Die „Haltestelle Zukunft“ am Regensburger Fischmarkt schafft seit einigen Wochen einen besonderen Ort für Begegnung und Austausch. Das Projekt der Kreativbehörde der Stadt Regensburg nutzt die derzeit gesperrte Keplerstraße als öffentlichen Raum für Diskussionen über die Zukunft der Stadt. Bürgerinnen und Bürger, Politik, Verwaltung und verschiedene gesellschaftliche Akteure kommen hier miteinander ins Gespräch. Mit insgesamt drei Veranstaltungen beteiligt sich auch die OTH Regensburg an diesem Dialog.
Strafmündigkeit von Kindern: Eine kontroverse Debatte
Den Auftakt für die OTH Regensburg machte am 30. September die Veranstaltung „Härtere Strafen oder bessere Wege? Zur Strafmündigkeit von Kindern“. Prof. Dr. Markus Enser von der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg erläuterte in einem Impulsvortrag die Grundlagen des Jugendstrafrechts und erklärte verständlich, ab wann Kinder und Jugendliche strafrechtlich verantwortlich sind.
Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion stand die Frage, ob die Strafmündigkeit herabgesetzt werden sollte. Die Teilnehmenden diskutierten kontrovers über das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Konsequenzen für junge Straftäterinnen und Straftäter und der Frage, wie Straftaten durch Prävention möglichst verhindert werden können. Dabei wurde auch erörtert, ob eine Absenkung der Strafmündigkeit tatsächlich zu weniger Straftaten führen würde und welche Folgen ein solcher Schritt für junge Menschen und die Gesellschaft insgesamt hätte.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass es auf komplexe gesellschaftliche Fragen keine einfachen Antworten gibt. Vielmehr braucht es die Auseinandersetzung mit rechtlichen, sozialen und pädagogischen Perspektiven.
KI und Cybersicherheit: Herausforderungen der digitalen Zukunft
Am vergangenen Freitag, am 9. Oktober widmete sich die OTH Regensburg mit einem weiteren Beitrag einem ganz anderen Zukunftsthema. Unter dem Titel „KI, Cyberangriffe und digitale Souveränität: Sind wir vorbereitet?“ diskutierte Prof. Dr. Christoph Skornia, Vizepräsident der OTH Regensburg für IT-Sicherheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sowie MINT-Förderung, mit dem Publikum über die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation.
Digitale Technologien prägen heute nahezu alle Lebensbereiche. Gleichzeitig nehmen Cyberangriffe auf Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zu, während Künstliche Intelligenz unsere Arbeits- und Lebenswelten grundlegend verändert. Darin waren sich die Teilnehmenden der Diskussion einig. Vor diesem Hintergrund wurde darüber diskutiert, welche Voraussetzungen notwendig sind, um die digitale Zukunft sicher und selbstbestimmt zu gestalten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die Gesellschaft den Spagat schaffen kann, technologisch wettbewerbsfähig zu bleiben und Innovationen nicht auszubremsen, gleichzeitig aber durch geeignete regulatorische Rahmenbedingungen Risiken zu begrenzen. Ziel müsse es sein, den gesamtgesellschaftlichen Nutzen neuer Technologien in den Vordergrund zu stellen und möglichen negativen Folgen frühzeitig entgegenzuwirken.
Die OTH Regensburg im Dialog mit der Gesellschaft
Die beiden Veranstaltungen zeigten, wie unterschiedlich die Herausforderungen der Zukunft sein können. Mit ihren Beiträgen brachte die OTH Regensburg wissenschaftliche Perspektiven in aktuelle gesellschaftliche Debatten ein und förderte den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Die Beteiligung der OTH Regensburg an der „Haltestelle Zukunft“ geht weiter: Am Dienstag, 20. Oktober 2026, lädt Prof. Dr. Kriza zum Philosophischen Café ein. Das beliebte Format bietet Raum für gemeinsames Denken, offene Fragen und anregende Diskussionen.