Partnerschaft
Indien rückt näher
327 Studierende aus Indien lernen derzeit an der OTH Regensburg – vor vier Jahren waren es noch 68. Dieser Anstieg kommt nicht von ungefähr: Indien gehört inzwischen zu den wichtigsten internationalen Partnerländern der Hochschule.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Kaum ein Land baut seinen Hochschul- und Forschungsstandort derzeit so schnell aus wie Indien. Gerade in den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und anderen MINT-Fächern entstehen ständig neue Ideen und Kooperationen. Für die OTH Regensburg lohnt sich der Blick dorthin doppelt: wegen der Forschung, aber auch, weil viele gut ausgebildete junge Menschen nach Deutschland kommen möchten.
Dabei setzt die Hochschule bewusst auf wenige, aber passende Partnerschaften. Hochschulen in Delhi und Bengaluru gehören bereits dazu, weitere Kooperationen, etwa mit dem IIT Mandi, sind in Planung. Aus ersten Gesprächen sind längst gemeinsame Projekte geworden: Forschende arbeiten zusammen, Summer Schools werden vorbereitet, Lehrende stimmen gemeinsame Lehrformate ab. Auch Doppelabschlussprogramme sind bereits Thema.
Davon profitieren die Studierenden ganz unmittelbar. Sie können ein Semester im Partnerland verbringen, in internationalen Projektteams arbeiten oder ein Praktikum absolvieren. Umgekehrt entscheiden sich viele Studierende aus Indien für Regensburg. Ein Teil kommt für den Master, andere schreiben sich in die internationalen Bachelorstudiengänge ein. Das Fachstudium findet zwar auf Englisch statt, Deutsch gehört aber von Anfang an dazu. Wer später in Deutschland arbeiten möchte, startet damit nicht bei null.
Der Studienbeginn hat allerdings oft zunächst wenig mit Hörsälen zu tun: Erst einmal geht es um eine Wohnung, Formulare, Versicherungen oder die erste Fahrt mit dem Bus. Vieles ist neu – und genau hier helfen Buddy-Programm, International Campus Friends sowie die Welcome- und Mentoring-Angebote des International Office beim Ankommen in Regensburg, nicht nur organisatorisch, sondern auch im Hochschulalltag.
Der reine Studierendenaustausch ist damit längst nicht mehr alles: Erste Forschungskooperationen sind angelaufen, Lehrende entwickeln gemeinsame Lehrangebote, und aus einstigen Kontakten werden Projekte, an denen Teams auf beiden Seiten zusammenarbeiten.
Wie sehr diese Beziehungen an Bedeutung gewinnen, zeigte sich Anfang Juni beim Besuch des indischen Generalkonsuls Shatrughna Sinha. Nach Gesprächen mit Präsident Prof. Dr. Ralph Schneider und weiteren Mitgliedern der Hochschulleitung nahm er sich Zeit für die indischen Studierenden: Beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa erzählten sie ihm von ihrem Alltag in Regensburg: von Vorlesungen und Behördengängen, aber auch davon, wie sich das Leben in einer neuen Stadt langsam vertraut anfühlt.
„Die enge Zusammenarbeit mit indischen Hochschulen eröffnet vielfältige Chancen für unsere Studierenden, Lehrenden und die angewandte Forschung. Der Besuch des Generalkonsuls unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Partnerschaften“, sagt Prof. Dr. Westner.