Start-ups als Blaupause der Unternehmen von morgen

19.03.2021
Von: Brigitte Kauer

"Konsequent nachhaltig handeln" – unter diesem Motto fand die diesjährige Tutzinger Transformations Tagung statt. Das start-up center der OTH Regensburg war dazu eingeladen.

Brigitte Kauer vom start-up center war zur diesjährigen Tutzinger Transformations Tagung eingeladen. Sie beleuchtete den Aspekt, welche Rolle Ausgründungen bei der Konversion von Arbeitsplätzen in Bezug auf die soziale Frage spielen können.

Brigitte Kauer vom start-up center war zur diesjährigen Tutzinger Transformations Tagung eingeladen. Sie beleuchtete den Aspekt, welche Rolle Ausgründungen bei der Konversion von Arbeitsplätzen in Bezug auf die soziale Frage spielen können. Screenshot: Brigitte Kauer

Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Katalysator, viele Veränderungen beschleunigen sich und die erwarteten Strukturbrüche zeigen sich klarer. Aus Sicht vieler Akteur*innen ist es an der Zeit, bei deren Bewältigung konsequent nachhaltig zu handeln – nicht nur individuell, sondern auch politisch in Richtung einer sozial-ökologischen Transformation umzusteuern.

Auf der Agenda der diesjährigen Tutzinger Transformations Tagung stand so auch die soziale Frage, wie die Konversion von Arbeitsplätzen in Richtung Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit entschlossen angegangen werden kann. Neben Klaus Mertens, Wissenschaftlicher Mitarbeites des Betriebsrats der ZF Friedrichshafen AG, Standort Schweinfurt, und Carina Webel, Abteilungsleiterin der Arbeitskammer des Saarlandes, war Brigitte Kauer vom start-up center der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) als Podiumsgast geladen. Auch wenn die geforderte Transformation von etablierten Unternehmen angegangen werden muss, so können dennoch Start-ups einen Beitrag leisten. „Start-ups sind die Blaupause der Unternehmen von morgen“, so Brigitte Kauer. Sie nannte im Impulsvortrag Geschäftsideen, die Studierende und Alumni der OTH Regensburg realisieren und die einen Fokus auf Nachhaltigkeit setzen. Mit der gegenwärtigen Form Arbeit könne man langfristig keine Zukunft haben und so wird ein wichtiger Teil der zukünftigen Arbeit das Erkennen und Ändern sein. Die Umsetzung von nachhaltigen und sozialen Geschäftsmodellen wie "Barter", "Trash-to-Cash" oder "Robin Hood", hebt die Referentin für Unternehmensgründungen hervor, können einen positiven Beitrag in diese Richtung leisten.

Die rund 70 Teilnehmer*innen beschäftigten sich in Break-Out-Sessions unter anderem auch mit der Zukunft der Mobilität, der Automobilindustrie und der Frage, wie man Beschäftigte zu Akteur*innen der Transformation machen könne. Ob generell nicht ganz neue Visionen entwickelt werden müssten, fragte ein Tagungsteilnehmer. „Bei der Entwicklung von visionären Geschäftsideen arbeiten wir im Hochschulbereich oftmals mit den sogenannten 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen“, erläutert Brigitte Kauer. Aus diesem Bereich sei beispielsweise auch die Gründungsidee von Hydro Solution an der OTH Regensburg entstanden. Bei der Frage, welche Ansatzpunkte es gäbe, um Verlierer der Veränderung „mitzunehmen“ forderte sie eine stärkere Gewichtung des Aspekts der Nachhaltigkeit bei der Ausgestaltung von staatlichen Förderprogrammen im Gründerbereich.

Die weiteren Themenkomplexe der zweitägigen Tagung befassten sich mit den Fragen einer nachhaltigen Mobilität, einer Kultur der Nachhaltigkeit, dem Stadtumbau und einer sozialökologischen Transformation. Die ungewöhnliche Mischung der thematischen Zugänge war gewollt. Es geht um technologischen Wandel ebenso wie um organisatorische Innovationen wie Transformationsgesellschaften in regionalen Umbrüchen, um Fragen die die Entwicklung der Städte betrifft ebenso wie eine Kultur der Nachhaltigkeit bei der anstehenden sozialökologischen Transformation in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

Dr. Martin Held, verantwortlich für die Tutzinger Transformations Tagung, zieht ein positives Resümee. „Zurück in die Normalität von vorher – nicht nachhaltig, aber bekannt und gewohnt – wird nicht gehen, weil manche Gewissheiten schwächer werden und in derzeitigen Entwicklungen deutlich wird, dass vieles nicht so super ist“, betont er im Hinblick auf die Katalysator-Funktion der Corona-Pandemie.

 

Über die Tutzinger Transformations Tagung

Die Evangelische Akademie Tutzing lädt jährlich zu einer Transformations Tagung ein und fördert durch den Diskurs die Suche nach Lösungen in der Zivilgesellschaft. Politiker der ersten Stunde trafen sich in dieser "Denkwerkstatt am Starnberger See", um die Weichen für die bundesdeutsche Demokratie zu stellen. Vieles von dem, was hier in kontroversen Debatten erarbeitet wurde, konnte wenig später in die politische Praxis überführt werden. Die Evangelische Akademie Tutzing vermittelt auch heute wichtige Anstöße, die in Politik und Gesellschaft ihre Wirkung entfalten. Im Rahmen der diesjährigen Tagung, die gemeinsam mit dem Bund Naturschutz in Bayern, der IG Metall, dem Umweltbundesamt und den "Transformateuren – Akteure der großen Transformation" veranstaltet wurde, ging es vor allem um Möglichkeiten, wie unsere Gesellschaft in Zukunft konsequent nachhaltig handeln kann. Organisiert wurde die zweitägige Veranstaltung von Dr. Martin Held, Koordinator Transformateure und freier Mitarbeiter der Evangelischen Akademie Tutzing.

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