Normalerweise lehrt Prof. Dr. Johannes Wild an der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften der OTH Regensburg Physik und Halbleiterphysik. Im Audimax hieß sein Thema für die jüngsten Studierenden: „Alles im Gleichgewicht: Wie Federn in Sensoren für Balance sorgen können“.
Von der ersten Minute an wurde Physik dabei zum Mitmach-Erlebnis. Mit Experimenten auf der Bühne verdeutlichte Prof. Dr. Wild, wie winzige Gewichte an Federn im Inneren der Chips verraten, ob ein Gerät gekippt, bewegt oder blitzschnell beschleunigt wird. Wie extrem diese Kräfte sein können, zeigte der Test mit einer Salatschleuder: Ein Sensor darin maß die achtfache Erdbeschleunigung. Das sind Kräfte, wie man sie sonst nur aus der Achterbahn kennt. Die Kinder durften aber auch selbst Hand anlegen: Als „menschliche Gewichte“ auf der Bühne bewiesen sie live das physikalische Federgesetz: Doppelte Kraft sorgt für doppelte Auslenkung
Das Unsichtbare wird sichtbar: Großes Staunen bei kleinen Forscherinnen und Forschern
Der größte Aha-Moment des Abends war der Blick durch das Mikroskop. Plötzlich zeigte sich: Die Strukturen im Inneren eines Sensors sind so klein, dass ein menschliches Haar daneben wie ein Baumstamm wirkt. Darüber staunte auch der junge Besucher Henry, für den dieser enorme Größenunterschied das absolute Highlight war. Auch Lilli war fasziniert, besonders vom balancierenden Professor auf seinem Hoverboard, das dank der eingebauten Sensoren blitzschnell auf jede Gewichtsverlagerung reagierte. Ihr Fazit: „Ich nehme mit, dass Sensoren groß sein können, mittelgroß und superwinzig“.
Hinter den spielerischen Versuchen steckt echte Spitzenforschung. Im Sensorik-ApplikationsZentrum (SappZ) der OTH Regensburg forscht Prof. Dr. Wild mit Industriepartnern an der Zukunft der Technik. „Sensoren entwickeln sich von Messgeräten hin zu KI-fähigen Plattformen“, so der Professor. In Zukunft könnten Daten direkt im Sensor durch neuronale Netzwerke in Echtzeit ausgewertet werden. Für die Entwicklung neuer spannender Didaktikkonzepte erhält der Professor aktuell sogar eine Lehrinnovationsförderung.
Prof. Dr. Wild möchte den Kindern vor allem eines mitgeben: „Bleibt neugierig und entwickelt eure eigenen Interessen, auch wenn diese im Umfeld gerade vielleicht einmal nicht so beliebt sind.“ Der Auftakt der Kinderuni zeigt: Wissenschaft lässt sich nicht nur erklären, sondern auch erleben.


