NACHHALTIGKEIT

Übers Wetter reden – auf der Nachhaltigkeitswoche 2026

Die Luft stand an diesem 24. Juni 2026. Rund 32 Grad zeigte das Thermometer und der Veranstaltungsraum im „Degginger“ war trotz der Hitze bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Gäste hatten einen guten Grund, bei diesen Temperaturen auszuharren: Die Hitzewelle draußen passte erschreckend gut zu dem, worum es an diesem Abend ging. Denn für die Nachhaltigkeitswoche im Sommer 2026 hatte die OTH Regensburg als Highlight den deutschlandweit bekannten Meteorologen Karsten Schwanke nach Regensburg eingeladen, der in seiner Keynote „Klimawandel verstehen – Wohlstand gestalten“ das Thema aus Sicht eines Wetterexperten beleuchtete.

Die Idee einer Nachhaltigkeitswoche (NaWo) entstand bereits 2019. Inzwischen hat sich dieses Format bis weit über die Stadtgrenzen hinaus etabliert und bietet jedes Jahr ein spannendes und vielseitiges Programm rund um die Themen Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Umsetzung der 17 Ziele der Agenda 2023. Neben der OTH Regensburg sind auch die Universität Regensburg und die Energieagentur der Stadt Regensburg als Partner mit im Boot; sie steuern jedes Jahr eigene, teils hochkarätig besetzte Programmpunkte bei.

Nachhaltigkeit ist für uns kein abstraktes Ziel, sondern Teil unseres täglichen Handelns.

Dr. Maja Stojanović-Blab, Stabsstelle Nachhaltigkeit an der OTH Regensburg

Wie Extremwetter mit dem Klimawandel zusammenhängt

Einmal ausführlich übers Wetter zu sprechen, das hatte bei der Keynote des Meteorologen Karsten Schwanke nichts mit schlichtem Smalltalk zu tun. Es ging um Extremwetterereignisse, die sich auch 2026 wieder auf den Wetterkarten der Meteorologinnen und Meteorologen zeigten und die Schwanke zum Ausgangspunkt seines Vortrags machte.

So sprach Schwanke nicht nur über Klimaveränderungen und Extremwetter, sondern konkret auch darüber, wie rasant sich das Klima verändert und warum uns diese Dynamik oft schwer begreiflich ist. Fakt ist: Diese Entwicklung verläuft nicht linear, sondern exponentiell. Besonders eindrücklich wurden seine Analysen mit konkreten Daten aus der Region. Zwölf Tage am Stück über 30 Grad, davon sieben Tage über 35 Grad: Eine solche Hitzewelle wie im Juni hat es so in Regensburg noch nicht gegeben. Laut Schwanke ist das aber erst der Anfang.

Zum besseren Verständnis blickte der Wetterexperte nicht nur auf die Region, sondern auch auf die globalen Zusammenhänge. Gut verständlich erklärte er, wie Extremwetter entsteht und warum es immer häufiger wird. Klar wurde auch: Einfach wegschauen oder abwarten funktioniert nicht. Statt aber mit einem pessimistischen Ausblick auf die Zukunft zu schließen, sprach der Wissenschaftsjournalist Schwanke auch über Lösungsmöglichkeiten und welche Gestaltungspielräume es in Anbetracht des Klimawandels gibt.

Resignation ist keine Option

Dass Resignation keine Option ist, zeigte auch die anschließende Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit dem Meteorologen Karsten Schwanke diskutierten Prof. Dr. Georg Stephan Barfuß, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent der Stadt Regensburg, Prof. Dr. Michael Sterner, Professor für Energiespeicher und Energiewirtschaft an der OTH Regensburg, und Martina Birk, Head of Sustainability bei der Krones AG. Im Zentrum standen Fragen nach den Wechselwirkungen von Klimawandel und Wohlstand, den sozialen Folgen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie den konkreten Handlungsspielräumen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Zeiten tiefgreifender Transformation. Viele Fragen kamen auch direkt aus dem Publikum und machten deutlich, wie sehr das Thema die Menschen beschäftigt.

Eine Klimawaage auf dem „Campus der Zukunft“

Neben Keynote und Podiumsdiskussion im Degginger hatte die OTH Regensburg zudem zum Campustag eingeladen. Unter dem Motto „Campus der Zukunft“ konnten sich die Besucherinnen und Besucher zu den Themen Arten- und Klimaschutz, Recycling, Gleichstellung und vieles mehr informieren. Auch der Stand des „Green Office“ sorgte für Gesprächsstoff; denn hier gab eine „Klimawaage“ spielerisch Aufschluss darüber, wie sehr sich bestimmte Verhaltensweisen (und deren Kombination) auf den Klimawandel auswirken. Wie stark wirkt sich vegane Ernährung im Vergleich zu einem Urlaub ohne Flugzeug auf das Klima aus? Die Antwort: In etwa gleich viel. Welchen Impact hat der Verzicht auf To-Go-Becher im Vergleich zu Suchanfragen mit KI? – Was dabei herauskam, brachte so manchen dazu, das eigene Verhalten noch einmal neu zu überdenken.

Gemeinsam stark: Partner und Persönlichkeiten

Die Regensburger Nachhaltigkeitswoche (NaWo) wird von der Stadt Regensburg in enger Zusammenarbeit mit der Universität und OTH Regensburg sowie der Energieagentur Regensburg organisiert wird. Dabei übernimmt die Stadt Regensburg die Hauptorganisation der Themenwoche, während die Kooperationspartner mit eigenständig organisierten Veranstaltungen zum vielfältigen Rahmenprogramm beitragen. In den letzten Jahren waren auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten als Sprecherinnen und Sprecher zu Gast, darunter Namen wie Dr. Eckart von Hirschhausen, Prof. Dr. Harald Lesch, die Naturschutzökologin und Aktivistin Carola Rackete, Bernd Ulrich von der Wochenzeitung DIE ZEIT oder der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Dr. Robert Habeck.