahe Einblicke in aktuelle Entwicklungen der digitalen Lehre.
Praxisorientierte Workshops am Nachmittag
Am Nachmittag standen vier Workshops zur Auswahl, die unterschiedliche Facetten digitaler Hochschullehre vertieften.
Im Workshop „Barrieren abbauen, Teilhabe gestalten – digitale Lehre von Anfang an barrierefrei denken“ setzten sich die Teilnehmenden mit der inklusiven Gestaltung digitaler Lehrangebote auseinander. Neben rechtlichen und technischen Grundlagen standen konkrete Strategien zur barrierefreien Gestaltung von Lehrmaterialien im Mittelpunkt.
Der Workshop „Zwischen Seminarraum und Instagram: Soziale Medien in der Hochschullehre“ beleuchtete die Möglichkeiten sozialer Medien für Lehre, Wissenschaftskommunikation und die Ansprache von Studierenden.
Im Workshop „Wer steuert hier wen? Wie Lehrende den Umgang mit KI bewusst gestalten können“ wurden Fragen der verantwortungsvollen KI-Nutzung, des Datenschutzes und der digitalen Souveränität diskutiert. Gemeinsam wurden Wege erarbeitet, wie Lehrende klare Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI in ihren Lehrveranstaltungen schaffen können.
Der Workshop „Effektiv mit KI lernen (lassen)“ richtete den Blick auf die Perspektive der Lernenden. Die Teilnehmenden erprobten verschiedene KI-Lernassistenten und reflektierten, wie KI-Lernprozesse unterstützen kann und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit nachhaltiges Lernen gelingt.
Fazit
Als humoristischen Abschluss des Jubiläumstags gestaltete Daniel Al-Kabbani eine unterhaltsame Zusammenfassung, die zentrale Themen und besondere Momente der Veranstaltung auf unterhaltsame Weise aufgriff.
Der 10. Tag der digitalen Lehre zeigte einmal mehr, wie vielfältig und dynamisch die digitale Transformation der Hochschullehre gestaltet wird. Die Veranstaltung bot zahlreiche Anregungen, förderte den hochschulübergreifenden Austausch und machte deutlich, dass innovative Lehrkonzepte, digitale Werkzeuge und der reflektierte Umgang mit neuen Technologien entscheidende Bausteine einer zukunftsorientierten Hochschullehre sind.
Hier können sie das Eventvideo desTags der digitalen Lehre ansehen.