Frisch promoviert

Diana Schneider promoviert zur KI in der Sozialen Arbeit: Chancen und Grenzen algorithmischer Teilhabeplanung

In ihrer Dissertation untersucht Dr. Diana Schneider, wie KI-gestützte Entscheidungssysteme die Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung verändern können. Ihre Arbeit liefert empirische Grundlagen für eine ethisch reflektierte und professionsgerechte Nutzung von KI in der Sozialen Arbeit.

1. Die Promotion ist geschafft – was bedeutet das für Sie persönlich?

Die Promotion ist ein bedeutender Meilenstein für meine wissenschaftliche Karriere. Sie hat meine fachlichen Kompetenzen gestärkt – eigenständige Forschung, wissenschaftliches Schreiben und deren Präsentationen – und bildet eine solide Grundlage für zukünftige Projekte und weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit. Am Wochenende hielt ich nun das erste Mal mein gedrucktes Buch in den Händen. Das ist wirklich ein tolles Gefühl, dieses langjährige Projekt nun abgeschlossen zu haben.

2. Worum geht es in Ihrer Dissertation?

In meiner Studie zu KI-gestützter Teilhabeplanung für Menschen mit (drohender) Behinderung untersuchte ich, wie gut die Soziale Arbeit auf den Einsatz von KI vorbereitet ist. Welche Visionen für den Einsatz von algorithmischen Systemen der Entscheidungsfindung (decision support systems, DSS) in der Teilhabeplanung existieren? Welche ethischen, sozialen und professionsspezifischen Implikationen ergeben sich durch den KI-Einsatz in der Teilhabeplanung? Ich analysierte diese Aspekte auf den Ebenen Technik, Entscheidung und Profession und entwickelte zudem Handlungsoptionen, um den zukünftigen Einsatz und Gestaltung von KI in der Sozialen Arbeit zu adressieren. Meine Arbeit strukturiert somit die beginnende Diskussion um KI-basierte DSS in der Sozialen Arbeit und reichert den bis dahin vornehmlich theoretischen und z. T. ideologisch geprägten Diskurs mit empirischen Ergebnissen an.

3. Was war ein Highlight oder besonderes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer Promotion?

Zu meinen Highlights gehörten der erste wissenschaftliche Vortrag und die kontinuierliche Vorstellung meiner Thesen und Ergebnisse vor Fachpublikum. Besonders wertvoll war der Aufbau eines kollegialen Netzwerks, in dem ich mich intensiv über Details meines Themas austauschen konnte. So habe ich gespürt, dass ich echte Expertise in meinem Fach und Thema entwickelt habe.

4. Welche Pläne haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Mir ist wichtig, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur im akademischen Bereich publiziert werden, sondern auch ihren Weg in die Anwendung finden. Mit meiner gegenwärtigen Anstellung am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe werde ich sowohl der Wissenschaft als auch ihrem Transfer in die Praxis und Politik weiterhin treu bleiben.

5. Welche Tipps können Sie künftigen Promovendinnen und Promovenden geben?

Mich hat es sehr motiviert, sich einer interdisziplinären Schreibgruppe anzuschließen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Arbeiten getroffen hat. Mein Tipp: Scheut Euch nicht, um Hilfe zu bitten – auch mit Blick über den eigenen Tellerrand – und holt Euch gezielt Rat von bereits Promovierten, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

6. Warum haben Sie sich bei Ihrer Promotion für die OTH Regensburg entschieden?

Mit der Hochschule bin ich durch meinen Erstgutachter und Doktorvater Prof. Dr. Karsten Weber verbunden. Ihn habe ich bereits während meines Masterstudiums an der BTU Cottbus-Senftenberg kennengelernt und es hat mich sehr gefreut, dass er bereitwillig auch die Betreuung meiner Doktorarbeit übernommen hat.

 

LINKS

Diana Schneider Foto: ©Fraunhofer ISI/Mike Abmaier

Diana Schneider (Berlin)

Steckbrief

    • Studienfach

      Philosophie, Germanistik, Kultur und Technik

    • Promotionsfach

      Kultur und Technik

    • Fakultät

      Fakultät Informatik und Mathematik

    • Forschungseinheit

      Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST)

    • Promotionszeitraum

      2018 - 2025

    • Kooperationspartner

      Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, Hochschule Bielefeld (Projekt MAEWIN), Universität Bielefeld (Projekt MAEWIN), v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel (Projekt MAEWIN)

Studienfach

Promotionsfach

Fakultät

Forschungseinheit

Promotionszeitraum

Kooperationspartner

Philosophie, Germanistik, Kultur und Technik

Kultur und Technik

Fakultät Informatik und Mathematik

Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST)

2018 - 2025

Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, Hochschule Bielefeld (Projekt MAEWIN), Universität Bielefeld (Projekt MAEWIN), v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel (Projekt MAEWIN)

    • Betreuungsperson

      Prof. Dr. Karsten Weber, OTH Regensburg, Betreuer/ Erstgutachter; Prof. Dr. Udo Seelmeyer, HS Bielefeld, Zweitgutachter

    • Förderung

      Die Dissertation wurde von 2018–2022 im Rahmen des Forschungsverbundes NRW Digitale Gesellschaft durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

    • Titel der Dissertation

      Marginalisierte Visionen – Ethische, soziale und professionsspezifische Implikationen beim Einsatz KI-basierter algorithmischer Systeme der Entscheidungsunterstützung (DSS) in der Teilhabeplanung für Menschen mit (drohender) Behinderung, veröffentlicht 2026 unter „KI-gestützte Teilhabeplanung für Menschen mit (drohender) Behinderung. Ethische, soziale und professionsspezifische Implikationen“ im Nomos-Verlag

Betreuungsperson

Förderung

Titel der Dissertation

Prof. Dr. Karsten Weber, OTH Regensburg, Betreuer/ Erstgutachter; Prof. Dr. Udo Seelmeyer, HS Bielefeld, Zweitgutachter

Die Dissertation wurde von 2018–2022 im Rahmen des Forschungsverbundes NRW Digitale Gesellschaft durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Marginalisierte Visionen – Ethische, soziale und professionsspezifische Implikationen beim Einsatz KI-basierter algorithmischer Systeme der Entscheidungsunterstützung (DSS) in der Teilhabeplanung für Menschen mit (drohender) Behinderung, veröffentlicht 2026 unter „KI-gestützte Teilhabeplanung für Menschen mit (drohender) Behinderung. Ethische, soziale und professionsspezifische Implikationen“ im Nomos-Verlag