Demokratie

Wissenschaft im Einsatz für die Stärkung der Demokratie

Was ist wissenschaftlich gesichert und was wird häufig falsch dargestellt? Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 haben sich vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der OTH Regensburg dem faktenbasierten Diskurs gewidmet, der eine wichtige Säule unserer Demokratie ist.

Vier brisante Themen im Faktencheck

Unter dem Motto „Facts vs. Fake News“ rückten die Professorinnen und Professoren jeweils ein gegenwärtig besonders brisantes Thema in den Fokus: die künstliche Intelligenz und die Energiewende, die Vielfalt menschlicher und sexueller Identität sowie das Thema Migration. Vier Themen, die in ihren zugehörigen Debatten von Mythen, längst überholten Ansichten oder gar Falschinformationen geprägt und emotional aufgeheizt sind. Genau hier kann Wissenschaft sachlich und faktenreich einen wesentlichen Beitrag zur Diskussion und letztlich auch zur Stärkung der Demokratie leisten.

Von den Grenzen der KI bis zur Vielfalt von Identität

Während Prof. Dr. Karsten Weber einen sachlichen Blick auf die künstliche Intelligenz (KI) wirft, darauf, was sie kann, wo ihre Grenzen liegen und wo ihre eigentlichen Risiken liegen, nämlich womöglich ganz woanders, als man denkt, richtet Prof. Dr. Clarissa Rudolph den Blick auf die Vielfalt menschlicher Identität und Sexualität am Beispiel aktueller Debatten und Angriffe auf queere Menschen.

Prof. Dr. Martina Ortner dagegen betont, dass einfache Antworten fast immer falsch sind – gerade auch dann, wenn es um das Thema Migration geht. Hier kursieren zahlreiche Behauptungen und Vorurteile, von denen viele wissenschaftlich schlichtweg nicht haltbar sind; drei Falschbehauptungen dazu nimmt sie wissenschaftlich unter die Lupe und stellt sie richtig. Prof. Dr. Michael Sterner nimmt schließlich weitverbreitete Fehlannahmen zur Energiewende in den Blick und stellt wissenschaftlich fundiert dar, was an Behauptungen über Kosten, Versorgungssicherheit und den deutschen Beitrag zum Klimaschutz tatsächlich dran ist.

Hier ein paar ausgewählte Mythen, überholte Ansichten oder „Fake News“, die sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen entkräften lassen.

Prof. Dr. Clarissa Rudolph, Professorin an der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften. Foto: Universitätsbibliothek Augsburg/Anatoli Oskin

Unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sind weder Krankheiten noch Ergebnis von „Beeinflussung“ oder Erziehung. Menschliche Sexualität ist durch Vielfalt gekennzeichnet.

Prof. Dr. Clarissa Rudolph
Professorin für Politikwissenschaft & Soziologie

Prof. Dr. Karsten Weber von der Fakultät Informatik und Mathematik. Foto: OTH Regensburg/Michael Hitzek

Statt sich mit den tatsächlichen Möglichkeiten heutiger KI auseinanderzusetzen, werden ihre Fähigkeiten pauschal bestritten. Dabei wurden viele dieser Annahmen durch die technische Entwicklung der vergangenen Jahre bereits relativiert.

Prof. Dr. Karsten Weber
Professor für Technikfolgenabschätzung

Prof. Dr. Martina Ortner von der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften. Foto: Universitätsbibliothek Augsburg/Anatoli Oskin

Fluchtgründe sind immer vielschichtig. Leben in Gemeinschaftsunterkünften, Bezahlkarte, eingeschränkte medizinische Leistungen stehen für kein Luxusleben. Studien zeigen keinen oder nur einen geringen Effekt von Sozialleistungen und Migration.

Prof. Dr. Martina Ortner
Professorin für Migrationssensible Soziale Arbeit

Prof. Dr. Michael Sterner von der Fakultät Elektro- und Informationstechnik. Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Zudem zeigt unsere Wissenschaft: Wind- und Solarenergie sind heute weltweit die günstigsten Formen der Stromerzeugung. Wer auf fossile Energieträger setzt, investiert in eine Sackgasse, die durch CO2-Bepreisungen künftig deutlich teurer wird.

Prof. Dr. Michael Sterner
Professor für Energiespeicher, Wasserstoff und erneuerbare Energiesysteme