Welcome
Als der Campus wieder zum Alltag wurde: Internationale Studierende finden an der OTH Regensburg ihren Platz
Als Mykhaylo Bogomaz nach Regensburg kam, war vieles neu: die Stadt, die Sprache, der Campus. Was ihm aber besonders auffiel, war etwas ganz Einfaches: Er konnte wieder mit anderen Studierenden in einem Raum sitzen. Wie ihm und anderen internationalen Studierenden ein Stipendium der Stiftung zur Förderung der OTH Regensburg geholfen hat, ihren eigenen Weg zu gehen.
Für Mykhaylo Bogomaz begann der Aufenthalt an der OTH Regensburg mit einem Gefühl, das er lange vermisst hatte: wieder Teil eines echten Studienalltags zu sein. „Erst kam Corona, dann der Krieg“, erzählt er. Sein Studium in der Ukraine findet bis heute größtenteils digital statt. Der Austausch mit anderen Studierenden passiert oft über den Bildschirm, Präsenzunterricht gibt es nur selten. In Regensburg war das anders. Plötzlich saß er wieder regelmäßig in einem Hörsaal, arbeitete gemeinsam mit anderen an Aufgaben und lernte Menschen kennen, die nicht nur als kleine Kacheln auf seinem Laptop erschienen. Auch außerhalb der Lehrveranstaltungen sammelte er neue Eindrücke. Gespräche mit anderen Austauschstudierenden, gemeinsame Aktivitäten und die vielen Begegnungen auf dem Campus halfen ihm, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. „Es war schön, wieder einen normalen Studentenalltag zu erleben“, sagt er.
Möglich wurde sein Aufenthalt durch ein Stipendium der Stiftung zur Förderung der OTH Regensburg. Für viele internationale Studierende ist diese Unterstützung die Voraussetzung dafür, überhaupt ein Semester in Deutschland verbringen zu können.
Auch Oleksandr Kiselov erinnert sich gut an seine ersten Wochen in Regensburg. Vieles war ungewohnt: die Sprache, die Umgebung, die Menschen. Seine Anreise aus der Ukraine war lange unsicher. Erst kurz vor seinem geplanten Aufenthalt stand fest, dass er das Land verlassen konnte. Als er schließlich an der OTH ankam, musste er sich zunächst orientieren. „Am Anfang kannte ich niemanden“, erzählt er. „Ich musste mich erst daran gewöhnen, auf andere zuzugehen.“
Dabei halfen ihm besonders die Angebote rund um das Campusleben. Bei gemeinsamen Aktivitäten lernte er andere Studierende kennen und wurde mit der Zeit offener. Auch im Studium ließ er sich auf Neues ein. Er belegte unter anderem den Kurs „Image Processing“, weil ihn das Thema interessierte – auch wenn es nicht der einfachste Weg war. Deutsch zu lernen, gehörte ebenfalls dazu. Obwohl ihm Sprachen nach eigener Einschätzung nicht besonders leichtfallen, begann er damit und übt auch nach seiner Rückkehr in die Ukraine weiter. „Ich habe gelernt, dass man manchmal einfach etwas ausprobieren muss – auch wenn man am Anfang nicht weiß, wohin es führt“, sagt Oleksandr.
Von Regensburg in den Beruf
Für Anna Bondarenko war der Aufenthalt an der OTH Regensburg der Beginn eines längeren Weges. Als sie 2023 nach Regensburg kam, wollte sie nicht nur studieren, sondern auch praktische Erfahrungen sammeln. Kurz nach ihrer Ankunft bewarb sie sich bei der Maschinenfabrik Reinhausen zunächst für ein Praktikum, später arbeitete sie dort als Werkstudentin. Parallel besuchte sie Veranstaltungen an der Hochschule, lernte Deutsch und engagierte sich im Projekt EXIST Women des Start-up Centers. Dort entwickelte sie eine Kommunikations-App mit besonderem Fokus auf Sicherheit in militärischen Anwendungen. Der Weg zum Berufseinstieg war allerdings nicht einfach. Anna schrieb zahlreiche Bewerbungen, führte viele Gespräche und blieb trotzdem dran. Nach rund 150 Bewerbungen und 55 Vorstellungsgesprächen beginnt sie nun ihre nächste berufliche Station in München. Regensburg ist für sie mehr als ein Studienort geblieben: Hier hat sie gelernt, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden, Kontakte aufzubauen und eigene Ideen umzusetzen.
Eine Förderung, die auf dem Campus sichtbar wird
Seit 25 Jahren unterstützt die Stiftung zur Förderung der OTH Regensburg Studierende mit besonderen Leistungen und internationale Talente. Seit dem Jahr 2000 haben sich fast 400 internationale Studierende um eine Förderung beworben. Mehr als die Hälfte konnte anschließend ein Austauschsemester an der OTH Regensburg verbringen. Die Förderung zeigt sich dabei nicht nur in den Zahlen. Sie zeigt sich morgens in den Hörsälen, bei Gesprächen in der Mensa und bei gemeinsamen Projekten auf dem Campus. Viele ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten geben ihre Erfahrungen später weiter, etwa als Buddys für neue Austauschstudierende. So entstehen Kontakte zwischen Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Ländern kommen und sich sonst vielleicht nie begegnet wären.
Was bleibt
Nicht alle Wege verlaufen gleich. Manche Studierende kehren nach ihrem Aufenthalt in ihre Heimat zurück, andere bleiben in Deutschland und beginnen hier ihre berufliche Zukunft. Tetiana erzählt, dass sie stolz darauf ist, nach nur einem Semester Deutsch für den Alltag sprechen zu können. Andreii schätzt besonders, gelernt zu haben, selbstständig zu leben. Kateryna berichtet davon, wie sehr sie fachlich von neuen Kursen und Methoden profitiert hat. Für sie alle war Regensburg mehr als ein Ort zum Studieren. Es war ein Ort, an dem sie neue Menschen getroffen, Dinge ausprobiert und ihren Blick auf die eigene Zukunft verändert haben.
Die Stiftung unterstützt dabei nicht nur einen Aufenthalt. Sie schafft die Möglichkeit, dass Menschen zusammenkommen, voneinander lernen und Erfahrungen sammeln, die sie weit über die Zeit an der OTH Regensburg hinaus begleiten.