Drittmittel-Projekte

„Tschechisch-deutsches Lageverständnis Kritischer Infrastrukturen für die Grenzregion Ostbayern und die Tschechische Republik“
Das Projekt wird durch die Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur gefördert.
Laufzeit: 10/2019 – 12/2021
Fördersumme: 35.834,15€
Projektmitarbeiterin: Johanna Schröder
Projektpartner in Tschechien: doc. Dr. Ing Jan Voráček und Mgr. Antonín Pribyl, College of Polytechnics, Jihlava, Tschechische Republik

Das Projekt „Tschechisch-deutsches Lageverständnis Kritischer Infrastrukturen für die Grenzregion Ostbayern und die Tschechische Republik“ baut auf den Erkenntnissen aus dem Vorgängerprojekt ORKI auf und hat zum Ziel, einen länderübergreifenden Workshop zur Erarbeitung eines gemeinsamen Lagebildes über die Abhängigkeiten Kritischer Infrastrukturen zu konzeptionieren. Die Netzwerk-Zukunft-Werkstatt, die erfolgreich Ende Februar 2020 durchgeführt wurde, diente hierfür als erster Prototyp. Ein weiterer Anlauf im Rahmen der TRIOKON im September 2020 fand Pandemie bedingt zwar nur digital statt, hat aber nichtsdestotrotz den Bedarf an einem gemeinsamen Lageverständnis weiter betont. Der (bereits im Vorfeld komplett ausgebuchte) Workshop hat in verschiedenen Bereichen Interesse geweckt, woraus sich unter anderem eine Kooperation mit der IHK Regensburg ergeben hat; erste gemeinsame Szenarien Workshops sind bereits in Planung.
Darüber hinaus hat sich mit der Verabschiedung des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 ebenfalls herausgestellt, dass vor allem bei kleineren Unternehmen in den Sektoren der Kritischen Infrastrukturen, die den gesetzlichen Schwellenwert nicht überschreiten und damit nicht von staatlichen Regulierungen betroffen sind, der Bedarf an Austausch und Lageanalyse am dringendsten und wirkungsvollsten zu sein scheint. Ein wissenschaftlicher Artikel zu diesem Thema, in Zusammenarbeit mit einem IT-Sicherheitsexperten, befindet sich in Arbeit.
Unsere Partner in Tschechien bereichern die Entwicklung eines gemeinsamen internationalen Workshops ihrerseits durch wissenschaftlich fundierte Arbeiten zum Thema Knowledge Management. So ist nämlich nicht nur die mangelnde Kenntnis über die Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen Kritischen Infrastrukturen ein gefährliches Problem, sondern auch der immer größer werdende Spalt zu technischem Verständnis auf Entscheidungsebene. Die aktuell größte Bedrohung Kritischer Infrastrukturen kommt aus dem Internet. Allerdings ist es aufgrund der Komplexität der einzelnen Systeme für eine Einzelperson inzwischen kaum noch möglich, einen umfangreichen Kenntnisstand zu sowohl den technischen Details als auch den Zusammenhängen auf systemübergreifender Ebene zu haben. Ein Workshop, der Stakeholder der verschiedenen Sektoren und Ebenen zusammenbringt, kann hier Abhilfe schaffen.

Ostbayerische Ressourcenversorgung und Kritische Infrastrukturen (ORKI)
Ein Projekt von Prof. Dr. Markus Bresinsky (Projektmitarbeiterinnen: Sophia Willner, Miriam Pöhner)

Laufzeit: 01.10.2018 bis 31.12.2019
Fördersumme: 35.380 €
Das Projekt Ostbayerische Ressourcenversorgung und Kritische Infrastrukturen behandelte die Verwundbarkeit Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) in der Region Ostbayern und dem tschechischen Grenzgebiet. Dabei wurden nach dem System-of-Systems Ansatz nicht nur Betreiber Kritischer Infrastrukturen betrachtet, sondern die Dependenzen von diesen Betreibern zu anderen Anspruchsgruppen in der Grenzregion wie betroffenen Unternehmen, Stadt- und Kommunalverwaltungen, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei oder Feuerwehr. Auch nachgelagerte Dependenzen, die nicht direkt von einem Ausfall betroffen sind, wurden in Betracht gezogen, z.B. Abwasserentsorgung oder Lebensmittelversorgung. Ziel war es, dass die einzelnen Anspruchsgruppen ein Problem- und Lageverständnis für solche Abhängigkeiten entwickeln, um diese in ihren Risiko- und Gefahrenanalysen und sowie Maßnahmen zu berücksichtigen. Ein Aspekt, der dabei außerdem bedacht wurde, ist die Cybersicherheit, die durch die ansteigende Digitalisierung und damit einhergehende Vernetzung beim Schutz Kritischer Infrastrukturen zunehmend wichtiger wird. Um dies zu erreichen wurde im Rahmen des Projekts ein Konzept für eine anwenderorientierte Simulationsübung entwickelt.
Die Übung (Netzwerk-Zukunft-Werkstatt) wird in Kooperation mit einer kommunalen Einrichtung durchgeführt. Ziel der Netzwerk-Zukunft-Werkstatt ist es, dass Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein Problem- und Lageverständnis der Abhängigkeiten von Infrastrukturen und deren Wechselwirkungen auf einer kommunalen Ebene entwickeln. Damit erhöht sich das gegenseitige Verständnis für eine gemeinsame Problembewältigung und die Reaktionszeit in möglichen zukünftigen Störungs- sowie Schadensfällen wird verkürzt.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen analysieren wesentliche Abhängigkeiten ihrer eigenen Organisation und Einrichtungen und deren Fern- und Nebenwirkungen. Aus diesen Ergebnissen werden mögliche Entwicklungen und Szenare abgeleitet. Je nach Szenario können dann passende Handlungsempfehlungen sowie deren Risiken und Chancen abgeleitet werden, um die eigene Organisation und Einrichtung oder das Unternehmen besser auf mögliche Ereignisse (Ausfall, Störung oder Manipulation von Infrastrukturen) vorzubereiten. Die Ergebnisse können von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen für Konzeptentwicklungen in der eigenen Organisation und Einrichtung oder im eigenen Unternehmen genutzt werden.
Die Netzwerk-Zukunft-Werkstatt ist für Februar 2020 geplant.