Förderung

Internationale Studierende erleben Studium und Campusleben dank Stiftungsförderung

Seit 25 Jahren fördert die Stiftung der OTH Regensburg Studierende mit Preisen für herausragende Leistungen und Stipendien für internationale Talente. Viele von ihnen finden hier neben akademische Chancen, auch einen neuen Alltag.

Seit dem Jahr 2000 würdigt die Stiftung zur Förderung der OTH Regensburg herausragende Leistungen von Studierenden – sowohl im akademischen als auch im sozialen Bereich. Ein Höhepunkt ist jedes Jahr der Abend der Auszeichnungen: Im November 2025 wurden drei Studierende für ihre Abschlussarbeiten mit hoch dotierten Preisen geehrt. Gleichzeitig engagiert sich die Stiftung stark für die Internationalisierung: Sie unterstützt Auslandsaufenthalte unserer Studierenden und vergibt Stipendien an Studierende internationaler Partnerhochschulen.

Seit dem Wintersemester 2000/2001 haben sich fast 400 internationale Studierende um eine Förderung beworben, mehr als die Hälfte von ihnen konnte ein Austauschsemester an der OTH Regensburg absolvieren. Viele sammelten zusätzlich praktische Erfahrungen bei Stiftern und Zustiftern der Stiftung, häufig bei namhaften Unternehmen aus der Region Regensburg. Zugleich bereichern die Stipendiatinnen und Stipendiaten das Campusleben mit ihren internationalen Perspektiven und kulturellen Beiträge.

Studierende aus der Ukraine gefördert

Ein besonderer Fokus liegt seit der Gründung auf der Zusammenarbeit mit Hochschulen in Mittel- und Osteuropa. In den vergangenen Jahren wurden – auch vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine – verstärkt Studierende der dortigen Partnerhochschulen gefördert. Für viele von ihnen wäre ein Studienaufenthalt in Deutschland ohne diese Unterstützung nicht möglich.

Ein Beispiel ist Mykhaylo Bogomaz, der im Sommersemester 2025 an der Hochschule studierte. Für ihn war es das erste Mal seit der 9. Klasse, regelmäßig mit anderen Studierenden in einem Raum zu lernen. „Erst kam Corona, dann der Krieg“, erzählt er. Sein Studium findet größtenteils digital statt; nur einmal im Monat trifft sich seine Kohorte für wenige Tage zum Präsenzunterricht. Die Zeit an der OTH Regensburg, ermöglicht durch das Stipendium, bot ihm erstmals wieder einen „normalen Studienalltag“.

In nur zwei Semestern viel Selbstvertrauen gewonnen

Die meisten Stipendiatinnen und Stipendiaten reisen direkt aus der Ukraine an – so auch Oleksandr Kiselov, der im Wintersemester 2024/25 an die Hochschule kam. Seine Anreise war unsicher: Erst kurz vor seiner geplanten Abreise durften männliche Studierende das Land wieder verlassen. Bei der ersten Begegnung wirkte er noch sehr zurückhaltend. Im Online-Interview zeigte sich jedoch ein junger Mann, der spürbar an Selbstvertrauen gewonnen hat. Besonders die organisierten Freizeitangebote hätten ihm einen geschützten Raum gegeben, Neues auszuprobieren und Kontakte zu knüpfen.

Auch akademisch hat er neue Wege eingeschlagen – obwohl ihm Sprachen nicht liegen hat er hier angefangen Deutsch zu lernen und übt nach seiner Rückkehr in die Ukraine mit einem Tutor weiter. Den Kurs „Image Processing“ hat er aus Begeisterung für Prof. Riccio belegt, und aus Spaß. Diese Offenheit lebt er nun auch in seiner Heimat weiter, in die er nach zwei Semestern wieder zurückkehrte. Für ihn war die größte Erfahrung, alles zu probieren, ohne Angst zu haben, wie er sagt.

Anna Bondarenko bleibt der Region als Fachkraft erhalten

Manche Stipendiatinnen und Stipendiaten entscheiden sich jedoch, in Regensburg zu bleiben. Ein Beispiel ist Anna Bondarenko, die 2023 an die Hochschule kam. Kurz nach ihrer Ankunft bewarb sie sich erfolgreich zunächst als Praktikantin, später als Werkstudentin bei der Maschinenfabrik Rheinhausen und finanzierte so ihren weiteren Aufenthalt. Parallel belegte sie Kurse an der Hochschule, Deutschkurse und Veranstaltungen an ihrer Heimatuniversität – im Durchschnitt zwölf pro Semester. Zusätzlich engagierte sie sich im Projekt EXIST Women des Start-up Centers und entwickelte eine Kommunikations-App mit besonderem Fokus auf Sicherheit für eine militärische Anwendung. Nach ihrem Abschluss beginnt sie nun eine Stelle in München – ein Erfolg, den sie sich nach rund 150 Bewerbungen und 55 Vorstellungsgesprächen hart erarbeitet hat.

Auch viele andere Stipendiatinnen und Stipendiaten berichten von prägenden Erfahrungen: Tetiana ist stolz darauf, nach einem Semester bereits genug Deutsch für den Alltag zu sprechen. Andreii schätzt besonders, hier gelernt zu haben, selbstständig zu leben. Kateryna hebt hervor, wie sehr sie fachlich von den Kursen und Einführung in neue Tools profitiert hat. Für einige von ihnen führte der Weg anschließend zurück in die Ukraine – ihre Heimat, wie sie betonen.

Andere bleiben wegen der besonderen Umstände länger in Deutschland. Für sie ist die Förderung durch die Stiftung eine wichtige Chance, sich hier einzuleben und ihr Studium fortzusetzen. Viele geben ihre Erfahrungen weiter, etwa als Buddys für neue Austauschstudierende, und tragen so zu internationalen Begegnungen, neuen Perspektiven und nachhaltigen Freundschaften bei.

Tetiana Dziabko und Kateryna Pavlichenko zusammen mit anderen Austauschstudierenden beim Christmas Dinner. Foto: Julia Greil
Anna Bondarenko auf den Stufen der Walhalla bei einem Ausflug - sie bleibt nach ihrem Studium Deutschland und hat in München eine Arbeit gefunden. Foto: Anna Bondarenko
Anna Bondarenko (2. von links) nahm am Female-Founders-Programm der OTH Regensburg teil und entwickelte eine App. Foto: Teresa Bodensteiner
Mykhayl Bogomaz mit den Austauschstudierenden aus seinem Semester. Foto: Elnaz Azizi
Oleksandr Kiselov uf Entdeckungstour durch Bayern. Foto: Sofiia Kharyton
Oleksandr Kiselov trotzt mit Austauschstudierenden bei der City Rallye Regensburg dem Regen. Foto: Yolanda Humphreys