Die Jagd nach der letzten Kilowattstunde

27.02.2015
Von: Petra Schmöller

Beim zweiten Regensburger Energiekongress am 24. und 25. Februar 2015 diskutierten rund 170 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft an der OTH Regensburg die Möglichkeiten, wertvolle Energie so optimal als möglich zu nutzen.

Podiumsdiskussion beim zweiten Regensburger Energiekongress

Zweiter Regensburger Energiekongress: Am Podium diskutierten (von links) Susanne Horn von der Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG, Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam, Prof. Dr. Martin Maslaton, Maslaton Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der REWAG – Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG, und Prof. Dr. Wolfgang Irrek von der Hochschule Ruhr West, Mühlheim a.d. Ruhr. Moderator war Martin Gottschalk (ganz links) von TVA. Foto: OTH Regensburg

[BILDERGALERIE]

Beim zweiten Regensburger Energiekongress am 24. und 25. Februar 2015 diskutierten rund 170 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) die Möglichkeiten, wertvolle Energie so optimal als möglich zu nutzen.

Der vom Regensburg Center of Energy and Resources (RCER) der OTH Regensburg, der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und dem Ostbayerischen Technologie-Transfer-Institut OTTI e. V. gemeinsam veranstaltete und vom Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) der OTH Regensburg organisierte Kongress beleuchtete die Potenziale zur Energieeinsparung aus ökonomischer, technischer und ordnungspolitischer Sicht.

Die Realisierbarkeit war das gemeinsame Thema. "Wenn wir es nicht schaffen, jedem Einzelnen klar zu machen, dass er vom Umbau unseres Energiesystems direkt betroffen ist, werden wir auch nicht die dringend notwendige Unterstützung erhalten", war sich Prof. Dr. Oliver Mayer, GE Global Research München, im Abschlussvortrag der Veranstaltung sicher. 

"Wissens- und Technologietransfer basiert auf Kommunikation und dem Schaffen von entsprechenden Gelegenheiten für Unternehmen und Forschung", formulierte der Leiter des OTTI, Dr.-Ing. Thomas Luck, in seiner Begrüßung das Ziel der Konferenz. Dass die Wirtschaft ihre Chancen längst erkannt hat, wurde in zahlreichen Fachvorträgen deutlich. Die Jagd nach der letzten entbehrlichen Kilowattstunde Wärme oder Strom gehört in Industrie und Gewerbe zum Handwerkszeug, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

"In unserem IHK-Bezirk Oberpfalz und Kelheim sind außerordentliches Know-how und vorbildliche Projekte aus der Wirtschaft zu finden", beschreibt Josef Beimler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg, die Stellung der Region. Diese Aussage unterstrichen die Beiträge der wissenschaftlichen Experten des Fraunhofer UMSICHT Sulzbach-Rosenberg, des KWK-Campus der OTH Amberg-Weiden und der OTH Regensburg.

Die industriellen Ansprüche an Energieeffizienz schilderte Dr. Erwin Hammerl als Regensburger Standortleiter der Infineon Technologies AG. So produziert das Unternehmen nicht nur Halbleiterprodukte, die zur Energieeinsparung beitragen, sondern stellt diese auch umweltschonend her. So werden im Regensburger Werk 45 Prozent des gesamten Wärmebedarfs durch Rückgewinnung von Abwärme aus der Produktion gedeckt.

Doch nicht nur Wärme, auch Kühlenergie lässt sich kostengünstig gewinnen. So stellte die OM Klebetechnik aus Seligenporten ein innovatives Konzept zur Kühlung von Druckmaschinen vor. Der Einsatz von "Energiepfählen" im Boden spart nun gegenüber der konventionellen Lösung über 98 Prozent Kosten ein. Das Unternehmen wurde dafür mit einem Finalplatz im European Energy Efficiency Award als dem wichtigsten Wettbewerb in der Energieeffizienz belohnt. Innovative Konzepte lassen sich jedoch in der gesamten Unternehmenslandschaft finden. So zeigten Beispiele aus der Baustoffindustrie, dem Autohandel bis hin zu sozialen Einrichtungen die gesamte Bandbreite der Energieeffizienz auf. 

Ein Hauch von 'Wetten, dass..?' erfüllte den altehrwürdigen Hörsaal als Martin Gottschalk von TVA die Podiumsdiskussion einleitete, um den möglicherweise "schlafenden Riesen Energieeffizienz" zu wecken. Mit dem Vorstandsvorsitzenden der REWAG – Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG Olaf Hermes, Susanne Horn von der Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG, dem Vorstandsvorsitzenden des  Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Hüttl, Prof. Dr. Wolfgang Irrek von der Hochschule Ruhr West in Mühlheim a.d. Ruhr und Prof. Dr. Martin Maslaton von der gleichnamigen Rechtsanwaltsgesellschaft war die Podiumsdiskussion prominent besetzt.

Von Beginn an entstand eine lebhafte Diskussion, welche wohl den ganzen Abend hätte füllen können. Aus Sicht der Technik ist vieles möglich, es muss aber auch ökonomisch vertretbar sein und gesellschaftlich akzeptiert werden, so das Fazit. Das bekräftigte auch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs in seinem persönlichen Grußwort beim Abendempfang.

Das Thema Energieeffizienz wird auch in den kommenden Jahren präsent bleiben und unternehmerische  Entscheidungen fordern. Der Politik kommt hier die Verantwortung zu, verlässliche Rahmenbedingungen und damit Investitionssicherheit zu schaffen. "Die Veranstalter des Energiekongresses werden sich auch in Zukunft dafür einsetzen" versprach der Wissenschaftliche Leiter des RCER der OTH Regensburg, Prof. Dr. Oliver Brückl in seinem Schlusswort und verwies sogleich auf den dritten Regensburger Energiekongress in gut einem Jahr.

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