Die OTH Regensburg gestaltet die Energiezukunft mit

Wasserstoffforschung mit Wirkung

Wasserstoff ist das häufigste chemische Element im Universum und spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende. Auf der Erde kommt er überwiegend gebunden in Wasser, Erdgas und Erdöl vor. Als vielseitiger Energieträger und chemischer Rohstoff bietet er Potenzial, fossile Energieträger zu ersetzen und die Treibhausgasemissionen in energieintensiven Sektoren zu reduzieren. Wasserstoff kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden – von der Energieversorgung über den Verkehrssektor bis hin zur Industrie, wo er sowohl als Energieträger als auch als Rohstoff genutzt wird.

Generell ist Wasserstoff immer ein farbloses Gas. Die sogenannten Wasserstofffarben geben Auskunft darüber, wie Wasserstoff erzeugt wurde. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt beschreibt die einzelnen Kategorien wie folgt:

KI-generierte Darstellung von Wasserstoffmolekülen (H₂), grün eingefärbt. Foto: KI-generiert/Copilot

Grüner Wasserstoff wird durch die Elektrolyse von Wasser hergestellt. Dafür wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen verwendet. Deshalb entstehen bei der Herstellung von Grünem Wasserstoff keine CO₂-Emissionen.

KI-generierte Darstellung von Wasserstoffmolekülen (H₂), grau eingefärbt. Foto: KI-generiert/Copilot

Grauer Wasserstoff wird mittels Dampfreformierung meist aus fossilem Erdgas hergestellt. Dabei entstehen rund 10 Tonnen CO₂ pro Tonne Wasserstoff. Das CO₂ wird in die Atmosphäre abgegeben.

KI-generierte Darstellung von Wasserstoffmolekülen (H₂), blau eingefärbt. Foto: KI-generiert/Copilot

Blauer Wasserstoff ist Grauer Wasserstoff, bei dessen Entstehung das CO₂ jedoch teilweise abgeschieden und im Erdboden gespeichert wird (CCS, Carbon Capture and Storage). Maximal 90 Prozent des CO₂ sind speicherbar.

KI-generierte Darstellung von Wasserstoffmolekülen (H₂), orange eingefärbt. Foto: KI-generiert/Copilot

Orangefarbener Wasserstoff ist auf Basis von Abfall und Reststoffen produzierter Wasserstoff. Es entstehen bei der Herstellung keine zusätzlichen CO₂-Emissionen.

KI-generierte Darstellung von Wasserstoffmolekülen (H₂), türkis eingefärbt. Foto: KI-generiert/Copilot

Türkiser Wasserstoff ist Wasserstoff, der über die thermische Spaltung von Methan (Methanpyrolyse) hergestellt wird. Anstelle von CO₂ entsteht dabei fester Kohlenstoff, der entsprechend nicht in die Atmosphäre entweicht.

Von der Forschung zur Anwendung

Die Forschungsaktivitäten der OTH Regensburg reichen von der Analyse internationaler Wasserstoffmärkte über die Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff bis hin zu Anwendungen in Industrie, Mobilität und Energieversorgung. Mit dem Wasserstoffcluster Donau am Technologie Campus Kelheim verfügt die Hochschule zudem über eine Forschungsinfrastruktur für die Untersuchung von Wasserstoff, Wasserstoffderivaten und deren Anwendungen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrum (WTAZ) in Pfeffenhausen. Dort steht künftig vor allem die praktische Anwendung von Wasserstofftechnologien im Mittelpunkt. Das Zentrum soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen ermöglichen, Wasserstoffantriebe und Betankungstechnik unter realen Bedingungen zu testen, zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Im Februar 2026 erhielt die OTH Regensburg  gemeinsam mit den  Firmen HyTACC und HyTACC CRYO sowie den Hochschulen TH Ingolstadt (THI) und Hochschule Landshut die Förderbescheide für die weltweit einzigartige Wasserstoff-Versorgungsinfrastruktur und die Testeinrichtungen des Wasserstoff-Technologie-Anwenderzentrums WTAZ aus den Händen des Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und des bayerischen Staatsministers Hubert Aiwanger. Damit startet die Umsetzungsphase für das Wasserstoff-Technologie Anwenderzentrum auf dem Gelände in Pfeffenhausen, auf dem bereits im Herbst 2024 der Elektrolyseur der HyPerformer Wasserstoffmodellregion HyBayern in den Probebetrieb gegangen ist. Der Bund stellt im Rahmen der Förderung für das Nationale Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff (ITZ) 32 Millionen Euro Zuwendung für die drei Hochschulen und bis zu 22 Millionen Euro für die gewerblichen Infrastrukturerrichter bereit.

Grüner Wasserstoff für Mobilität und Industrie

Die OTH Regensburg übernimmt federführend die Errichtung und den Betrieb eines H2-Verbrennungsmotorenprüfstands sowie eines Wasserstoff-Einblaseratenprüfstands. Projektleiter ist Prof. Dr. Hans-Peter Rabl, wissenschaftlicher Leiter des Technologie Campus Wasserstoffcluster Donau in Kelheim.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des WTAZ als Standort SÜD des ITZ liegen bei Wasserstoffantrieben und Betankungstechnik für den Schwerlastverkehr und Kurzstrecken-Luftverkehr, sowie unbemannten Flugobjekten (Dronen) unter Einsatz von Flüssigwasserstoff (LH2), kryokomprimiertem Wasserstoff (CRYOGAS, CcH2) und gasförmigem Wasserstoff bei Drücken bis zu 700 bar (CGH2). Das WTAZ bietet eine Wasserstoff Grundinfrastruktur für das Testen, Prüfen und Zertifizieren von Antriebskomponenten sowie für Wasserstoff Betankungstechnik mit hohen Massenströmen. Der für den Betrieb des Test- und Prüfzentrums benötigte Wasserstoff kann aus dem benachbarten HyBayern Elektrolyseur vollständig „grün“ oder aus externen Quellen bereitgestellt werden. Über den Verflüssiger soll grüner Flüssigwasserstoff in einem nachhaltigen Verfahren erzeugt und für die Nutzung vor Ort und in der Region bereitgestellt werden.

Das WTAZ (ITZ SÜD) wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung der Vorhaben im Zuge des Aufbaus eines dezentralen Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff“ mit insgesamt 54 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.