Studie zur Impfbereitschaft in Deutschland

11.10.2021
Von: Prof. Dr. Sonja Haug, Rebecka Eberwein

In gleich zwei TV-Beiträgen beantwortete Prof. Dr. Sonja Haug von der OTH Regensburg Fragen zur Impfbereitschaft in der Bevölkerung.

Immer weniger Bürger*innen lassen sich in Deutschland impfen. Darüber berichtet das ZDF sowohl im drehscheiben-Beitrag vom 24. September 2021 als auch im NANO-Beitrag vom 28. September 2021, in denen auch Prof. Dr. Sonja Haug, Mitglied des Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST), interviewt wurde.

Darin greift Prof. Dr. Haug die gelieferten Ergebnisse einer am Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) durchgeführten quantitativen COVID-19-Umfragestudie auf: Es zeige sich eine geringere Impfbereitschaft bei jüngeren Menschen sowie bei Personen mit geringerer Schulbildung. Grund hierfür sei vor allem die Angst vor ernsten Nebenwirkungen und eine Überschätzung, wie häufig diese vorkommen. Viele hielten eine COVID-19-Erkrankung für harmlos oder glaubten eher an alternative Behandlungsverfahren. Damit einher gehe darüber hinaus ein geringeres Vertrauen in die medizinische Forschung, in das Robert Koch-Institut oder die öffentlich-rechtlichen Medien und Tageszeitungen. Auch Verschwörungsüberzeugungen seien mit Impfskepsis oder Impfablehnung verbunden sowie eine Neigung zu eher extremeren politischen Positionen und Trittbrettfahrer*innenverhalten. Aber dennoch müsse eine Impfverweigerung nicht zwangsweise mit der Einstellung zu tun haben. Die Organisation der lokalen Impfangebote spielt auch eine Rolle.

Prof. Dr. Haug führt aus, dass die Impfbereitschaft auch noch von weiteren Faktoren abhängt: Das wahrgenommene Risiko einer Erkrankung mit COVID-19 spiele eine Rolle. Zudem sei es wahrscheinlicher, dass Personen mit zahlreichen Praxisbesuchen und solche, die schon Erfahrung mit anderen Impfungen gesammelt haben, sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auch gegen COVID-19 impfen ließen. Neben diesen individuellen sind auch soziale Faktoren relevant: Wenn Angehörige oder Freund*innen sich impfen lassen, wirke sich das positiv auf die eigene Impfbereitschaft aus. Ebenso wirkten ein Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft, korrektes Wissen über die Seltenheit von Nebenwirkungen, ein höherer Kenntnisstand hinsichtlich der Impfung und ein Grundvertrauen in die Wissenschaft positiv.

Die Beiträge sind in der ZDF-Mediathek verfügbar:

 

Über das Regensburg Center of Health Sciences and Technolgy (RCHST)

Das Regensburg Center of Health Sciences and Technolgy (RCHST) ist eine fakultätsübergreifende Forschungseinrichtung der OTH Regensburg, die von der bayerischen Staatsregierung maßgeblich unterstützt wird. Das RCHST bündelt umfangreiche Expertise und Aktivitäten in Lehre, Forschung und Weiterbildung in den Bereichen Medizintechnik, Medizinische Informatik, Gesundheits- und Sozialwissenschaften sowie Ethik und Technikfolgenabschätzung und entwickelt sie weiter. Die OTH Regensburg greift damit aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Aufgabenstellungen wie die demografische Entwicklung in Deutschland, den medizinisch-technischen Fortschritt, die Digitalisierung in der Medizin sowie das wachsende Gesundheitsbewusstsein auf.

Das RCHST wurde 2017 gegründet und setzt sich derzeit aus zwölf Mitgliedslaboren zusammen. Es wird von einem wissenschaftlichen Direktorium geleitet, unterstützt von der RCHST Geschäftsstelle. Für Fragen wenden Sie sich gerne per E-Mail an das RCHST.

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