Abschlussarbeiten Themenbereiche

Abschlussarbeiten mit gesetzten Themen

  • Szenare für die Vegitationsbrandkampf in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg

Abschlussarbeiten zu den folgenden Themen sind besonders erwünscht:

  • Analysemethoden und -kompetenzen für die politikwissenschaftliche Lagebewertung
  • Weiterentwicklung der GLOBE Übung (Triple Nexus, Grand Bargain, Comprehensive Approach, Integrated Approach)
  • Anwendungsorientierte oder methodenorientierte Arbeiten zur internationalen Politik

Abschlussarbeiten sortiert nach Jahren

Die aktuellen Abschlussarbeiten werden im Podcast "Wissen.Schafft.Lehre" vorgestellt. Sie finden die Podcasts unter "Podcasts &  Videocasrs"

2021

Wiedemann, Madeline: Donor-Recipient-Relations in the Concept of Conditionality: A model-based assessment of the dynamic in conditioning peace.

2020

Hocher, Eva: What is inclusive peace mediation?  A literature analysis of the principle of inclusivity in peace mediation.

Liebing, Louise: Gender in NATO operations: Analysis of the translation and implementation of the UN resolutions on women, peace and security at NATO.

Johannsen, Eva: The Multiple Streams Approach in policy making: helpful tool or rigid model? A two-case analysis comparing the development of the Canadian and German nutritional guidelines.

Rentzing, Anastasia: Analysis of Competing Hypotheses on Political Stability in Tanzania: Can Tanzania be described as a politically stable country?

Ritter, Laura: The Role of the European Union in post-conflict Colombia – A Multi-Track Approach to Peace Mediation?

Beier, Jana: Auswirkungen der Sicherheitslage in Israel auf deutsche Unternehmen und deren Kooperation mit israelischen Unternehmen.

Graßl, Theresa: Die Implikationen von Unterschieden formaler Aspekte von ISMS-Standards für Anwender. Eine vergleichende Analyse der Standards ISO/IEC 27001:2013, BSI IT-Grundschutz und VdS 10000.

Schwarz, Fabiola: Vier Jahre IT-Sicherheitsgesetz – Kritische Betrachtung der deutschen Politik zum Schutz kritischer Infrastrukturen und ihrer Evaluationswürdigkeit.

 

Abgeschlossene Arbeiten nach Themenfelder und Abgabejahr vor 2020

Principal-Agent-Relationship of International Organisations: Concept-based analysis on the effectiveness of IOs.
Autorin: Mariella Biegeler (2019)

In ihrer Arbeit entwickelt die Autorin ein Analysekonzept zur Untersuchung der Effektivität von internationalen Organisationen. Hierzu stützt sie sich theoretisch auf die Prinzipal-Agent Theorie (PAT) , methodisch auf das Simulationswerkzeug Heraklit und empirisch auf Daten von 45 internationalen Organisationen.  Am Beispiel der UN Organisation UNCTAD verdeutlicht die Autorin die Anwendung des Konzepts sowie dessen möglicher erkenntnistheoretischer Mehrwert und mögliche Grenzen.
Ausgangspunkt der Überlegungen sind die durch die PAT benannten Phänomene in der Beziehung zwischen Prinzipal und Agent insbesondere in internationalen politischen Organisationen:
•    der Agent verfügt über mehr problemspezifische Informationen als der Prinzipal;
•    durch Delegation verfügt der Agent je nach der Art und Weise der Kontrolle durch den Prinzipal über Autonomie und Selbstständigkeit;
•    der kollektive Charakter die Prinzipale erschwert die Durchsetzung von Interessen die Prinzipale.
Hieraus werden zwei Betrachtungsfälle konstruiert, die als mögliche Ausprägungen der Beziehung zwischen PA gesehen werden und damit als Bewertungsgrundlage für die Effektivität einer internationalen Organisation dienen. Im einen Fall weisen die Agenten einer internationalen Organisation aufgrund fehlender Kontrolle durch die kollektiven Prinzipale hohe Autonomie und damit verbunden tendenziell höhere Unabhängigkeit auf. Im anderen Fall kontrollieren die kollektiven Prinzipale die abhängigen Agenten intensiv, so dass deren Autonomie und potenzielle Unabhängigkeit geringer als im ersten Fall ausfällt. Dieser Fall würde eine geringere Effektivität der Organisation bedeuten und sei damit weniger erstrebenswert für eine internationale Organisation, folgert die Autorin.
Um diese Fälle unterscheiden zu können, entwickelt die Autorin ein Abhängigkeitsmodell mit fünf unabhängigen Variablen, 4 wechselwirkenden Variablen und einer abhängigen Variable. Fünf der Faktoren sind dabei für die Beurteilung der Organisationseffektivität relevant: Abstimmungsregeln, Art und Weise der Delegation der Aufgaben durch den Prinzipal, Personal, Kontrollmechanismen und Autorität des Agenten. Definierte Wertebereiche dieser Faktoren unterscheiden die beiden Fälle der Effektivität.
Die Herleitung der funktionalen Abhängigkeiten geschieht durch eine Literaturrecherche. Das Modell wurde in dem Simulationswerkzeug Heraklit implementiert und dokumentiert. Die Verifizierung des Modells diskutiert die Autorin anhand der zwei ausgewählten Faktoren 'Anzahl der Prinzipale' und 'Politikfeld' auf der Basis von 45 empirischen Beispielen.
Dieses Modell wendet die Autorin auf den Fall der UNCTAD an. Dabei werden den Faktoren Werte aus einer Organisationsanalyse abgeleitet, in das Modell eingespeist und in der Simulation untersucht. Das Ergebnis der Simulation zeigt, dass UNCTAD eher unabhängiger von den kollektiven Prinzipalen sei. Basierend auf den fünf wichtigen Faktoren der Organisationseffektivität entwickelt die Autorin Empfehlungen für UNCTAD. Demnach sollten die Prinzipale mehr Aufgaben delegieren, mehr unabhängiges internationales Personal einstellen und auf sich auf wenige, aber effektive Kontrollmechanismen beschränken.

 

Software-based Scenario Development - Case Study ‘Boko Haram’

Autorin: Teresa Fuchs (2016)

In ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sich Teresa Fuchs mit der Fragestellung, wie die Entwicklung von Szenarien mit Hilfe der Software ScenarioWizard durch eine Expertenbefragung unterstützt werden kann. Sie untersucht diese methodologische Fragestellung anhand des Fallbeispiels "Boko Haram". Im Prozess der Entwicklung von Szenarien ist die Identifikation von Einflussfaktoren und deren Ausprägungen als Varianten von besonderer Bedeutung. Die Qualität der Einflussfaktoren sowie die Operationalisierung der Varianten sind eine wichtige Grundlage für die Aussagekraft und Validität der entwickelten Zukunftsbilder. Dieser Anspruch wird in der Szenariomethode zwar oftmals erhoben, ein methodisches Vorgehen anhand von anschaulichen Beispielen findet sich in der Literatur hingegen selten. Teresa Fuchs gelingt mit ihrer Arbeit, dieses Manko durch eine ausführliche Darstellung und Dokumentation der Vorgehensweise in der Identifikation und Operationalisierung von Einflussfaktoren durch eine Expertenbefragung zu begegnen.

Hierzu stellt sie in ihrer Arbeit nach einer generellen Einführung zur Fallstudie "Boko Haram", der Szenariomethode und der Software ScenarioWizard das methodische Vorgehen in vier aufeinander aufbauenden Schritten vor. Zunächst wurden bedeutende Einflussfaktoren aus einer umfassenden Literaturrecherche erhoben, die dann zusätzlich durch ein Experteninterview mit Dr. Franz Kogelmann validiert wurden. Anschließend wurde im zweiten Schritt ein neuer Fragebogen entwickelt, mit dessen Hilfe die konsolidierten Einflussfaktoren und mögliche Ausprägungsvarianten priorisiert werden. Hierzu wurden die Fragebögen begleitet von einer umfangreichen Erklärungshilfe an Experten verschickt, die aufgefordert wurden, die Einflussfaktoren in einer Rangfolge zu bewerten und gleichzeitig die passenden Ausprägungsvarianten zu benennen. Ergebnis dieser Befragung war eine priorisierte Liste von Einflussfaktoren einschließlich der dazu priorisierten Varianten. In einem dritten Schritt wurden dann diese priorisierten Einflussfaktoren mit den entsprechenden Varianten in einer weiteren Expertenbefragung mittels eines weiteren, neu entwickelten Fragebogens in ihrer gegenseitigen Wechselbeziehung bestimmt. Diese operationalisierte Cross-Impact-Matrix dient als Grundlage für die weitergehende Berechnung von Szenarien.

Nach einer Analyse der Cross-Impact-Matrix untersucht Teresa Fuchs in einem vierten Schritt die Ergebnisse der Berechnung durch die Software ScenarioWizard. Hierbei werden unter der Verwendung methodisch unterschiedlicher Algorithmen die konsistenten Szeanrien berechnet. Die Autorin untersucht die funktionellen Möglichkeiten der Software und stellt die Ergebnisse der Berechnungen inhaltlich vor. Eine methodologische Bewertung und Abwägung der unterschiedlichen Ergebnisse wird nicht vorgenommen. Als Ergebnis dieser funktionellen und inhaltlichen Analyse von Berechnungsergebnissen stellt Teresa Fuchs zwei Szenarien vor, die sich aus der Anwendung der Standard-Algorithmen ergeben. Dieses Ergebnis hat die Autorin noch einmal durch einen nigerianischen Studierenden auf Plausibilität überprüfen lassen.

In einem Ausblick fasst die Autorin die Ergebnisse ihrer Untersuchung zusammen und regt eine weitergehende Untersuchung der erhobenen Daten an.

 

Deutsche Berichterstattung über Flug MH17 – Eine Medieninhaltsanalyse

Autor: Felix Krauss (2016)

In seiner Bachelorarbeit beschäftigt sich Felix Krauß mit der Fragestellung, ob die Berichterstattung über den Absturz des Fluges MH17 über der Ukraine in den deutschen Medien einseitig war und ob es operationalisierbare Unterschiede zwischen den Medien gab. Der Fokus liegt hierbei bei auf einer qualitativ-quantitativen Inhaltsanalyse, die mit Zufallsstichprobentechnik und Kontrollbefragungen mittels Rezipienten gegen methodologische Schwächen abgesichert wurde. Die Arbeit erhebt nicht den Anspruch, die Ursachen des Absturzes zu ergründen, sondern die Art und Weise der Berichterstattung zu analysieren. Hierzu folgt die Arbeit einem methodischen Dreischritt aus formaler, inhaltlich-evaluativer und evaluativer Auswertung von Medieninhalten.

Nach einer stringenten Einführung der Fragestellung, des methodischen Vorgehens und Abgrenzung des Erkenntnisinteresses schließt Krauß eine kritische Betrachtung des Journalismus an. Litertaturgestützt erläutert Krauß dabei die Problemfelder Krisenberichterstattung, Qualität des Journalismus, Beeinflussbarkeit von Journalismus, Infotainment, Kulturrelativismus und Konstruktivismus sowie Auswahlprozesse in der Berichterstattung. Als Ergebnis dieser Betrachtung definiert Krauß eine Reihe von Arbeitshypothesen für die weitere Analyse. Dazu gehören die Annahmen:

  • Je besser die Qualität des Mediums, desto bessere sei die deskriptive Qualität;
  • Je kulturfremder die Berichterstattung, desto elitebezogener sei die Berichterstattung;
  • Wenn es einen Frame des Mediums gibt, dann verlaufe die Berichterstattung einseitig in diesem Frame;
  • Wöchentliche Printmedien berichteten objektiver als Online- und Tagemedien;

In der anschließenden Datenanalyse folgt Krauß dem stringenten methodischen Konzept und sichert die erhobenen Daten mit Kontrollmethoden gegen Analysefehler ab. Dabei vernachlässigt Krauß nicht, die eigenen Schlussfolgerungen kritisch zu hinterfragen und auch andere Interpretationen der Daten aufzuzeigen. Damit gelingt es dem Autor auf jeder Stufe der Ausführungen die Grenzen der Belastbarkeit der eigenen Aussagen aufzuzeigen. Durch nachvollziehbare Visualisierungen und einer verdichteten Übersichtgrafik der Ergebnisse der Akteursanalyse eröffnet der Autor weitere Wege zur Verständlichkeit seiner Ergebnisse.

Bei der abschließenden Überprüfung der Hypothesen über die Berichterstattung über den Absturz von MH17 kommt der Autor zu folgenden Ergebnissen: Die Qualität des Mediums habe keinen Einfluss auf die deskriptive Qualität, da keine Unterschiede in der Bewertungstendenz zu erkennen seien. Kulturfremde Medien berichteten nicht elitenbezogener. Der Frame, dass die russische Regierung und Rebellen sowie der Einsatz einer Rakete den Absturz zu verantworten hätten, habe die Berichterstattung beeinflusst. Und schließlich sei nicht zu bestätigen, dass wöchentliche Printmedien besser seien als Online- und Tagesmedien.

In seinem Fazit und seinen Empfehlungen weist Krauss darauf hin, dass sowohl die Informationskompetenz auf Seiten der Journalisten als auch die Medienkompetenz auf Seiten der Rezipienten als Schlüsselqualifikation zu sehen sind. Es gelte, den Medienbildungsbürger als Gegenpart zum Qualitätsjournalismus zu etablieren.

 

The role of simulation modeling in modern counterinsurgency

Autor: Sebastian Kirsch (2015)

Sebastian Kirsch beschäftigt sich in seiner Bachelorarbeit mit der formalen Modellierung und Simulation von moderner Counterinsurgency. Die Hauptfragestellung richtet sich dabei einerseits auf die methodische Vorgehensweise der Modellierung sowie auf die Ableitung von Schlussfolgerungen aus der Simulation für das Verständnis von Aufstandsbewegungen.

Eingangs beschreibt Kirsch die konzeptionellen Grundlagen der modernen COIN Strategie, wie sie von den US-amerikanischen Streitkräften in Afghanistan und Irak implementiert wurde. Aufbauend auf diesen konzeptionellen Grundlagen erörtert Kirsch die methodischen Grundlagen der Modellbildung und Simulation. Am Fallbeispiel ISIS leitet Kirsch die wichtigsten Einflussfaktoren und damit Parameter des aufzubauenden Modells ab:

  • Ethno-religiöse Orientierung
  • Armut und Arbeitslosigkeit
  • Analphabetismus
  • Gewaltintensität und ISIS Governance
  • Propaganda und Gegenpropaganda

Kirsch untersucht mit seinem Modell eine beispielhafte Population, die diesen Einflussfaktoren unterliegt und sich darüber hinaus in fünf Subpopulationen unterteilen lässt. Diese Subpopulationen orientieren sich nach der Wahrscheinlichkeit, mit der Mitglieder dieser Population dem ISIS beitreten werden. Ergebnis der Einflussfaktoren und der Wahrscheinlichkeiten ist dann die Anzahl von 'Joiners' und 'Quitters'.

Die konkrete Modellierung wird knapp und mit wenigen Erläuterungen vorgestellt. Es werden Rückkoppelungsschleifen implementiert, die auf augenscheinlich validen Annahmen beruhen. Eine umfassende empirische Verifizierung und Validierung der Annahmen bleibt aus.

Die Simulation des Modells beruht auf mehreren Schritten. Zunächst wird mit Hilfe des Programms R eine Verteilung der Population mit Blick auf die Einflussgrößen generiert. Hierzu werden die empirischen Daten aus der Region Aleppo in Syrien verwendet und damit die unterschiedlichen Populationen generiert. Um in der Simulation aussagekräftige Aussagen zu generieren, wird die Populationsgröße anteilsmäßig verkleinert. Hierzu argumentiert Kirsch mit thesenartigen Annahmen über die Wirkung von verschiedenen Populationsgrößen.

Mit einer Parametervariation untersucht Kirsch das Verhalten des Modells. In einem abschließenden Kapitel führt Kirsch darüber hinaus noch eine Bayes'sche Berechnung und eine Bernoulli Funktion ein, um zu untersuchen, ob das Modell dazu geeignet sein könnte, menschliche Planungsfehler zu umgehen.

 

Phenomena in Intelligence Analysis – Handbook for the Implementation of the Intelligence Analysis Workshop

Autorin: Laura König (2014)

Die grundsätzliche Fragestellung, welche Phänomene sich bei der Analyse von sicherheitspolitischen Krisen stellen, hat eine große praktische Bedeutung. Hängt doch von diesen Analysen die Qualität der Entscheidungsunterstützung und Urteilfähigkeit ab. Mit der vorgelegten Arbeit thematisiert damit Frau König ein wichtiges und erkenntnistheoretisch anspruchsvolles Problemfeld.

Um dieses Problemfeld einzugrenzen und einer wissenschaftlichen Untersuchung zugänglich zu machen, wählt Frau König dabei einen sehr praxisnahen Weg ohne dabei die analytischen Umsetzungsschwierigkeiten aus dem Blick zu verlieren.

Zunächst hat Frau König sich ein reales und durchaus komplexes Konfliktszenar aus dem Palästinensisch-Israelischen Konflikt aus dem Jahre 2000 ausgesucht. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Vorfeld der Intifada II in der Stadt Nablus um das sog. Josephs Grab sind ein profundes Beispiel für die Herausforderungen einer sicherheitspolitischen Analyse. Frau König hat dieses Fallbeispiel aufgearbeitet und in eine Form gebracht, die für einen Analyseworkshop genutzt werden kann.

Darauf aufbauend widmet sich Frau König den psychologischen Phänomenen, die sich bei der Erstellung von Analysen ergeben. Hierbei referenziert Frau König aktuelle Forschungsarbeiten zu den kognitiven Herausforderungen bei der Erstellung von Intelligence Produkten. Sie trifft hierbei eine Auswahl von Phänomenen, die sie später dann durch das Untersuchungssetting des Workshops provozieren möchte, um daraus wiederum Erkenntnisse über die Best Practice der Erstellung von Analysen zu ermöglichen.

Sie führt beide Anteile, reales Szenario und psychologische Phänomene, in einem Workshop zusammen. In diesem Workshop stellt sich den Teilnehmern nun die Aufgabe, mit zwei dedizierten Methoden (Analysis by Competing Hypothesis und Stuctured Brainstorming) die Entwicklung in dem Szenario entweder aus einer Rückschau (Criminal Investigation) oder aus einer Vorausschau (Prognosis) zu analysieren. Die forschungsorientierte Fragestellung lautet dabei, ob sich beiden Vorgehensweisen (Rück- oder Vorausschau) unterschiedliche psychologische Phänomene erkennen lassen. Frau König hat hierzu den Workshop einmal mit Versuchsteilnehmern durchgeführt, Daten erhoben und diese in der Arbeit einer näheren Untersuchung unterzogen.

In der Schlussfolgerung ihrer Arbeit nach Auswertung der Daten kommt Frau König zu dem Schluss, dass die gewünschte Provokation von Phänomenen nicht möglich war. Sie führt dies auf die Gestaltung und Durchführung des Workshops zurück. Zum Abschluss der Arbeit stellt Frau König eine überarbeitete Konzeption des Workshops vor, die jederzeit wieder zur Durchführung der Untersuchung herangezogen werden kann.

 

Entwicklung und Analyse eines politischen Planspiels bezüglich des Auftretens von Gruppendenken nach Janis

Autorin: Tanja Hausner (2014)

Tanja Hausner bearbeitet in ihrer Bachelorarbeit ein methodisches Problem im Kontext der politischen Bildung einerseits und in der empirischen Sozialforschung andererseits. Planspiele gehören in der politischen Bildung zum Standard und sind in zahlreicher und mannigfaltiger Ausprägung auf dem Bildungsmarkt kommerziell erhältlich bzw. offen und frei als Angebot von öffentlichen Bildungsträgern zugänglich. Die Lernziele der Planspiele sind meist sehr konkret vorgegeben und durch den Ablauf innerhalb des Planspiels gut zu erreichen. Ein wesentlicher Vorteil von Planspielen ist die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, die einen hohen Wirkungsgrad für das Erlernen und Erfahren von realen Problemstellungen erreicht. Hier setzt nun die Arbeit von Hausner an einem sehr speziellen Erkenntnisinteresse an, indem die Autorin ein Planspiel entwickelt, mit dessen Hilfe das sozialpsychologische Phänomen des Groupthink provoziert, beobachtet und bewertet werden soll. Das Groupthink Phänomen nach Janis wird in der Sozialpsychologie weithin als mögliches Konstrukt anerkannt, wenngleich in seiner empirischen Bedeutung und Erfassbarkeit kritisch hinterfragt. In der theoretischen Bearbeitung dieser Problemstellung arbeitet Hausner daher auch die Grundlagen, Weiterentwicklungen und kritischen Würdigungen heraus. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden in einem nachfolgenden Schritt eigene Analysetools entwickelt, die sich aus bereits vorhandenen Instrumenten bedienen, diese aber in einigen Aspekten weiterentwickeln, um für den Einsatz im Planspiel anwendbar zu werden.

Nach einer Beschreibung des Planspiels, das die nachhaltige Vereinbarung zum Thema Wasserversorgung auf einer multinationalen, intergouvernmentalen Ebene zum Gegenstand hat, stellt die Autorin die Ergebnisse der Analyse vor und führt diese einer eigenständigen Auswertung und Bewertung zu. Abschließend kommt die Autorin zu dem Schluss, dass sich die Phänomene des Groupthink durchaus beobachten ließen, wenngleich eindeutige Ergebnisse nicht erzielt werden konnten. Hausner nimmt dieses Ergebnis zum Anlass, um in einem letzten Teilschritt Hinweise für Weiterentwicklungen und Handlungsempfehlungen für Planspiele zu geben.

Die Ausführungen werden durch eine umfassende Dokumentation der Erhebungsinstrumente, erfassten Daten sowie der Unterlagen für das Planspiel ergänzt. Da die Arbeit in Zusammenarbeit mit einem Beratungsunternehmen entwickelt wurde, gilt für das eingereichte Material ein Sperrvermerk.

 

Indicator-based Technology Intelligence. Theory, Practice and Application to Graphene

Autorin: Julia Welter (2014) 

Mit der Fragestellung nach der strategischen Bewertung von technologischen Innovationen spricht Frau Julia Welter eine wichtige Fragestellung für das Innovationsmanagement eines Unternehmens an. Welter baut ihre Untersuchung auf einem konkreten Fallbeispiel eines äußerst innovativen Unternehmens der Halbleiterbranche auf, dessen konkrete Bearbeitung sie selbst mit begleitet hat. Ihre Untersuchung positioniert sich in diesem Zusammenhang konzeptionell an der Schnittstelle von betriebswirtschaftlichen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen sowie kognitionspsychologischen Aspekten des Innovationsmanagements. Dieser Ansatz stellt einen hohen Anspruch an die Breite der zu berücksichtigenden Themen, dem Welter mit der Struktur ihrer Ausarbeitung in folgender Weise gerecht wird.

Nach einer groben Eingrenzung der Fragestellung und der Darstellung der Vorgehensweise in Kapitel 1 beginnt Welter in Kapitel 2 die psychologischen Aspekte von Risiko, Unsicherheit und Prognose auf der Grundlage der fachwissenschaftliche etablierten Arbeite von Kahneman und Gigerenzer darzustellen. Hiermit führt Welter die erste interdisziplinäre Sichtweise ein, die an spätere Stelle für den Bereich der Informationsverarbeitung zur Entscheidungsunterstützung wiederaufgenommen wird.

Nachfolgend wird in Kapitel 3 die Schwierigkeit aufgezeigt, den Begriff Technologie zu definieren und ihn innerhalb des Technologie- sowie Innovationsmanagements zu verorten. Eine besondere Rolle misst Welter hierbei dem Begriff der „Technology Intelligence“ bei, der den Prozess der Technologieanalyse, -bewertung und Markteinschätzung umfasst. Dieser Prozess kann nach Aussage der Autorin nur dann effektiv gestaltet werden, wenn die Prozesse der Informationsverarbeitung richtig strukturiert und organisiert werden.

Kapitel 4 stellt dann unterschiedliche Modelle vor, mit deren Hilfe das „Technology Intelligence“ betrieben werden kann. Begleitet werden diese Überlegungen von der Diskussion verschiedener Indikatoren, die zur Operationalisierung der Modelle herangezogen werden können. Die zwei bedeutenden Modelle „Hype-Cycle“ (Gartner) und „Sechs-Phasen“ (Meyer-Krahmer u. Dreher) werden dann im Einzelnen kritisch gewürdigt. Welter kommt zu dem Schluss, dass das Modell „Hype-Cycle“ nur bedingt zur Analyse nutzbar sei, weil die Bewertung mehr von subjektiven Einschätzungen denn von objektiven Operationalisierungen abhängig ist. Besonders anfällig ist das Modell „Hype-Cycle“ gegenüber dem sozialpsychologischen Phänomen des „Groupthinks“. Welter untermauert ihre Einschätzung mit dem Fallbeispiel der Wasserstofftechnologie. Als Alternative sieht Welter das Modell „Sech-Phasen“.

Kapitel 5 wendet schließlich die theoretischen Konzeptionen am Anwendungsfall Graphen an und erarbeitet eine Einschätzung anhand des Modells „Sechs-Phasen“. Einleitend wird das Themenfeld Graphen aufbereitet und mit einer umfassenden Marktübersicht begleitet. Welter kommt zu dem Schluss, dass mit dem Modell „Sechs-Phasen“ gekoppelt mit einem effektiven Informationsmanagement ein „Technology Intelligence“ wirksam zum Ansatz gebracht werden kann.

The Humanitarian-Development-Peace Nexus in Protracted Crises: Analysis of the Current State of the Art and Comparison to Recognition and Collaboration Strategies implanted by United Nations.
Autorin: Berenike Katharina Vollmer (2019)

In ihrer Arbeit untersucht Voller den sogenannten Triple Nexus aus 'Humanitarian, Development and Peace' in anhaltenden Krisensituationen. Die Autorin setzt sich dabei zum Ziel, den Triple Nexus anhand einer Literaturanalyse in seiner Konzeptdimension zu charakterisieren und seinen Grad der effektiven Umsetzung in der Praxis zu bestimmen.
Methodisch startet Vollmer mit einer Analyse der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Nexus. Dabei beschreibt sie die Überschneidungen einzelner Segmente des Nexus und die draus sich ableitende Komplexität der Rollen. Im Weiteren wird die Bedeutung folgender Punkte thematisiert: gemeinsamer Informationsaustausch zwischen den Segmenten und gemeinsame Analyse, lokaler Ansatz der Problemlösung, langfristige Finanzplanung, Vorrang der humanitären Prinzipien und gemeinsames Training der Akteure aus den verschiedenen Segmenten.
In einem zweiten Schritt stellt die Autorin die Entwicklungen und Diskussionen der Vereinten Nationen bezüglich des Triple Nexus vor. Sie beginnt mit der Beschreibung der Akteursdefinitionen durch die Vereinten Nationen, setzt mit einer Beschreibung der strategischen Entwicklungen auf politischer Ebene fort und schließt mit der Betrachtung des taktisch-operativen UN CMCoord Field Handbook ab. Bei der Analyse der UN Dokumente und Berichte setzt Vollmer den Schwerpunkt auf die Verbindungen zum Triple Nexus, wie er in der Darstellung der wissenschaftlichen Literatur herausgearbeitet wurde.
Zusammenfassend kommt Vollmer zum Schluss, dass die Debatte über das Konzept des Triple Nexus und dessen Umsetzung divers ist. Mit Blick auf die politisch strategische Diskussion und die operativ taktische Umsetzung sieht die Autorin ein deutliches Bekenntnis der Vereinten Nationen zum Triple Nexus, erkennt aber auch, dass sowohl strategisch als auch operativ taktisch weitere Diskussionspunkte existieren: Finanzierung, innovative Kommunikations- und Informationskanäle, Einsatzsettings und Programmgestaltung.
 

Das Zusammenwirken von kommunalen Behörden und von Gruppen freiwilliger Helfer in der Flüchtlingsarbeit
Autorin: Marion Zilker (2016)

In ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sich Marion Zilker mit den Bedingungen und Voraussetzungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen freiwilligen Gruppen und staatlichen Stellen in der Arbeit mit Flüchtlingen. Ihr Fokus liegt dabei auf der Frage, wie das Engagement der freiwilligen Gruppen aufrechterhalten werden kann, sich nachhaltig an der Arbeit mit Flüchtlingen zu beteiligen (Motivationen), sich dabei insbesondere mit den Kommunen zu koordinieren (Governance-Prozesse) und dabei die Qualität der Arbeit zu sichern. Basierend auf qualitativen Interviews und Literaturdiskussion entwickelt Zilker Handlungsvorschläge, um das Zusammenwirken der Akteure zu verbessern.
 
Zu Beginn ihrer Analyse diskutiert, umreißt und definiert Zilker die verschiedenen Begrifflichkeiten von Ehrenamt, freiwilliges sowie bürgerschaftliches Engagement und Freiwilligenarbeit. In der weiteren Arbeit verwendet Zilker die Begriffe freiwilliges und bürgerschaftliches Engagement, um die zwei spezifischen Aspekte der Freiwilligkeit und Bürgerschaft, hier als Teil der Governance Struktur, zu erfassen. Anschließend diskutiert Zilker die Beziehungsstrukturen zwischen Staat und bürgerschaftlichen Engagement und verweist auf das Problem staatlicher Akteure, dass deren Überzeugungsprogramme, finanzielle Anreize, Infrastrukturförderung und Verpflichtungen zum freiwilligen Engagement jeweils Grenzen der Machbarkeit aufweisen. Zilker nutzt daher den Governance Ansatz als Analysekonzept, um die Besonderheit der Netzwerke und deren Koordination auf kommunaler Ebene zu erfassen. Hierbei zeigt Zilker die Besonderheit der kommunalen Selbstverwaltung auf: weitgehende Autonomie einerseits und knappe Finanzressourcen andererseits ermöglichen und erfordern eine starke Zivilgesellschaft. Dies bedeutet aber auch, dass die zivilgesellschaftlichen Akteure ein politisches Mitspracherecht eingeräumt bekommen sollten.
 
Zu Vorbereitung einer detaillierten Analyse von Maßnahmen stellt Zilker die Aufgaben, Leistungen und Beiträge der Kommunen und der freiwilligen Gruppen in der Arbeit mit Flüchtlingen vor. Hierbei gibt Zilker den Sachstand der empirischen Forschung über die freiwilligen Gruppierungen und deren Motivationen zum Engagement wieder. Bei der Betrachtung der kommunalen Ebene stellt die Autorin heraus, dass die gesetzlichen Vorgaben Interpretationsspielräume eröffnen, die von den kommunalen Akteuren durchaus politisch ausgelegt werden.
 
Abschließend erörtert Zilker Maßnahmen zur Förderung des freiwilligen Engagements und der Governance Strukturen. Kommunale Unterschiede machen eine variable Gestaltung von Koordinierungsmaßnahmen notwendig, wobei in der Empirie oftmals eigenständige Koordination von freiwilligen Gruppierungen vorherrscht, die nur teilweise durch kommunale Koordinierungsstellen unterstützt wird. In ihrer Liste von Handlungsempfehlungen verweist Zilker auf die Notwendigkeit, Fördermaßnahmen nachhaltig zu finanzieren, freiwilliges Engagement nicht zu instrumentalisieren, sondern Helfergruppen als Kooperationspartner zu gewinnen, Flüchtlinge in die Koordination mit einzubeziehen, die Qualität nachhaltig aufzubauen und neue Handlungsfelder zu erschließen. Als besonderer Punkt gilt es, die Motivation der Freiwilligen durch eine Anerkennungspolitik aufrechtzuerhalten.

 

Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe – Eine Untersuchung am Beispiel Regensburg hilft.

Autorin: Alisa Cathrin Vogt (2015)

Frau Alisa Cathrin Vogt untersucht in ihrer Bachelorarbeit, ob die im Projekt "Regensburg hilft" engagierten Ehrenamtlichen die identischen Beweggründe, sozialen Hintergründe und Einstellungen aufweisen wie die Ehrenamtlichen im Bundesdurchschnitt. Als Maßstab für die Operationalisierung dient der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgegebene Freiwilligensurvey zum Ehrenamt in Deutschland. Das Erkenntnisinteresse richtet sich darauf, welche Regensburger Bürger durch das Projekt "Regensburg hilft" angesprochen werden und welche Voraussetzungen die Bereitschaft für das ehrenamtliche Engagement begünstigen.

Die Autorin beginnt ihre Untersuchung mit einer konzeptionellen und begrifflichen Aufbereitung und konzentriert sich dabei auf den Erkenntnisgegenstand Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit. Hierbei grenzt sie nicht nur das Themenfeld ein, sondern definiert auch die Begriffe für die weitere Verwendung im Rahmen der Analyse. Besondere Bedeutung hat hierbei die sprachliche Figur des "Homo Honoris Circiter", die später der Figur des "Homo Honoris Ratisbonae" gegenübergestellt wird. Die konzeptionelle Aufbereitung wird mit einer deskriptiven Vorstellung des Projektes "Regensburg hilft" abgerundet.

In der nun folgenden methodischen Vorstellung der empirischen Umfrage werden von der Autorin die wesentlichen Vorgehensweisen und Instrumente aufgezeigt. In der Untersuchung liegt der Schwerpunkt auf der Evaluation des bisherigen Projektverlaufes aus Sicht der Ehrenamtlichen, der Einordnung des "Homo Honoris Ratisbonae" und die Untersuchung weiterer demografischer sowie sozialer Variablen.

Daran schließt sich die Präsentation der Ergebnisse an, deren Kurzfassung wie folgt lautet:

  • Zeitungen und persönliche Kontakte haben zur Verbreitung des Projektes beigetragen;
  • Überwiegend war die Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen aus Sicht der Ehrenamtlichen gut;
  • Ehrenamtliche sind besonders altruistisch motiviert; sie fühlen sich von der Flüchtlingsarbeit stark angesprochen;
  • Ehrenamtliche waren zeitlich nicht wesentlich vom durchschnittlichen Engagement entfernt;
  • Ehrenamtlich fühlen sich auf Augenhöhe mit den Hauptamtlichen;
  • Ehrenamtliche unterstützen die Flüchtlingsarbeit in den Bereichen Freizeitgestaltung und Weiterbildung;
  • Koordination durch die Stadt führt zu keinen Interessenskonflikten mit den Ehrenamtlichen;
  • Die demografische Auswertung ergab, dass die Regensburger Ehrenamtlichen einen höheren Anteil an Frauen haben als im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt.

Die Autorin schließt ihre Untersuchung mit Hinweisen zur begrenzten Reichweite ihrer empirischen Analyse und der damit eingeschränkten Aussagekraft. Sie endet mit der Formulierung von Handlungsempfehlungen für das Projekt.

 

Herausforderungen der Zivil-militärischen Zusammenarbeit aufgrund unterschiedlicher Organisationskulturen

Autorin: Julia Römer (2015)

Frau Julia Römer hat mit ihrer Arbeit zu den Herausforderungen zivil-militärischen Zusammenarbeit aufgrund unterschiedlicher Organisationskulturen ein anspruchsvolles Erkenntnisinteresse formuliert. Frau Römer nähert sich diesem Erkenntnisphänomen in drei Schritten. Über die Theorie der Interkulturalität basierend auf den Arbeiten von Alexander Thomas u.a. spezifiziert sie in einem zweiten Schritt den Erkenntnisgegenstand mit Blick auf die militärische Kultur. Abgeschlossen wird ihre Arbeit durch die empirische Erhebung von Kulturstandards im Militär.

Der wissenschaftliche Anspruch, ein bislang nur wenig untersuchtes Handlungsfeld der interkulturellen Forschung zu beleuchten, stellt einen herausragenden Ansatz der Arbeit dar. Die im Rahmen einer Bachelorarbeit notwendige Eingrenzung fokussiert die Fragestellung schließlich auf die Interaktion zwischen Angehörigen der Bundeswehr im Stabs- und Arbeitsbereich CIMIC in der Interaktion mit zivilen Organisationen während eines Auslandseinsatzes. Im Mittelpunkt stehen dabei ausschließlich die Aspekte der militärischen Kultur.

Nach einer weitreichenden fachlichen Herleitung und methodischen Aufbereitung der Kulturstandardmethode nach Alexander Thomas konzentriert Römer ihr Analysekonzept auf die Anwendung des Drei-Ebenen-Modells (Schein) und des kulturellen Schachtelmodells (Thomas). Hierauf basierend untersucht die Autorin literaturgestützt die wesentlichen Eigenschaften der militärischen Organisationskultur. Hierbei geht Römer anteilig auf die die Besonderheiten der zivil-militärischen Zusammenarbeit CIMIC ein.

Im empirischen Anteil erarbeitet Römer mit Hilfe von teilstrukturierten Interviews eine originäre Datenbasis von kritischen Interaktionssituationen aus Sicht von Angehörigen der Bundeswehr im Arbeitsbereich CIMIC. In der Durchführung der Interviews und in deren Auswertung lässt die Autorin ihre bis dahin in diesem militärischen Anwendungsbereich gesammelten Erfahrungen mit einfließen. Römer identifiziert mit den Konstrukten "Auftragsorientierung", "Extreme Regelorientierung" sowie "Sicherheitsdenken" drei übergeordnete militärisches Kulturstandards und mit "Kurzfristiges Zeitmanagement", "Strikte Einhaltung von Funktions- und Rolleneinteilung" sowie "Direkte Kommunikation im militärischen Ton" weitere drei untergeordnete Kulturstandards. In einer modellhaften Gesamtschau stellt Römer die sechs identifizierten Kulturstandards in Beziehung zu einander und bewertet diese im Rahmen einer Erweiterung des Erkenntnisinteresses im Vergleich mit den deutschen Kulturstandards. Abschließend öffnet Römer die Perspektive auf mögliche weitere Interpretationen der Ergebnisse und identifiziert den Bedarf für mögliche weitergehenden Forschungsfragen.

 

Inter-organizational cooperation among NGOs for effective health response to humanitarian crisis. Concept development on the basis of the high reliability theory

Autorin: Andrea Stanglmaier (2013)

Stanglmair hat in ihrer Arbeit den innovativen Ansatz entwickelt, das theoretische Konzept von High Reliability Organizations (HRO) auf die Frage der interorganisationalen Zusammenarbeit zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) anzuwenden. Die Autorin konzentriert sich dabei auf die Zusammenarbeit von NGOs im Tätigkeitsbereich der Gesundheitsversorgung in komplexen humanitären Krisen.

In ihrer Ausarbeitung stellt Stanglmair den begrifflichen und theoretischen Kontext dar, indem sie zunächst die Begrifflichkeiten anhand von offiziellen Definitionen wie z.B. der UN, aber auch aus der wissenschaftlichen Literatur erläutert. Sie beschreibt literaturgestützt anschließend die Herausforderungen und Risiken der interorganisationalen Zusammenarbeit und identifiziert dabei die wichtigsten Probleme (S.17): Herausbildung einer nachhaltigen Organisationsidentität, Formulierung spezifischer Zielsetzungen, Definition und Implementation von Organisationsstrukturen sowie die Schwierigkeiten um Umgang mit Zielkonflikten in der Organisation. Der Faktor Zeit in der Konsensfindung zwischen Organisationen und die Diversität der Organisationskonzepte und -methoden verkomplizierten diese fünf Probleme.

Nach der Darstellung des Problemfeldes mit ersten konzeptionellen Analysen führt die Autorin die Theorie der HRO ein, die mittlerweile als eigenständige Theorie in der Organisationspsychologie einen spezifischen Erkenntnisgegenstand und spezifisches Erkenntnisinteresse beschreibt. In einem kurzen Überblick stellt die Autorin die wesentlichen Argumente der Theorie sowie die wesentlichen Erkenntnisresultate vor. Die Autorin übernimmt dabei den zielführenden Ansatz, die Beschreibung von HRO aus zwei Perspektiven zu gestalten. Zum einen die Beziehungen zur Umgebung sowie Kontext und zum anderen die Charakteristik, die nach innen in eine HRO wirken und diese zusammen mit der ersten Perspektive als besondere Organisationsform kennzeichnen.

Letztlich überführt die Autorin diese Theorie mittels einer geschickten Argumentation in eine Analyse der Anforderungen an NGOs während der Koordinierung ihrer Arbeit in humanitären Krisen. Dazu argumentiert die Autorin, dass man die die Zusammenarbeit der NGOs als High Reliability Network (HRN) verstehen kann und dadurch mit dem Konzept der HRO einer Analyse zugänglich macht. In diesem Zusammenhang entwickelt die Autorin eine Matrix anhand der sie dann das Konzept eines HRN von NGOs untersucht. Abschließen formuliert Stanglmair Richtlinien zur Umsetzung einer Sicherheitskultur, die zur Umsetzung der Erkenntnisse für ein gutes HRN identifiziert wurden.

 

The Application of the organizational theory on civil-military cooperation – case study PERIGRINE SWORD and QUICK SWORD.

Autorin: Julia Krebs (2013)

Frau Krebs untersucht in ihrer Arbeit die zivil-militärische Kooperation und Koordination in multinationalen Stabilisierungs- und Eingreifoperation anhand etablierter fachwissenschaftlichen Theorien aus der Politik- und Sozialpsychologie: zum einen der Organisations- und Bürokratietheorie nach Simon und zum anderen interkulturelle Theorie nach Thomas. Dabei orientiert sich die Autorin an zwei Modellargumentationen. Zum einen an die Analysen von Allison und Zelikov sowie zum anderen an der Methode der kritischen Interaktionssituationen nach Fiedler. Die Autorin nutzt dieses Gerüst zur Analyse von Fallbeispielen, die sie aus der eigenen Beobachtung von zwei multinationalen Übungen (PERIGRINE SWORD und QUICK SWORD) gewonnen hat.

Die Quellenauswahl stützt sich auf wichtige fachwissenschaftliche Buchpublikationen wie z.B. Allison und Zelikow, Thomas und Weber. Bei den fachwissenschaftlichen Zeitschriften und Dokumenten fokussiert sich die Arbeit auf Veröffentlichungen des Interagency Standing Committee. Als wichtigste Primärquelle wird der Comprehensive Operations Planning Directive der NATO herangezogen.

 

Civil-Military Cooperation – Concepts, Challenges and Prospects

Autorin: Gudrun Seebauer (2013)

Frau Gudrun Seebauer stellt in ihrer Bachelorarbeit die Erkenntnisfrage, wie sich die zivil-militärische Zusammenarbeit in komplexen Stabilisierungsoperationen konzeptionell und handlungspraktisch ausgestaltet sowie welche Herausforderungen sich bei der Kooperation und Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren ergeben. Ihre Argumentation folgt dabei dem Duktus zunächst die Rand- und Rahmenbedingungen von Stabilisierungsoperationen aufzuzeigen, anschließend die Begrifflichkeiten zu definieren und sich dann über die Analyse von Vor- und Nachteilen eigenen Handlungsempfehlungen zu nähern.

Die gesamte Arbeit zeichnet sich durch eine umfassende Perspektive auf den Erkenntnisgegenstand aus, bleibt jedoch wichtige Differenzierungen (z.B. Unterscheidung von Kooperation und Koordinierung), Herleitungen (z.B. Fokus auf bestimmte Akteure) und empirische Belege (z.B. quantitative Daten zu Missionen) schuldig.

Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von unterschiedlichen Fachperspektiven auf den Erkenntnisgegenstand. Die Autorin versucht sich nicht nur über die gängigen konzeptionellen Vorstellungen aus dem Bereich der Streitkräfte und zivilen wie politischen Akteuren dem Erkenntnisgegenstand zu nähern, sondern nützt auch Erkenntnisse aus der interkulturellen Forschung. Organisationstheoretischen Konzepte bleiben jedoch außer einer begrifflichen Erwähnung außen vor.

In den Handlungsempfehlungen entwickelt Seebauer eine Reihe von Vorschlägen: Joint planning processes, familiarity, division of labour, integration of key civilian organisations in the planning process, development of common doctrine, intercultural training and sensitization, sharing information, implementation of HUMAD und evaluation. In diesem letzten Punkt bleiben die Ausführungen jedoch nur in Ansätzen stecken.

An Assessment of the GLOBE concept at the OTH Regensburg based on the Living Lab approach

Autor: Florian von Reusner (2017)

In seiner Bachelorarbeit systematisiert und diskutiert Florian von Reusner das Konzept von Living Lab, beschreibt die Übungsserie GLOBE an der OTH Regensburg und analysiert, inwieweit GLOBE eine Implementierung eines Living Labs darstellt. Der Autor stellt dabei bereit eingangs deutlich heraus, dass aufgrund wenig kritischer Quellen und aufgrund einer wenig konsistenten Definition der Begrifflichkeit Living Lab ein großer Interpretationsspielraum besteht. Der Autor setzt sich daher zum Ziel, eine eigene Deutung des Konzepts für die spätere Anwendung festzulegen.

Die grundlegende Konzeptanalyse beginnt der Autor mit einer deskriptiven Abhandlung der Geschichte und der verschiedenen Vorläufer des gegenwärtigen Konzepts Living Lab. Als Schlussfolgerung dieser Übersicht verweist der Autor auf die zunehmende Bedeutung der Beteiligung von Nutzern und Stakeholdern in Innovations- und Entwicklungsprozessen. Eine erste umfassende Ausprägung dieser Beteiligung lässt sich im sog. Quadrupel Helixmodell erkennen, demnach neben unternehmerischen, öffentlichen und akademischen Sektor als vierte Komponente auch die Nutzer (People) einbezogen werden. Seine erste begriffliche Implementierung erfährt das Living Lab durch den Umweg über Cooperative Design, Social Experiments, Digital oder Smart Cities schließlich als American Living Laboratory Anfang der 2000er Jahre, und als aktueller Sachstand dann im European Living Lab Movement Mitte der 2000er Jahre.

In einem weiteren Schritt analysiert von Reusner die unterschiedlichen Definitionen und Interpretationen des Living Lab Konzeptes. Die Heterogenität der Begriffsbestimmungen und Auslegungen stehen dabei nach Sicht des Autors weniger widersprüchlich, denn ergänzend zu einander. Grundsätzlichen identifiziert der Autor mit Hilfe der Literatur drei wichtige Stränge für die Beschreibung von Living Lab: 1. der Kontext oder die Umwelt, in der ein Living Lab stattfindet;  2. eine Untersuchungsmethode des Living Labs (Test, Experiment, Validierung, etc.), welches 3. mit einem Konzept oder System in einer Realumgebung  mit realen Stakeholdern arbeitet. Die Beteiligung von Nutzern unter Realbedingungen (in-situ bzw. in-vivo) dient dem entscheidenden Zwecke der Co-Creation von Produkten oder Prozessen. Aufbauend auf dieser Rahmendefinitionen vertieft der Autor die idealtypischen Charakteristika und Elemente wie z.B. Prinzipien, Prozesse und Zielsetzungen von Living Labs. Daraus entwickelt von Reusner eine Checkliste für Living Labs ( Co-creation and user centric approach; experimental setting; public-private-people-partnership; trans-disciplinarity; open knowledge for social learning), die dann zur Überprüfung der GLOBE Serie herangezogen wird. Letztlich konstatiert von Reusner : "The conceptualization of LL remain problematic, with the various and broad definitions and meanings of the definitions and tools, both in theory and practice [...]" (S. 61).

Im zweiten wichtigen Teil seiner Arbeit geht von Reusner auf die Übungsserie GLOBE ein und untersucht die Verbindung zwischen der Implementation der Übung und dem Konzept Living Lab. Hierbei legt der Autor einen Schwerpunkt auf das Phänomen des sozialen Lernens und thematisiert dies durch die Einbeziehung der action learning theory von Kolb. Abschließend untersucht der Autor das Konzept der GLOBE Übung anhand der im ersten Teil spezifizierten Kriterien. Er kommt zu dem Schluss, dass die Übung überwiegend mit dem Konzept Living Lab korrespondiert. Jedoch fehlt die wichtige Anbindung an reale Entwicklungsprozesse und Innovationen. Abschließend empfiehlt von Reusner die Einbeziehung aller Akteure wie im Quadrupel Helix Modell vorgeschlagen.

Managing Virtual Teams successful – challenges and limits towards an operational observation on the effectiveness of virtual teamwork

Autor: Tobias Bauer (2016)

In seiner Bachelorarbeit beschäftigt sich Tobias Bauer mit der Fragestellung, welche Faktoren den Erfolg von virtuellen Teams beeinflussen und wie das Frühwarnsystem von Benkhoff et al. (2011) für die Übungen der „Globe Series“ konzeptioniert werden sollte. Hierzu basiert Bauer seine Arbeit auf eine umfangreiche Literaturdarstellung und -diskussion, die dann mit den empirischen Daten aus den Übungen „Facilitate Globe“ und „Go Globe“ in Verbindung gebracht werden.

Bauer beginnt seine Ausführungen mit der Darstellung und Abgrenzung von Konzepten zu traditionellen und virtuellen Teams. Mit dem Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie wächst auch die Bedeutung von virtuellen Teams für die Zusammenarbeit.  Hierbei gilt es aber zwischen verschiedenen Formen von virtuellen Teams zu unterscheiden. Von besonderer Bedeutung sind die speziellen Charakteristika von virtuellen Teams wie bspw. Flexibilität und Adaptivität, die aber zugleich auch große Herausforderungen für die Kommunikation und Koordination von Teams darstellen. Bauer schließt daher dieses Kapitel mit einem Abriss über die Bedeutung von Teamarbeit in virtuellen Teams. Ein wichtiges Ergebnis seiner Ausarbeitung deutet darauf hin, dass zu virtuellen Teams nur hinreichend publiziert wurde.

Nach dieser begrifflichen und konzeptionellen Klärung greift Bauer die Diskussion zu den Erfolgsfaktoren von virtuellen Teams auf. Basierend auf einer Literaturdiskussion konzentriert sich Bauer auf die Auswirkung von Teamzusammensetzung, -kommunikation, -performance und -effektivität. Zur Teamperformance referenziert Bauer auf das etablierte VIST Modell (Valence, Instrumentality, Self-Efficacy, Trust). Insgesamt verweist Bauer auch in diesem Kapitel auf die wenig umfangreiche Literatur zu spezifischen und messbaren Erfolgsfaktoren von virtuellen Teams.

Als Folge der Erfolgsfaktoren verweist Bauer auf die Bedeutung eines Frühwarnsystems für virtuelle Teams. Basierend auf dem Modell von Benkhoff et al. (2011) zeigt Bauer die wesentlichen Elemente eines Frühwarnsystems auf, grenzt das ursprüngliche Modell ein, denn die Aspekte der Arbeitsbelastung und -intensität werden in den erhobenen Daten aus den nur kurz andauernden Übungen nicht reflektiert.

In einer abschließenden Datenauswertung auf der Basis eigens erhobener Daten aus den Übungen Facilitate Globe und Go Globe zeigt Bauer die Verbindungen zu den dargestellten Konzepten auf. Er stellt fest, dass aus den dargestellten Konzepten eine umfassendere Analyse für die Übungen möglich und sinnvoll sei.

 

Challenges of contemporary virtual teamwork - Proposals for developing best practices

Autor: Thomas Lehner (2014)

Mit der Fragestellung nach den Herausforderungen und den dafür notwendigen Lösungsansätzen der virtuellen Zusammenarbeit in aktuellen Organisations- und Aufgabensettings spricht Lehner eine wichtige Fragestellungen für Unternehmen, Organisationen und Institutionen an, die in einer globalisierten Arbeitsumgebung über räumliche, zeitliche und sozio-kulturelle Grenzen hinweg miteinander in Projekten zusammenarbeiten. Lehner geht dabei einen stringenten und fachwissenschaftlich fundierten Weg einerseits, nutzt dazu aber andererseits empirische Erkenntnisse aus Studien, die im Zusammenhang mit Übungen an der OTH Regensburg in den letzten eineinhalb Jahren gewonnen wurden.

Für die Entwicklung von Lösungsansätzen folgt Lehner einer fachwissenschaftlich fundierten Argumentation. Er beginnt mit dem Transfer eines von Salamon et al. 2008 entwickelten Modells zur Beschreibung virtueller Teamarbeit und ersetzt den Begriff des Netzwerkes mit dem Begriff der Dimension. Dadurch führt Lehner die Idee des virtuellen Raumes auf die Idee des geometrischen Raumes mit drei Dimensionen (Task, Social, Communication & Technology) zurück. Dieser ersten Transferleistung  folgen weitere konzeptionelle sowie analytische Eigenleistungen von Lehner: so werden die Handlungsempfehlungen von Salmon et al. reorganisiert und entsprechend der Dimensionen verortet; nach der literaturgestützten Diskussion werden Forschungslücken identifiziert; eigenständig erhobene empirische Beobachtungsdaten werden in Bezug zu Thesen der Literatur gesetzt; eigene Checklisten für die Verbesserung der virtuellen Zusammenarbeit werden formuliert; in der Literatur genannte Eigenschaften und Fähigkeiten für Führungskräfte und Teammitglieder werden einer eigenständigen Priorisierung unterzogen.

Von besonderem erkenntnistheoretischem Mehrwert ist die Darstellung von Beobachtung anhand der Übungen, die im Zusammenhang mit dem Training für virtuelle Zusammenarbeit konzipiert und durchgeführt wurden. So verweist Lehner in einer Beobachtung darauf hin, welchen Einfluss vorhergegangene Übungen auf das Verhalten von Teilnehmer in nachfolgenden Übungen hatten. Wenngleich die quantitativen Datenauswertungen sicherlich nicht den statistischen Anforderungen genügen, so bilden diese qualitativen Daten einen wichtigen Ausgangspunkt für die Bewertung von fachwissenschaftlichen Thesen.

Lehner bietet dem Leser zu jeder Dimension umsetzbare Handlungsempfehlungen, problematisiert diese an geeigneter Stelle, bleibt aber in seinen Ausführungen stets praxisorientiert. In seinem abschließenden Fazit fordert er explizit die Praxis auf, seine Empfehlungen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen und weitergehende Analyse anzustreben. Damit hat Lehner gleichsam ein weitergehendes Programm für Analysearbeiten formuliert.

Um den Leser der Arbeit in der Nachvollziehbarkeit zu unterstützen, wendet Lehner ein innovatives und überzeugendes System der schriftlichen Ausführungen an. Zu Beginn jeder Seite werden in einem Header die wichtigsten Informationen zusammengefasst und anfangs jeden Kapitels werden die wichtigsten Fachbegriffe in einem Glossar aufgeführt.

 

Entwicklung eines Planspiels zur Wirtschafts- und Finanzkrise der Europäischen Union

Autorin: Annemarie Baumeister (2013)

Baumeister entwickelt mit ihrer Arbeit ein Planspiel zum Einsatz in der Hochschullehre. Sie setzt dieses Vorhaben in ihrer Arbeit durch vier große Arbeitsschritte um. Zunächst stellt Baumeister die wichtigsten Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Literatur zur Methode und Didaktik des Planspiels vor. Dabei nennt die Autorin bspw. das Lehr- und Lernziel der Schaffung von Politikbewusstsein und politischer Mündigkeit (S.5). In einer hinreichend tiefen Analyse stellt die Autorin die begrifflichen sowie funktionellen Besonderheiten dar und gibt einen Einblick in die historischen Hintergründe der Methode. Dabei arbeitet sie die wichtigsten Charakteristika (Simulation, Spiel, Konflikt, Aktivität, Rolle und Kommunikation) heraus. Nach der Erläuterung des Phasenaufbaus von Planspielen schließt Baumeister mit der Bewertung, dass die Planspielmethode eine geeignete Form zur Vermittlung von komplexen Sachverhalten wie der Wirtschaft- und Finanzkrise der Europäischen Union darstellt (S. 35).

Im zweiten Teil der Arbeit gibt Baumeister einen Überblick über das entwickelte Planspiel und verweist dabei eingangs auf die Schwierigkeit, dass die Entwicklung im Grenzbereich aus Kunst und angewandter Wissenschaft liege (S.36). Die einzelnen Entwicklungsschritte werden von der Autorin stringent an den methodischen Erfordernissen beschrieben.

Im abschließenden Teil der Arbeit zeigt Baumeister die Ergebnisse der Auswertung von Übungsbeobachtung, Rückmeldung und Fragebogen auf. Diese Ergebnisse werden von der Autorin dann in Verbesserungsvorschläge übersetzt. Am Ende der Auswertung wird noch auf die Vermarktung in den Print- und Onlinemedien eingegangen.

Im Anhang finden sich alle Materialien wieder, die für die Durchführung des Planspiels von Bedeutung sind

 

Nachhaltige Elektromobilität? Eine Politikfeldanalyse zum Umgang mit menschenunwürdiger Kobaltgewinnung entlang der Batterie-Lieferkette

Autorin: Julia Urbauer (2017)

Julia Urbauer analysiert in ihrer Arbeit den Aspekt der Nachhaltigkeit der Elektromobilität in der Audi AG und untersucht dabei die Gewinnung von Kobalt mithilfe der Politikfeldanalyse. Im Rahmen dieser untersucht die Autorin verschiedene Stakeholder, deren Handeln, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die daraus resultierenden Ergebnisse.

Zunächst wird Kobalt von Konfliktmaterialien abgegrenzt, und auf die Bedingungen des Kobaltabbaus in der Demokratischen Republik Kongo eingegangen. Kobalt ist als Schlüsselressource für die Elektromobilität identifiziert. Weiterhin werden Stakeholder entlang der Kobaltförderung analysiert. Dabei unterscheidet Frau Urbauer zwischen korporativen Akteuren, politischen und rechtlichen Akteuren, kollektiven Akteuren und komparativen Akteuren.

Besonders ausgeprägt ist der Anwendungsbezug dieser Arbeit. Die Autorin untersucht das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Audi AG anhand Motivation, Zielsetzung und Umsetzung und stützt sich dabei methodisch in erster Linie auf qualitative Daten aus Experteninterviews.

Gesellschaftsübergreifende Aussöhnungsprozesse nach Genoziden - Ein deutsch-kambodschanischer Vergleich

Autorin: Carolin Junghans (2017)

In ihrer Bachelorarbeit analysiert Carolin Junghans die Aussöhnungsprozesse nach Genoziden anhand eines interdisziplinären Modells. Dabei geht sie tiefgründig auf die Fallbeispiele des Holocaust und des Genozids an den roten Khmer ein. Sie befasst sich dabei mit aktuellen Perspektiven der Rekonziliation in Deutschland und Kambodscha sowie mit den Chancen und Schwierigkeiten der kritischen Anwendung des Modells.

Frau Junghans erörtert zunächst die Konzepte Genozid, Traumata und Aussöhnung um die Voraussetzungen für eine vergleichende Analyse der Aussöhnungsprozesse zu klären. Der Begriff des Genozids wird dabei durch die Convention on the Prevention of the Crime of Genocide der Vereinten Nationen definiert. Traumata als Konsequenz von Genoziden stellen die Notwendigkeit der Aussöhnung dar, welche selbst durch die Definition von Bar-Tal & Benning eingeführt wird. Des Weiteren ordnet die Autorin den Prozess der Wiederversöhnung in den Friedensprozess ein und erschließt den Begriff als multidimensional.

Methodisch basiert die Arbeit auf der Entwicklung eines eigenen Modells zur Analyse der Aussöhnungsprozesse. Dieses Modell setzt sich dabei aus verschiedenen methodischen Ansätzen zusammen und baut somit auf der bestehenden Methodik auf. Grundlegend ist dabei das Coleman Boot Modell, welches Mikro-Beziehungen zum Verständnis von Makro-Systemen heranzieht. Im Kontext der Aussöhnung überträgt sie dieses Modell auf die strukturelle Makro-Rekonziliation auf nationaler und kommunaler Ebene sowie die psychologische Mikro-Rekonziliation auf Ebene der Individuen. In ihrem selbstentwickelten Modell vereint Frau Junghans diese beiden Ansätze.

In den Fallbeispielen analysiert die Autorin das Modell anhand von vier Schritten. Zunächst wird die Ausgangslage des Völkermordes betrachtet, bevor sie im Weiteren auf die Beziehung zwischen Täter und Opfer und schließlich auf die strukturelle und die psychologische Ebene eingeht. Die Aussöhnung in Deutschland ist demnach vor allem in den Bereichen der klassischen Vergangenheitspolitiken und der Geschichtsschreibung auf die strukturelle Ebene und im Bereich der Erinnerungs- und Gedenkkulturen auf die psychologische Ebene anwendbar. Auf struktureller Ebene werden dabei die vergeltende und opferorientierte Gerechtigkeit in Deutschland, Reparationszahlungen an die Opfer des Holocausts, die Errichtung und der Erhalt von Erinnerungsorten, eine umfangreiche Bildung sowie therapeutische Maßnahmen analysiert. Die Autorin schließt aus der Analyse der Makro-Ebene eine solide Grundlage für die Mikro-Ebene des Aussöhnungsprozesses als Zwischenbilanz. Das mehrstufige Anwenden des Modells auf psychologischer Ebene zeigt jedoch, dass heute trotz erzieltem Fortschritt noch nicht von einer vollkommenen, endgültigen Versöhnung beider Völker gesprochen werden kann. Im Kontext der Aussöhnung nach dem kambodschanischen Genozid ist die strukturelle Ebene noch deutlich ausbaubedürftiger, sodass die Phase des psychologischen Aussöhnens noch nicht substanziell erfolgen konnten. Die Zwischenbilanz in diesem Fall beschränkt sich also auf die Makro Ebene. 

Die Evaluation der Herausforderungen und Chancen des Modells durch die Autorin belegt ihre Grundhypothese der Mehrstufigkeit, bestätigt dabei allerdings auch kritisch den idealtypischen Charakter des Modells. Abschließend nennt die Autorin Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Modells durch Anwendung  auf andersartige Konflikte, durch den Ausbau des Metakonzeptes sowie die Simulation der Einflussfaktoren auf die beiden Ebenen des Modells.

Towards mutuality and participation in city-to-city cooperation: An analysis of success factors of the cooperation between Belo Horizonte and Düsseldorf

2017 mit dem Christa-Linder-Preis für eine herovorragende Bachelor Arbeit ausgezeichnet

Autorin: Anne-Kristin Berger (2017)

In ihrer Bachelorarbeit untersucht Frau Anne-Kristin Berger am Fallbeispiel der Städtepartnerschaft zwischen Belo Horizonte / Brasilien und Düsseldorf / Deutschland die Bedeutung, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen  von internationalen Städtepartnerschaften.  Die Autorin beschäftigt sich dabei insbesondere mit der Frage, wie die Akteure die Partnerschaft wahrnehmen und wie eine erfolgreiche Partnerschaft auf Augenhöhe gelingen kann. Sie thematisiert damit eine Fragestellung, die in der Wissenschaft von den Internationalen Beziehungen wenig behandelt und analysiert wurde.

Methodisch basiert die Arbeit neben der Literaturrecherche auf Experteninterviews, die neben dem Betriebswissen auch das Kontextwissen der Befragten erfassen. Damit ergibt sich ein breiter Blick auf den Erkenntnisgegenstand.  Die mit qualitativer Datenerhebung zwangsläufig verbundenen Schwierigkeiten der mangelnden Intersubjektivität und Objektivierbarkeit thematisiert Berger und grenzt die Fehlerrate durch gezielte Auswahl der Interviewpartner ein.

Begrifflich nutzt Berger den Ausdruck C2C (City to City), da dieser in der wissenschaftlichen Gemeinschaft wie auch in der politischen Domäne verbreitet ist. Sie stützt sich dabei auf die breit gefasste Definition von Bontebal (2009), die aus der Sicht der Autorin den besten Ansatz für die Analyse der Partnerschaft darstellt. Diesem Ansatz folgend untersucht Berger dann in der Fallstudie die Erfolgsfaktoren einer Partnerschaft wie Internationale Orientierung und Kooperation, Personalausstattung, persönliche und politische Unterstützung, Finanzausstattung, Stakeholder Netzwerk und Gegenseitigkeit. Aus diesem theoretischen und konzeptionellen Hintergrund leitet die Autorin dann Fragenkomplexe für die Interviews und die Untersuchung ab.

In der Fallstudie arbeitet Berger dann die Erfolgsfaktoren systematisch ab und unterstützt die Argumente mit Interviewbelegen, Dokumentenanalysen und statistischen Daten. Die Autorin beginnt mit der Bestandsanalyse, dass die Partnerschaft zwischen den Städten seit der Nachkriegszeit besteht und zwei heterogene Städte auf der Basis eines Memorandum of Understanding (MoU) verbindet. Die Ausgangslage ist nach Ansicht der Autorin mit einer Vielzahl von Herausforderungen gekennzeichnet. Entlang der identifizierten Erfolgsfaktoren zeigt Berger dann die Befunde auf: politischer Wechsel in beiden Städten erweckt neue Spielräume, aus dem MoU eine Kooperationsvereinbarung werden zu lassen, auch wenn über Ausmaß und Inhalt noch keine  Gemeinsamkeiten bestehen. Die personellen Kapazitäten in der zuständigen Verwaltungsstruktur sind auf beiden Seiten begrenzt. Ebenso ist das Budget für diese Aufgabe auf beiden Seiten vergleichsweise gering. Die politische Unterstützung der Partnerschaft hängt von den Persönlichkeiten der politischen Führung ab. Es besteht ein umfangreiches Netzwerkt an Stakeholdern und Partnern zur Unterstützung und Weiterentwicklung der Partnerschaft. Unterschiede bestehen in der Gegenseitigkeit, da das Nord-Süd-Gefälle sich auch auf die gegenwärtige Partnerschaft auswirkt.

Abschließend benennt Berger die wichtigsten Handlungsfelder. Demnach kommt dem Engagement der Zivilgesellschaft eine außerordentliche Rolle zu, die Partnerschaft nachhaltig zu gestalten. Bi-kultureller Persönlichkeiten könnten hier essentiell für die Vermittlung sein.

Für ein grünes Deutschland - Szenarien für die deutsche Energielandschaft bis 2030

Autorin: Birgit Eberl (2017)

In ihrer Bachelorarbeit untersucht Frau Birgit Eberl die Fragestellung, wie mögliche Zukunftsszenarien der Energiewirtschaft in Deutschland für das Jahr 2030 aussehen können. Dies insbesondere unter der politischen Maßgabe, den Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 aus mind. 30% erneuerbaren Energien zu speisen. Angesichts den politischen Bestrebungen, die globale Klimaerwärmung auf 2% zu beschränken, und den dafür notwendigen Maßnahmen einer kompletten Reduktion der CO2 Emissionen bis spätestens 2070, stellt sich die Autorin die Frage, wie diese Ziele in Zukunft in Deutschland erreicht werden können. Eberl grenzt hierbei die Arbeit dadurch ein, dass sie die Verbrauchssektoren nicht einzeln betrachtet, die Untersuchung der Potenziale verschiedener regenerativer Energiequellen ausschließt und sich auf Deutschland konzentriert.

Bevor Eberl die für die Szenarioerstellung notwendigen methodischen Schritte aufzeigt und unternimmt, erläutert sie problemspezifische Begriffe  wie Klimawandel, Energiewende, Klimaschutzplan, Umweltpolitik und Bruttoendenergieverbrauch. Sie beleuchtet daran anschließend kurz die aktuelle Situation der  erneuerbaren Energien in Deutschland und die Zielsetzungen, den Bruttoendenergieverbrauch bis 2050 um 30% zu senken.

Für die Entwicklung der Zukunftsszenarien nutzt Eberl das methodische Vorgehen der Szenariotechnik. Sie setzt des Tools Szenario Wizards zur Berechnung qualitativ entwickelter Szenarios ein. Hierbei verfolgt Eberl ein zweistufiges Vorgehen. Zunächst identifiziert sie anhand von sieben Experteninterviews die wichtigsten Einflussfaktoren (Kosten für erneuerbare Energien, Kosten für fossile Energien, Kundenpräferenz, Demographische Entwicklung, Politischer Wille, Umweltaspekte, Technologie und Entwicklung Bruttoendenergieverbrauch) . In einem zweiten Schritt befragt sie Studierende nach deren Einschätzung, wie die aus den Experteninterviews konsolidierten Einflussfaktoren im Rahmen einer Cross-Impact-Matrix bewertet werden können. Die Ergebnisse dieser Befragung mittelt Eberl und berechnet abschließend mit Hilfe der Software konsistente Szenarien.

Aus den Daten generiert Eberl drei Szenarien und beschreibt diese zum besseren Verständnis in zugänglicher Prosa. Sie betitelt dabei die möglichen Entwicklungen als "Alles beim Alten", "Digital Deutschland" und "Grünes Deutschland". In ihrer Analyse der Szenare kommt Eberl zu Schluss, dass die Faktoren Kundenpräferenz, demographische Entwicklung und Umweltaspekte nur eine geringe Rolle in den Unterschiedsmerkmalen der Szenare spielen.

Anhand der Szenarien diskutiert die Autorin abschließend mögliche Maßnahmen zur Erreichung des politisch gesetzten Zieles, den Bruttoendenergieverbrauchs bis 2019 mit mind. 30% aus erneuerbaren Energien zu bestreiten. Als entscheidenden Faktor identifiziert hierbei Eberl den politischen Willen und die Kundenpräferenz, ohne deren positiver Beitrag keine Zielerreichung möglich scheint.

Humanitäre Intervention – Eine Analyse am Beispiel von Emergency Shelter anhand des integralen Kompetenzmodells des imu Augsburg

Autorin: Lena Drössler (2016)

In ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sich Lena Drössler mit der Fragestellung, wie sich die Akteure der humanitären Hilfe die Methode der Innovation zu Nutzen machen können. Insbesondere in dem Bereich der Bereitstellung von Unterkünften für Flüchtlinge können Produktinnovationen die humanitäre Hilfe verbessern. Diese sog. Humanitäre Innovation wird von Drössler anhand zweier Fallbespiele im Bereich Emergency Shelter mit Hilfe des Kompetenzmodells der imu GmbH Augsburg, ein Coaching und Training Spin-off der Universität Augsburg von Prof. Dr. Bernd Wagner und Dr. Markus Strobel. Die betrachteten Fallbeispiele sind zum einen Better Shelter, eine feste Unterkunft zum Ersatz von Zelten und zum anderen ShelterBox, eine Box mit wichtiger Grundausstattung für die Bereitstellung eines Zeltes.

Als wichtigstes Ergebnis der Analyse von Drössler lässt sich festhalten, dass mit dem Kompetenzmodell das Innovationspotenzial der beiden Fälle analysiert werden kann und sich wichtige Erfolgsfaktoren der an der Innovation beteiligten Akteure identifizieren lassen. Dazu gehören nach Drössler weiche Faktoren wie Werteorientierung, Arbeitsatmosphäre und Loyalität, Risikobereitschaft der an der humanitären Innovation beteiligten Akteure, und die Einbeziehung der betroffenen Flüchtlinge. Jedoch weist Drössler mit den zwei Fallbeispielen der humanitären Innovation auch darauf hin, dass das eigentliche strukturelle Dilemma noch nicht gelöst wurde: das Konzept Flüchtlinge in Lagern zu halten und damit Problempotenziale erst zu erschaffen. Hier fehlen laut Drössler noch Entwicklungssprünge durch humanitäre Innovation.

Methodisch arbeitet Drössler mit einer Fallanalyse basierend auf dem Kompetenzmodell des imu Augsburg. Dieses Modell wird sehr erfolgreich im Innovationsmanagement eingesetzt und erlaubt die Analyse aus mehreren Perspektiven über mehrere Entwicklungsebenen. Für die Analyse nutzt Drössler jedoch nur die kollektive Perspektive des Modells. Darin wiederum beschränkt sich die Autorin innerhalb der äußeren Sicht auf die Prozesse, Formen der Kommunikation und Produkte wie Dienstleistungen der betrachteten Fallbeispiele; innerhalb der inneren Sicht auf die Stakeholderbeziehungen, Werteorientierung sowie Loyalität und Arbeitsatmosphäre. Als Daten für die Einordnung der Fallbeispiele nutzt Drössler zehn Experteninterviews und eine umfassende Literaturanalyse zu den Fallbeispielen.

Bei der Analyse mit Hilfe des Modells konnte Drössler herausarbeiten, dass sich beide Fallbeispiele innerhalb der Sichten auf den beiden sehr hohen Entwicklungsstufen von Gemeinschaftsorientierung einerseits und Innovation und Inspiration andererseits bewegen.

Von besonderer Bedeutung der Analyse ist die Einsatzerfahrung von Drössler, die sich mehrere Monate aktiv in der humanitären Flüchtlingshilfe in einem Krisengebiet engagiert hat. Diese praktische Erfahrung der Autorin zeigt sich in der Ausarbeitung bei der Bewertung von Stärken und Schwächen der humanitären Innovation.

Change Management of small and medium enterprises (SMEs) in the EU with regard to climate change adaption – How can corporate climate adaption be promoted through effective EU climate change governance?

Autorin: Juliana Kessler (2016)

In ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sich Juliana Kessler mit der Fragestellung, wie sich klein- und mittelständische Unternehmen auf die Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäft vorbereiten können. Hierbei legt die Arbeit einen Fokus auf die Prozesse des Change Managements innerhalb des Unternehmens bei gleichzeitiger Betrachtung der Möglichkeiten öffentlicher Maßnahmen zur Unterstützung dieser Prozesse.

Zunächst gibt Kessler in ihrer Arbeit eine Einführung in die generellen Herausforderungen der Anpassung an den Klimawandel. Hierbei wird zwischen Anpassung an den Klimawandel und Verhinderung bzw. Verminderung des Klimawandels unterschieden. Beides bedingt unterschiedliche Herangehensweisen der Politik und der Wirtschaft. Die weitere Arbeit konzentriert sich auf die Anpassungsstrategien der Unternehmen.

Daran anschließend erarbeitet die Autorin den aktuellen Sachstand unternehmerischer Anpassungsstrategien und kommt zu der Schlussfolgerung, dass die Unternehmen aufgrund der hohen Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels noch keine spezifischen Anpassungsstrategien entwickelt haben, eher reaktiv und mit Fokus auf Versicherung der zu erwartenden Schäden eingestellt sind. Voraussetzungen für einen Anpassungsprozess liegen überwiegend in der Kompetenz der Unternehmensführung begründet.

Nach diesem Problemaufriss stellt die Autorin das theoretisch konzeptionelle Grundgerüst des Change Managements in Unternehmen vor. Hierbei kommt sie zur Schlussfolgerung, dass aus der Vielzahl von Konzepten insbesondere das iterative und adaptive Change Management die besten Erfolgsaussichten aufweist. In diesem iterativen und adaptiven Change Management kommen der Vermeidung von Unsicherheit durch Problembewusstsein, Erhöhung der Akzeptanz von Maßnahmen durch Kommunikation, Effektivitätssteigerung durch gute Planung, Kontrolle und Konfliktmanagement sowie letztlich die Etablierung von Routinen die größte Bedeutung zu. Anhand dieses Vierklanges analysiert die Autorin das interne - oder wie sie es auch bezeichnet - das intrinsische Change Management von drei Unternehmen (Logistik-, Nahrungsmittel- sowie Baubranche).   Durch alle Unternehmen zeigt sich das iterative und adaptive Management mit unterschiedlichen Schwerpunkten von Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Von besonderem Erkenntnisinteresse ist hierbei das Analyseergebnis, dass sich keines der betrachteten Unternehmen auf einen ausgearbeiteten Kommunikationsplan stützen konnte.

In einem letzten Schritt untersucht die Autorin externe - oder wie sie es auch nennt - extrinsische Anreize für das Change Management. Hierzu werden Maßnahmen der EU zusammengestellt und mit Blick auf die Auswirkung für das Unternehmen bewertet. Vor allem Maßnahmen zur Erhöhung des Problembewusstseins und der Finanzierung von Maßnahmen sind hierbei zielführend.

Abschließend resümiert Kessler, dass SMEs noch nicht ausreichend auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet erscheinen und hier unternehmerische aber auch in beschränktem Maße politische Anreize geschaffen werden sollten.

Erstellung eines Konzeptes zur Betriebskostenreduzierung von off-grid Mobilfunk-Sendeanlagen in Nigeria mittels erneuerbare Energien

Autor: Florin Wahl (2015)

In seiner Bachelorarbeit untersucht Herr Florin Wahl die Möglichkeiten einer Optimierung von technischen Dienstleistungen in einer länderspezifischen Mobilfunkinfrastruktur. Zur Umsetzung dieser Optimierung werden nicht nur die technischen Rand- und Rahmenparameter untersucht, sondern auch die Aspekte der Finanzierung und der Projektrisiken. Die Aufgabenstellung erfolgte in Zusammenarbeit dem Unternehmen FREITAG in Parsberg.

Die Arbeit beginnt Wahl mit einer deutlichen Herausarbeitung der Fragestellung, deren Abgrenzung sowie Nutzen und der methodischen Vorgehensweise. Es wird deutlich, dass die Analyse über eine fachübergreifende Betrachtung realisiert wird. Hierbei ist von besonderer Bedeutung, dass nicht nur die inhaltliche Breite des Themas, sondern eben auch die strukturelle und methodische Vorgehensweise eine umfassende Auseinandersetzung mit der Problemstellung erkennen lassen.

Die Arbeit wird begleitet von inhaltlichen Orientierungshilfen für den Leser zu Beginn der Kapitel. Ebenso werden Argumente und Informationen übersichtlich in teilweise innovativen Grafiken und Abbildungen zusammengefasst. Besonders zu nennen sind hier neben den innovativen tabellarischen Zusammenfassungen speziell das Risikomodell und der Einsatz des Business Model Generation. Damit wird eine unterstützende Informationsverdichtung geschaffen, mit der es dem Autor gelingt, die wichtigsten Aspekte schnell und prägnant zu präsentieren

Die Erarbeitung von Umsetzungsszenarios bringt einen deutlichen Mehrwert und wird durch die begleitende Risikoanalyse in deren Aussagekraft noch einmal verstärkt. Dem Autor ist es damit gelungen, die finanziellen Vorteile mit den Risiken abzuwägen und damit belastbare Handlungsempfehlungen für den Aufgabensteller der Arbeit zu entwickeln.

Florin Wahl schließt seine Arbeit mit der Reflexion über das Gesamtprojekt ab. Dabei identifiziert er entscheidende Herausforderungen der eigenen Arbeit und wägt diese mit Lösungsmöglichkeiten und verwendeten Herangehensweisen ab.

 

Rolle der Ratingagenturen in der Finanzkrise – Die Macht der drei Buchstaben

Autor: Marco Bachl (2013)

Herr Bachl untersucht in seiner Arbeit die Funktion, Aufgabe, Rolle und Strukturwirkung von Ratingagenturen während der Finanzkrise. Ausgehend von der Eingangsthese, dass die Rolle der Ratingagenturen nicht zufriedenstellend sei (S. 2), setzt sich Bachl zum Ziel, durch die Beschreibung der Ratingagenturen und ihrer Rolle während der Phase der Finanzkrise eine kritische Würdigung von Ratingagenturen darzustellen. Aufgrund der Komplexität des Themas verweist der Autor bereits in der Problemdarstellung darauf hin, dass es nicht Ziel sein kann, alle Aspekte insbesondere bei den Regulierungsbemühungen in der kritischen Würdigung zu berücksichtigen.

Die Arbeit folgt der Aufbaulogik, sich zunächst den theoretischen Grundlagen zu widmen, einen Abriss der geschichtlichen Entwicklungen der neueren Zeit kurz vor und nach der Finanzkrise darzustellen und sich schließlich über das Aufzeigen von Regulierungsmaßnahmen einer kritischen Würdigung zu nähern.

Zu den wichtigen Punkten in der Darstellung der theoretischen Grundlagen gehört die These, dass die großen drei Ratingagenturen (Moody’s, Fitch, Standard & Poor’s) durch eine Oligopolstruktur zu enormer Marktmacht gekommen sind. Auch wenn Ratingagenturen einen Nutzen im Abbau von Informationsasymmetrien haben und Transparenz im Kapitalmarkt anstreben, zeigen sich durch die strukturellen Gegebenheiten marktbeeinflussende Nachteile. Einer dieser strukturellen Bedingungen liege im Interesse der Ratingagenturen zur Gewinnmaximierung (S. 20). Ein weiterer liege nach Aussage des Autors in der Tatsache, dass seit den 1970er Jahren die Ratingagenturen die Gebühren von den Emittenten verlangen und nicht von den Informationsbedarfsträgern (S.21).

Der Prozess des Ratings bleibe überwiegend intransparent, da die Agenturen keinen Einblick in die Prozessdetails böten.

In der abschließenden kritischen Würdigung stellt Bachl die wichtigsten Argumente aus der Literatur zusammen. Neben der Oligopolstruktur sind es vor allem die Interessenkonflikte durch die finanzielle Abhängigkeit vom Emittenten, der Vermischung von Beurteilungs- und Beratungsfunktion sowie der späteren Übernahme von Analysten in das Unternehmen der Emittenten. Mangelnde Transparenz, mangelnder Wettbewerb und die ungeklärten Haftungsfragen tragen weiterhin dazu bei, dass die Rolle der Ratingagenturen kritisch zu beurteilen sei. In einer abschließenden Bewertung der kritischen Würdigung versucht der Autor eigene Gedanken einzubringen, wiederholt jedoch überwiegend die vorhergehenden Argumente.

 

Lebenslanges Lernen: Finanzielle Förderung in der Europäischen Union – Die Hochschule Regensburg und ihre Möglichkeiten der Förderung sowie Stakeholder von Projekten

Autorin: Maria Schmalzl

Frau Schmalzl untersucht in ihrer Arbeit die finanzielle Förderung des sog. Lebenslangen Lernens im Rahmen der Europäischen Union. Die Autorin erhebt den Anspruch, mit ihrer Arbeit insbesondere Handlungsempfehlungen für die konkrete Projektakquise der Hochschule zu entwickeln. Die Arbeit beginnt mit einer ausführlichen Diskussion der unterschiedlichen Definitionen und Konzeptionen der Begrifflichkeit des lebenslangen Lernens. Besonders hebt die Autorin die teilweise gegensätzlichen Unterschiede in der wissenschaftlichen Begriffsbestimmung hervor und skizziert dabei sogar die Möglichkeit der Instrumentalisierung des Begriffs zur strukturellen Rechtfertigung von Verhaltensweisen.

Die Autorin verweist auf der wichtigen Dimension des lebenslangen Lernens, dass Kompetenzen jenseits von Inhalten ein Leben lang erlernt werden, und daher entsprechende Angebote geschaffen werden müssen.

Ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit nimmt die Darstellung der Fördermöglichkeiten, -richtlinien und -absichten der Europäischen Union ein. Die Autorin konzentriert sich in der weiteren Ausarbeitung der Fördermöglichkeiten im ERASMUS Programm.

Abschließend untersucht die Autorin im Rahmen einer Umfeld- und Stakeholder-Analyse. Hierbei konzentriert sich die Arbeit insbesondere auf die interkulturelle Stakeholder-Analyse nach Patzak & Rattay.