1. Die Promotion ist geschafft – was bedeutet das für Sie persönlich?
Ein weiteres Kapitel der wissenschaftlichen Weiterqualifizierung ist abgeschlossen, auch wenn es neben einer Vollzeitberufstätigkeit und als Vater von zwei kleinen Kindern eine sehr anstregende Zeit war.
2. Worum geht es in Ihrer Dissertation?
Der demografische Wandel hat für die Gesundheitsversorgung weitreichende Folgen. So nehmen chronische Erkrankungen und die Menge an therapeutischen und pflegerischen Leistungen mit steigendem Lebensalter zu. Zudem verschärft der Fachkräftemangel in den Gesundheitsfachberufen die Versorgungssituation. Der verstärkte Einsatz von Telemedizin wird als Möglichkeit gesehen, um die vorhandenen Ressourcen effektiv einzusetzen und die Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Dabei wird der Einsatz von Teletherapie und Telepflege durchgeführt, ohne dass für viele Berufsgruppen entsprechende Rahmenempfehlungen und Leitlinien existieren.
3. Was war ein Highlight oder besonderes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer Promotion?
Eine schöne Erkenntnis war, dass im Rahmen der interdisziplinären Forschung eine Reihe von verbindenden Elementen im Bereich Kommunikation und Interaktion in den Bereichen Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und Pflege deutlich wurden, gerade auch aus der Patient:innenperspektive.
Als weiteres Highlight kann die passive Teilnahme am Welt-Ergotherapie Kongress 2022 in Paris gelten, da hier globale Perspektiven auf die zunehmend digitale Ergotherapie deutlich wurden. Ebenso war die aktive Teilnahme am Europäischen Kongress für Ergotherapie in Krakau 2024 ein absolutes Highlight, auf dem ich erste Zwischenergebnisse der Promotion vorstellen konnte.
4. Welche Pläne haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?
Ich werde mich nun vermehrt der Lehr- und Forschungstätigkeit widmen. Dabei ist es mir ein besonderes Anliegen die Akkademisierung der Ergotherapie voranzutreiben, da dies zu einer unumgänglichen Professionalisierung der Ergotherapie führen muss. Die therapeutischen Heilberufe unterliegen aktuell einer starken Dynamik, beispielsweise mit der Blankoverordnung, der Einführung der Telematikinfrastruktur in den Therapieberufen und der gleichzeitig stattfindenden Digitalisierung von Therapieinhalten. Dies muss in Forschung und Lehre berufsspezifisch begleitet werden.
5. Welche Tipps können Sie künftigen Promovendinnen und Promovenden geben?
Alles hat ein Ende - auch die Promotion. Und solidarisiert euch mit Gleichgesinnten, denn geteiltes Leid ist halbes Leid.
6. Warum haben Sie sich bei Ihrer Promotion für die OTH Regensburg entschieden?
Die OTH hatte in der Ausschreibung der wissenschaftlichen Stelle dies angeboten, wenn auch unentgeltlich.
LINKS
https://epub.uni-regensburg.de/view/people/Lichtenauer=3ANorbert=3A=3A.html
