1. Die Promotion ist geschafft – was bedeutet das für Sie persönlich?
Die abgeschlossene Promotion markiert für mich einen wichtigen persönlichen und fachlichen Meilenstein. Sie steht für Ausdauer, Selbstständigkeit und die Fähigkeit, komplexe Fragestellungen eigenständig zu bearbeiten und erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
2. Worum geht es in Ihrer Dissertation?
Diese Dissertation untersucht den Einfluss verschiedener Fertigungsverfahren auf die mechanischen und biologischen Eigenschaften vaskulärer Stents, mit besonderem Fokus auf die additive Fertigung mittels LPBF im Vergleich zu konventionellen Methoden. Hierfür wurden geeignete Fertigungsparameter entwickelt, ein einheitliches Stent-Design umgesetzt und Proben sowohl additiv als auch konventionell hergestellt und nachbehandelt. Umfangreiche materialwissenschaftliche sowie normgerechte medizintechnische Prüfungen bildeten die Grundlage der Bewertung.
Die Ergebnisse zeigen, dass die additive Fertigung grundsätzlich geeignet ist und insbesondere Vorteile bei Individualisierung und Materialkontrolle bietet, jedoch durch Einschränkungen in Auflösung und Designfreiheit limitiert ist. Insgesamt trägt die Arbeit zum besseren Verständnis der Potenziale und Grenzen additiver Fertigung in der Medizintechnik bei und zeigt Ansätze für zukünftige Optimierungen auf.
3. Was war ein Highlight oder besonderes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrer Promotion?
Ein besonderes Highlight war der Moment, als ich die ersten additiv gefertigten Stents aus dem Pulverbett entnommen habe. Dieses Freilegen der Strukturen hat sehr eindrücklich gezeigt, dass die additive Fertigung tatsächlich ein vielversprechender Weg für die Herstellung solcher filigranen Bauteile sein kann. Es war ein motivierender Augenblick, in dem sich die vorherige Entwicklungsarbeit erstmals konkret bestätigt hat.
4. Welche Pläne haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?
Für meine berufliche Zukunft plane ich, meine wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen gezielt weiter auszubauen und in einem innovativen Umfeld einzubringen. Aktuell arbeite ich in der Entwicklung im Bereich additive Fertigung, wo ich meine im Rahmen der Promotion erworbenen Kenntnisse direkt anwenden und vertiefen kann. Besonders reizt mich dabei die Weiterentwicklung und industrielle Umsetzung moderner Fertigungstechnologien. Langfristig strebe ich an, mehr Verantwortung in Projekten zu übernehmen und aktiv zur Entwicklung zukunftsweisender Lösungen beizutragen.
5. Welche Tipps können Sie künftigen Promovendinnen und Promovenden geben?
Bleibt geduldig und strukturiert, auch wenn der Fortschritt zeitweise langsam erscheint, und behaltet das übergeordnete Ziel im Blick. Der regelmäßige Austausch mit anderen sowie das Einholen von Feedback helfen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen.
6. Warum haben Sie sich bei Ihrer Promotion für die OTH Regensburg entschieden?
Ich habe mich für die OTH Regensburg entschieden, da sie ein praxisnahes Forschungsumfeld und gute Möglichkeiten zur Verbindung von Wissenschaft und Anwendung bietet. Besonders überzeugt hat mich die enge Zusammenarbeit mit der Industrie sowie die fachlich hervorragende Betreuung im gewählten Themenbereich mit viel interdisziplinärem Know-How.
LINKS
- https://maschinenbau.oth-regensburg.de/labore/medizinprodukte
- Bericht zur Promotion: https://maschinenbau.oth-regensburg.de/news/detailansicht-1/doktorand-entwickelt-neuartig-gefertigte-stents-zur-behandlung-der-koronaren-herzkrankheit
