Urheberrechtsverletzungen beim Geburtstagsständchen

13.06.2013
Von: Dr. Kerstin Pschibl

Kann ein fröhliches "Happy Birthday"-Video auf YouTube eine Klage nach sich ziehen? Diese Frage beantwortete Dr. jur. Andreas Roß bei seinem Gastvortrag "Internetrecht / Social Media Recht" an der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften.

Referent Dr. jur. Andreas Roß

Dr. jur. Andreas Roß referierte zum Thema "Internetrecht / Social Media Recht" an der HS.R.

Prof. Dr. Christoph Knödler

Prof. Dr. Christoph Knödler (rechts), Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, moderierte den Vortrag. Fotos: Hochschule Regensburg

Urheberrechtsverletzungen im Internet sind nach wie vor ein großes Thema und häufig ist man sich gar nicht bewusst, dass gegen geltendes Recht verstoßen wird. Dr. jur. Andreas Roß, Abteilungsleiter im Landesamt der Finanzen – Dienststelle Regensburg, erzählte in seinem Gastvortrag am 4. Juni 2013 an der  der Hochschule Regensburg (HS.R) von möglichen Beispielen aus der Praxis. 

Kein Problem sei beispielsweise eine Linksetzung auf der Homepage der sozialen Einrichtung, in der man gerade sein Praktikum ableistet – wird aber ein Vorschaubild eingeblendet, kann es schnell Schwierigkeiten mit dem Rechteinhaber geben. 

Ein vom Grafiker gestalteter (Papier-)Flyer kann nicht einfach digitalisiert ins Internet gestellt werden. Mit dem Designer muss erst geklärt werden, welche Rechte er überträgt. "Fast alles, was man im Internet findet, gehört jemanden" betonte Referent Dr. Roß.

Werden fremde Bilder, literarische Texte oder Lieder online gestellt, reichen auch Quellenangaben nicht aus. Beim oben zitierten "Happy Birthday" sind die Rechte der Erben beispielsweise noch nicht abgelaufen. Theoretisch könne es also zu einer Abmahnung aufgrund des online veröffentlichten Geburtstagsständchens kommen, in der Praxis gehe es häufig um aktuellere Filme, Lieder oder Texte, so Dr. Roß weiter.

Von Interesse beim Vortrag vor den künftigen Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen waren außerdem Aspekte des Cybercrime. Dazu gehören sexuelle Belästigung von Jugendlichen im Netz, Internet-Abofallen oder Tauschbörsen. Der illegale Upload von Filmen und Musik ist laut Dr. Roß kein Kavaliersdelikt und wird auch zunehmend verfolgt.

Betroffen können hier auch Jugendtreffs und andere Einrichtungen sein, die ihren Besuchern einen PC zur Verfügung stellen. In der derzeit aktuellen Rechtsprechung sei noch offen, ob künftig auch das Streaming unter Strafe gestellt werden kann.

Für alle Internetnutzer relevant sind auch rechtliche Aspekte bei der Kommunikation in Foren sowie bei Bewertungsplattformen. Herabwürdigende Bemerkungen oder Beleidigungen können hier sehr schnell Probleme nach sich ziehen. Jeder und jede sollte sich, so Referent Dr. Roß, bei Online-Veröffentlichungen immer bewusst sein, dass es im World Wide Web kein "Recht auf Vergessen" gibt.

Prof. Dr. Christoph Knödler, der durch die Veranstaltung führte, wies abschließend darauf hin, dass im Wintersemester 2013/2014 an der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften eine Lehrveranstaltung zum Thema "Internetrecht / Social Media Recht" angeboten wird.

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