Bildband Prüfening

Ein Hochschulstandort als Gesamtkunstwerk

Der neue Bildband „Licht.Wissen.Kunst. Ehemaliges Polytechnikum Regensburg“ zeigt den Standort Prüfening der OTH Regensburg aus ungewohnten Perspektiven. Fotograf Stefan Hanke und Autor Stefan Krabatsch widmen sich darin der Architektur, Kunst und Geschichte des denkmalgeschützten Ensembles.

Am 4. November wurde das im Verlag Friedrich Pustet erschienene Werk im Foyer des denkmalgeschützten Präsidententrakts der OTH Regensburg vorgestellt. Rund 90 Gäste aus Politik, Hochschule, Kultur und Stadtgesellschaft waren der Einladung gefolgt. Für die musikalische Umrahmung sorgten Dr. Johannes Buhl am Klavier und Sebastian Burzer am Saxofon mit Stücken, die den Geist der Entstehungszeit des Gebäudes aufgriffen.

„Wer sich hier umsieht, versteht sofort, was diesen Ort so besonders macht“, sagte Prof. Dr. Ralph Schneider, Präsident der OTH Regensburg, in seinem Grußwort. Architektur, Kunst und Bildung gingen an diesem Standort seit Jahrzehnten eine besondere Verbindung ein. Der Titel des Bildbands bringe dies treffend zum Ausdruck: „Stefan Hankes Fotografien lassen uns einen vertrauten Ort in neuem Licht sehen. Sie zeigen einen Ort des Wissens und zugleich ein Gesamtkunstwerk, in dem selbst diejenigen Neues entdecken können, die täglich hier ein- und ausgehen.“

Einer der bedeutendsten Bauten der Regensburger Nachkriegsmoderne

Das ehemalige Polytechnikum in der Prüfeninger Straße im Stadtwesten gehört zu den bedeutendsten Bauten der Regensburger Nachkriegsmoderne. Das heute zur OTH Regensburg gehörende Ensemble spiegelt die Entwicklung von der Bauschule über das Polytechnikum und die Fachhochschule bis zur heutigen Hochschule wider. Charakteristische Elemente wie die markante Spiraltreppe von Hans Wenz, die transparenten und lichtdurchfluteten Erweiterungsbauten von Hans Beckers oder die Kunst-am-Bau-Arbeiten von Jo Lindinger, Blasius Spreng und Willi Ulfig prägen den Standort bis heute. Seit 2018 steht das Ensemble unter Denkmalschutz.

Für den Regensburger Fotografen Stefan Hanke war das Projekt eine langjährige Entdeckungsreise. Bereits 2016 betrat er das Gebäude erstmals, einige Jahre später begann die intensive fotografische Arbeit. Über sieben Jahre hinweg entstand ein Bildband, der bekannte Räume ebenso in den Blick nimmt wie verborgene Winkel, Materialien und Gestaltungselemente. Hanke richtet seine Kamera dabei nicht nur auf die großen architektonischen Linien, sondern auch auf Details, die im Hochschulalltag leicht übersehen werden: auf kunstvoll gestaltete Metallarbeiten am Präsidenteneingang, die ikonische Uhr über dem Haupteingang, Terrazzoböden, Fenstergriffe oder Wandmalereien, die von der Antike bis zur Moderne und vom studentischen Leben bis zu idyllischen Naturszenen erzählen.

Einen übersehenen Schatz der Stadt sichtbar machen

„Nicht ich finde die Projekte, die Projekte finden mich“, sagte Hanke bei der Buchpräsentation über die Entstehungsgeschichte des Werkes. Die Faszination für das Ensemble sei vor allem durch die Begegnung mit dessen Architektur und Kunstwerken gewachsen. Der Kulturpreisträger der Stadt Regensburg versteht das Buch als Beitrag dazu, einen oft übersehenen Schatz der Stadt sichtbar zu machen.

Ergänzt werden die Fotografien durch die Texte des Architekten Stefan Krabatsch. Als stellvertretender Bereichsleiter Hochschulbau am Staatlichen Bauamt Regensburg und Lehrbeauftragter an der Fakultät Architektur der OTH Regensburg kennt er den Standort seit vielen Jahren. In seinem Beitrag zeichnet er die Bau- und Nutzungsgeschichte des Ensembles nach und lenkt den Blick auf dessen architektonische Besonderheiten. Bei der Buchvorstellung bezeichnete er das ehemalige Polytechnikum als „Gesamtkunstwerk aus Modernität und Leichtigkeit“. Viele Absolventinnen und Absolventen verbänden mit dem Standort prägende Erinnerungen an ihr Studium und einen besonderen Geist des Austauschs und der Gemeinschaft.

Feines Gespür für Details und Stimmungen

Auch Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger würdigte das Werk. Hanke habe mit feinem Gespür für Details und Stimmungen ein weiteres Stück Regensburger Geschichte sichtbar gemacht. Der Bildband eröffne neue Perspektiven auf einen Ort, der vielen vertraut erscheine und dessen Qualitäten gerade im Alltag leicht übersehen würden.

Für Verleger Fritz Pustet besitzt das Buch ebenfalls eine besondere Bedeutung. Das ehemalige Polytechnikum gehöre zu den herausragenden Beispielen qualitätvoller Architektur der 1950er Jahre in Regensburg und verdiene eine entsprechende Würdigung. Mit Gestaltung, Herstellung und Ausstattung sei ein Band entstanden, der seinem Gegenstand auch handwerklich gerecht werde.

Für die OTH Regensburg dokumentiert „Licht.Wissen.Kunst“ weit mehr als die Geschichte eines Hochschulstandorts. Der Bildband macht sichtbar, wie Architektur, Kunst und Bildungskultur über Jahrzehnte hinweg einen Ort prägen können. Er lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und einen der bedeutenden Bauten der Regensburger Nachkriegsmoderne mit anderen Augen zu sehen.

Licht.Wissen.Kunst. Ehemaliges Polytechnikum Regensburg

Fotografien: Stefan Hanke
Texte: Stefan Krabatsch und Stefan Hanke
224 Seiten, durchgehend farbig bebildert
39 Euro
Verlag Friedrich Pustet

Verleger Fritz Pustet (von links), Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger, Fotograf und Autor Stefan Hanke, Autor Stefan Krabatsch und Prof. Dr. Ralph Schneider, Präsident der OTH Regensburg, präsentieren den neuen Bildband. Foto: David Hanke
Verleger Fritz Pustet (von links), Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger, Fotograf und Autor Stefan Hanke, Autor Stefan Krabatsch und Prof. Dr. Ralph Schneider, Präsident der OTH Regensburg, präsentieren den neuen Bildband. Foto: David Hanke
Der neue Bildband Licht.Wissen.Kunst würde im Präsidententrakt am Standort Prüfening der OTH Regensburg vorgestellt. Foto: OTH Regensburg/Simone Grebler
Auf 224 Seiten beleuchten Fotografien und Texte den denkmalgeschützten Regensburg Nachkriegsbau aus vielfältigen Perspektiven. Foto: David Hanke
Fotograf Stefan Hanke signierte die Bücher im Anschluss an die Präsentation. Foto: David Hanke
Für die musikalische Umrahmung sorgten Dr. Johannes Buhl am Klavier und Sebastian Burzer am Saxofon mit Stücken, die den Geist der Entstehungszeit des Gebäudes aufgriffen. Foto: David Hanke
Im Foyer des Präsidententrakts wurde der Bildband am 4. November vorgestellt. Foto: David Hanke