Bis kurz vor dem Start lief die Arbeit in der Werkstatt des Rennteams auf Hochtouren: Noch am Tag des Events wurden hochfokussiert letzte Folien angeklebt, Bauteile zusammengesetzt und Kabel verlegt. Eine Stunde vor Beginn wurde das Fahrzeug schließlich in den Hörsaal S 054 an der OTH Regensburg gerollt. Als sich am Mittwochabend, 03. Juni 2026, die Türen für die rund 200 Gäste öffneten, stand er zunächst noch verhüllt da: der „RP26 e/d“, der neue, rein elektrische und autonom fahrende Rennwagen des Formula-Student-Teams Dynamics e.V.
Durch den Abend führten das Moderatorenduo Christian Mann und Laura Glossner, die dem Publikum per interaktivem Live-Quiz die harten Fakten näherbrachten: Der Verein startet in der Formula Student, dem weltweit größten studentischen Konstruktionswettbewerb, bei dem Teams mit selbst gebauten Rennwagen gegeneinander antreten. Dass die Regensburger hier ganz vorne mitmischen, zeigen die Zahlen: 12 verschiedene Studiengänge, 51 Eventteilnahmen seit 2008 und aktuell Platz 51 in der Weltrangliste.
Formula-Student-Team tief in Regensburg verwurzelt
Wie tief der Verein in der Hochschule und der Stadt Regensburg verwurzelt ist, zeigte auch der prominente Besuch. OTH-Präsident Prof. Dr. Ralph Schneider betonte seine innige Beziehung zum Team: „Es ist mir ein großes Anliegen heute hier dabei zu sein. Hier arbeiten um die 100 Studierende über Fakultätsgrenzen, über Disziplinen und über die Hochschule hinweg zusammen. Das macht mich besonders stolz.“
Auch Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger zeigte sich begeistert von der Innovationskraft des Teams. Er betonte, dass die Stadt Regensburg stolz darauf sei, mit dem Dynamics-Team ein echtes Aushängeschild zu haben. Dieses mache die Stadt nicht nur weit über die Grenzen hinaus international bekannt, sondern passe auch hervorragend zu Regensburgs Profil als Hightech- und Innovationsstandort.
Technische Detailarbeit
Wie viel Detailarbeit im RP 26 e/d steckt, machten die technischen Leiter Yannick Pleitner und Daniel Lambrecht im Interview deutlich. Für den autonomen Betrieb erfassen Sensoren des Rennwagens eine digitale Karte seiner Umgebung, die das System für die Navigation nutzt. Neu ist außerdem eine Bremssteuerung, mit der sich die Energierückgewinnung während der Fahrt präziser regeln lässt. Neue Vorgaben der Formula Student machten sogar Änderungen an der Aerodynamik notwendig. Das Team musste Teile des Fahrzeugs neu konstruieren und zahlreiche Simulationen durchführen, um das Fahrverhalten wieder optimal abzustimmen. Wie komplex das Gesamtsystem ist, zeigt der Blick ins Innere des Fahrzeugs: Hunderte Kabel verbinden die Steuergeräte des Rennwagens. Jeder einzelne Anschluss muss exakt sitzen, denn schon kleine Fehler können das gesamte System lahmlegen.
Ein Projekt, das Talente schmiedet
Gesamtteamleiter Thomas Simbeck erinnerte in seiner Rede an die vielen anstrengenden Projektphasen: „Wir wissen selbst, wir sind nicht das einfachste Projekt am Campus. Manchmal riecht es nach Harz, manchmal hört man Fräsgeräusche, und manchmal stehen Teile herum, bei denen man sich fragt: Ist das Kunst oder kann das weg? Aber genau in diesem Umfeld entsteht praktische Ingenieurskunst und die Nachwuchstalente von morgen.“
Für den RP 26 e/d beginnt die Arbeit jetzt erst richtig. In den kommenden Wochen stehen ausgiebige Testfahrten und Optimierungen auf dem Programm, um den neuen Rennwagen perfekt auf die anstehenden internationalen Driverless-Events vorzubereiten.