Nachrichten aus der Weiterbildung

Zweite Vollversammlung Pflege

10.11.2021
Von: Verena Hämmerle

Studierende der vier Pflege-Studiengänge der OTH Regensburg trafen sich im Oktober 2021 zur Vernetzung und zum Austausch über berufspolitische Aktivitäten.

Auch bei der zweiten Vollversammlung Pflege wurden wieder verschiedene Facetten des Pflegestudiums und des Pflegeberufs beleuchtet.

Auch bei der zweiten Vollversammlung Pflege wurden wieder verschiedene Facetten des Pflegestudiums und des Pflegeberufs beleuchtet. Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) bietet ein breites Spektrum an Studienmöglichkeiten aus dem Berufsfeld der Pflege: die Bachelorstudiengänge Pflege (dual), Pflege (grundständig) und Pflegemanagement (berufsbegleitend) sowie den konsekutiven Masterstudiengang Advanced Nursing Practice (ANP). Den jüngsten Zuwachs bildet hiervon der nach der Reform des Pflegeberufegesetzes etablierte grundständige Bachelorstudiengang Pflege, der zum Wintersemester 2020/2021 zum ersten Mal startete. Der ausbildungsintegrierende Bachelorstudiengang Pflege (dual) läuft somit aus. Insgesamt sind derzeit gut 200 Studierende in den Pflegestudiengängen eingeschrieben.

Ein Pflegestudium lohnt sich

Bei der zweiten Vollversammlung der Studierenden aller vier Pflege-Studiengänge standen neben Kennenlernen, Austausch und Vernetzung auch die Punkte "Berufspolitik" und "Partizipationsmöglichkeiten" auf dem Programm. Zunächst stellte die Fachschaft Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften ihre Arbeit vor und appellierte an die Studierenden, sich während des Studiums in diesem Gremium oder weiteren hochschulischen Organen zu engagieren. Weiterhin berichtete Kerstin Paulus, Absolventin des dualen Pflegestudiengangs, die momentan im Master studiert, von ihrem berufspolitischen Engagement. Neben ihrer Aktivität in verschiedenen bayerischen Netzwerken und der Pflegegewerkschaft BochumerBund ist sie Mitgründerin des deutschlandweiten Netzwerks Pflege.Kollektiv und entwirft in diesem Rahmen eine Kampagne zur Nachwuchsgewinnung in der Pflege. Diese soll ein realistisches und differenziertes Bild der Berufsgruppe zeichnen und damit ein Gegenentwurf zu häufig anzutreffenden klischeehaften und vereinfachten Darstellungen der Pflegenden sein.

Pflege.Kollektiv kämpft auch für eine angemessene Vergütung der Pflegestudierenden: während der Lebensunterhalt der Pflege-Auszubildenden in der dreijährigen Ausbildung durch eine durchgehende Vergütung sichergestellt ist, müssen die Studierenden dieselbe Anzahl an Praxisstunden ableisten, erhalten jedoch keine oder nur eine niedrige und nur auf manche Praxisphasen bezogene Vergütung. Der in den Lehrphasen dicht getaktete Stundenplan erlaubt dazu kaum studentische Nebentätigkeiten. Diese Schwierigkeiten führen nicht nur häufig zum Studienabbruch, sondern mindern von vornherein die Attraktivität des Pflegestudiums. Dabei wird hochqualifizierter Nachwuchs in der Pflege dringend benötigt. Kerstin Paulus machte jedoch deutlich, dass sich die Mühe des Pflegestudiums lohnt: „In meiner momentanen Stelle schätzen die Kolleginnen und Kollegen meine akademische Qualifikation sehr“. Akademisierte Pflegende tragen dazu bei, die Gesamtsituation für Patient*innen, Angehörige und Pflegende langfristig zu verbessern. Wer diese Motivation den Kolleg*innen gegenüber erläutere, leiste bereits einen berufspolitischen Beitrag für mehr Akzeptanz der akademischen Pflegeausbildung.

Pflegestudium und -forschung an der OTH Regensburg im Fokus

Prof. Dr. Christa Mohr stellte anschließend kurz das Projekt TePUS (Telepräsenzroboter für die Pflege und Unterstützung von Schlaganfallpatient*innen) vor. Im Projekt sollen Telepräsenzroboter auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und Unterstützungsangebote auf deren Basis entwickelt werden. Es werden noch geeignete Probanden gesucht.

Bei der Vollversammlung kamen auch die Studierenden im konsekutiven Master ANP zu Wort. Durch die Studiengangleitung Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali befragt, erläuterten sie den Bachelor-Studierenden ihre Motivation für das Studium und betonten die hervorragende Übertragbarkeit der theoretischen Inhalte in die Praxis sowie die gute Vereinbarkeit von Studium und Berufstätigkeit.

Zur Vernetzung der Pflege-Studierenden untereinander trägt auch das Tutor*innenprogramm bei, über das Prof. Dr. Mohr kurz berichtete: Studierende im ersten und zweiten Semester werden in der Vorbereitung auf praktische Prüfungen im Skills Lab durch Studierende höherer Semester unterstützt und beim Üben angeleitet.

Einen weiteren Baustein der Vernetzung könnte ein Pflege-Fachtag bilden, der voraussichtlich im nächsten Jahr für alle Pflege-Studierenden der OTH Regensburg organisiert werden soll. Die Studierenden begrüßten diese Idee sehr und freuen sich auf ein Kennenlernen von Kommiliton*innen über die verschiedenen Pflege-Studiengänge hinweg. Weiterhin regten sie an, den früher in Zusammenarbeit verschiedener bayerischer Fachschaften durchgeführten hochschulpolitischen Pflegefachtag wieder aufzunehmen. Dies ist ebenfalls für das kommende Jahr geplant.

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