Rund 11.000 Studierende und 1.000 Mitarbeitende. Kanzler Utto Spielbauer über Zusammenhalt, Wachstum und die Zukunft der OTH Regensburg.

Die Kunst, eine Kleinstadt zusammenzuhalten

Herr Spielbauer, Sie sind seit rund sieben Monaten Kanzler der OTH Regensburg. Wie sieht so ein Tagesablauf bei Ihnen eigentlich aus? 

Utto Spielbauer: "Zuerst denkt man beim Kanzler vermutlich immer an Zahlen, Haushaltspläne und Verwaltung. Das ist sicherlich richtig. Tatsächlich geht es aber vor allem darum, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Lehre, Forschung und Transfer bestmögliche Voraussetzungen vorfinden und unseren Campus weiterzuentwickeln. Mein Alltag besteht deshalb aus vielen Gesprächen, Abstimmungen und Entscheidungen. Zum Glück arbeiten an der OTH Regensburg viele Menschen, die in ihren jeweiligen Ressorts ihre Themen exzellent beherrschen."

Welche Begegnung oder welches Gespräch an der OTH Regensburg ist Ihnen in den ersten Monaten besonders in Erinnerung geblieben?

Utto Spielbauer: "Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, wie viel Offenheit und Unterstützung ich von Beginn an erfahren habe. Es herrscht eine gute Stimmung, von der Professorinnenschaft über die Mitarbeitenden bis zur Studierendenvertretung. Das ist etwas, das uns als OTH Regensburg auszeichnet. Die OTH Regensburg ist mit mehr als 11.000 Studierenden und 1.000 Mitarbeitenden wie eine kleine Stadt. Trotz dieser Größe halte ich den persönlichen Kontakt und den direkten Austausch für besonders wertvoll."

Wenn die OTH Regensburg eine Stadt ist, wer ist dann der Bürgermeister? Sie oder der Präsident?

Utto Spielbauer: "Der Bürgermeister wäre in diesem Bild eindeutig der Präsident. Meine Aufgabe lässt sich eher mit der Leitung der Stadtverwaltung vergleichen: Ich trage Mitverantwortung dafür, dass die Strukturen funktionieren und die Hochschule ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen kann."

Wo sehen Sie aktuell die größten Chancen für die OTH Regensburg?

Utto Spielbauer: "Eine der größten Chancen liegt für mich eindeutig in der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz. Sie betrifft nahezu alle Bereiche der Hochschule: Studium, Lehre, Forschung und Verwaltung. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen, sondern genauso um die Kompetenzen, die Studierende und Mitarbeitende künftig brauchen. Wir beschäftigen uns intensiv damit, wie wir beispielsweise Künstliche Intelligenz Schritt für Schritt sinnvoll einsetzen können. Wichtig ist dabei, dass dies rechtssicher geschieht und einen echten Mehrwert bietet. Eine weitere große Chance sehe ich in unserem Profil als Hochschule für angewandte Wissenschaften. Wir sind eng mit Unternehmen, Institutionen und gesellschaftlichen Akteuren vernetzt. Dadurch können wir unser Wissen unmittelbar in die Praxis einbringen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Nicht zuletzt zeichnet uns die Offenheit unserer Hochschulgemeinschaft aus. Die internationale und kulturelle Vielfalt unter allen Hochschulangehörigen ist für mich ein großer Gewinn und eine wichtige Voraussetzung für Innovation."

Hochschulen stehen unter großem finanziellen Druck. Ist das Budget tatsächlich geschrumpft?

Utto Spielbauer: "Das Budget ist nicht unmittelbar gesunken. Gleichzeitig steigen die Kosten für Betrieb und Unterhalt, während neue Aufgaben hinzukommen. Dadurch werden unsere finanziellen und personellen Spielräume enger."

Was beschäftigt Sie darüber hinaus? 

Utto Spielbauer: "Mich beschäftigt besonders, wie wir unseren Campus langfristig attraktiv und klimaresistent weiterentwickeln können. Am Standort Prüfening findet gerade eine tolle Zusammenarbeit zwischen der Fakultät Architektur und der Verwaltung bei der Sanierung eines Dachs und einer Fassade statt. Zudem freue ich mich auf die Eröffnung des Johannes Kepler Buildings of International Services, das im Frühjahr 2027 bezugsfertig sein wird. Das gibt uns noch einmal einen Schub in Bezug auf Internationalisierung und Lernmöglichkeiten für Studierende."

Letzte Frage: Welches Vorurteil über Verwaltung würden Sie gerne ein für alle Mal widerlegen?

Utto Spielbauer: "Dass Verwaltung träge und langweilig ist, ist ein Vorurteil. Ich erlebe täglich engagierte Kolleginnen und Kollegen, die Probleme lösen, Entwicklungen ermöglichen und unsere Hochschule aktiv mitgestalten.  Ich erlebe Verwaltung als lebendig, lösungsorientiert und ausgesprochen abwechslungsreich."

Schnellfragerunde mit dem Kanzler

Foto: Xpert

Frühaufsteher oder Nachteule? "Frühaufsteher"

Foto: Today

Kaffee oder Tee? "Beides. Morgens Kaffee, später Tee."

Foto: OTH Regensburg/Catharina Mabrey

Mensa-Klassiker oder selbst mitgebrachtes Mittagessen? "Eher selbst mitgebracht. Ich bin aber eigentlich jeden Tag in der Mensa und esse eine Kleinigkeit."

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Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch? "Und dahinter liegt das Meer. Ein Roman von Laura Spence-Ash."

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Wieviel Watt treten Sie beim Radeln? "Ich habe keinen Watt-Messer. Aber ich denke schon mehr als 250 Watt."

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Mit welcher Person würden Sie einmal tauschen? "Vincent Kompany. Ich würde gerne mal erleben, wie ein Training beim FC Bayern abläuft bzw. wie ein Profifußballverein hinter den Kulissen funktioniert. Oder mit einem Vorsitzenden eines DAX-Unternehmens."

Foto: KI-generiert/Gemini

Social Media ja oder nein? "Wenn, dann nur beruflich, also LinkedIn. Oder YouTube in geringem Umfang."

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Welche Superkraft hätten Sie gerne? "Gummi-Gelenke wären toll. Ich merke nach dem Sport, dass der Körper nicht mehr ist wie mit 25."

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Stift und Notizblock oder digitale Notizen? "Im persönlichen Gespräch analog, ansonsten digital."

Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Was ist Ihr Lieblingsort auf dem Campus? "Vor der Brücke. Dort hat man den perfekten 360-Grad-Blick Richtung Bibliothek und Mensa und wenn man sich umdreht auf die anderen Gebäude."

Ihr habt weitere Fragen an Kanzler Utto Spielbauer?

Schickt uns Fragen gerne an discover(at)oth-regensburg.de.