DIGINET entwickelt eine digitale Plattform für das Echtzeit-Performance-Management und die prädiktive Instandhaltung kritischer Energienetze. Im Fokus stehen insbesondere Infrastrukturen für Erdgas, Wasserstoff und CO2. Ziel ist es, Energienetze künftig noch sicherer, effizienter und vorausschauender betreiben zu können.
Zum Kick-off kamen Vertreterinnen und Vertreter der Industriepartner sowie das Forschungsteam der OTH Regensburg zusammen. Die Partnerinnen und Partner bringen Expertise unter anderem aus Energieinfrastruktur, Netzbetrieb, Sensorik, Simulation, Engineering und Anlagenbetrieb ein. Gemeinsam mit Prof. Dr. Aida Nonn, Prof. Dr. Andreas Lesser und dem DIGINET-Team diskutierten sie zentrale technische Fragestellungen, Arbeitspakete und Schnittstellen für die kommenden Projektphasen.
Im Mittelpunkt des Workshops standen praxisnahe und technisch anspruchsvolle Themen wie Multi-Skalen-Simulation, die Integration von Leitsystemen und Data-Historian-Systemen sowie innovative Sensorkonzepte. Dabei wurde deutlich, dass das Projekt zentrale Herausforderungen der zukünftigen Energieinfrastruktur adressiert – von der Zustandsüberwachung über die Defektbewertung bis hin zu KI-gestützten Prognosemodellen.
KI, Simulation und digitale Zwillinge im Fokus
Die wissenschaftlich-technische Arbeit in DIGINET gliedert sich in drei Schwerpunkte:
- Strömungs- und Betriebszustände: Weiterentwicklung von Multi-Skalen-CFD-Modellen zur Analyse komplexer Betriebszustände in Energienetzen.
- Strukturelle Integrität und Defektbewertung: Kombination numerischer Methoden mit intelligenter Analyse von Inspektionsdaten zur Bewertung von Schäden, Lecks, Korrosion und anderen potenziellen Risiken.
- Datengetriebene Prognosen und KI-gestützte digitale Zwillinge: Entwicklung von Modellen, die physikalisches Prozesswissen mit Künstlicher Intelligenz verbinden, unter anderem durch Physics-Informed Neural Networks.
Mit DIGINET soll die Energiebranche beim Übergang von reaktiver und intervallbasierter Wartung hin zu prädiktiven, daten- und modellbasierten Entscheidungsprozessen unterstützt werden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu einer widerstandsfähigen, effizienten und klimafreundlichen Energieinfrastruktur.
Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK) gefördert. Die Projektlaufzeit reicht vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028.

