Raffinierte Abwehrstrategien gegen lauernde Risiken

25.07.2007
Von: Prof. Dr.-Ing. Alexandru Soceanu

EU-Projekt: 12 FH Studierende beim 1. IT Communications Security Sommerkurs in Helsinki

Die Köpfe rauchten, die Messlatte lag hoch, das Pensum verlangte jedem viel ab und am Schluss stand sogar noch eine Prüfung. Doch keiner der über 70 europäischen Studierenden murrte. Im Gegenteil. Fast wie eine Siegertrophäe nahmen die Teilnehmer des Intensivkurses „Managing Security for Communications Networks" in Helsinki ihre Zertifikate entgegen. Das hatte seinen Grund.

Vor Kurzem fand in der finnischen Hauptstadt an der University of Applied Sciences EVTEK der erste europäische Sommerkurs über IT Communications (ITC)Security mit über 70 Studierenden aus 6 EU-Ländern statt. EVTEK ist eine Partnerhochschule der Hochschule Regensburg. Für die Regensburger Studierenden organisierte Professor Alexandru Soceanu, Fakultät Informatik und Mathematik, die Teilnahme an diesem innovativen Kurs im hohen Norden. Jede der beteiligten Hochschulen* konnte 12 Studierende schicken. Den ausgewählten Regensburgern erschloss sich rasch der gewinnbringende Vorteil dieser Zusatz-Ausbildung: Top-Aktualität der vorgetragenen ITC Security Themen, ungewöhnliche Lernerfahrung durch internationale Dozenten in multikulturellen Teams. Ihr Fazit: Es lohnte jede Schweißperle.

Die Hochschuldozenten aus den 6 EU-Ländern stellten ihre Ergebnisse zu unterschiedlichen Facetten der Verwundbarkeit und Schutzmöglichkeiten von Netzwerken dar. Kaum vorstellbar: Mittlerweile müssen täglich erbitterte Abwehrkämpfe gegen unzählige Angreifer geführt werden. Verschnaufpausen ausgeschlossen. Software-Ingenieure entwickeln immer neue Verteidigungsstrategien, um die Netzwerke und ihre Datenautobahnen vor Hackern, Trojanischen Pferden, Viren, Würmern und anderen „Kriechtieren" sicherer zu machen. Laut Professor Soceanu setzen Experten mittlerweile vermehrt auf Intrusion and Prevention (IP) Technologien. Bei dieser Verteidigungsstrategie werden feindliche Angriffe bereits gezielt im Vorfeld aufgespürt, abgewehrt und weitere Vorbeugemaßnahmen getroffen. Zugeschaltet aus dem Regensburger Netzwerk Management Labor war Diplominformatiker Kurt Spörl. Live per Videokonferenz führte er den praktischen Gebrauch eines IP-Systems vor. Diplomingenieur Andrei Földi, der wissenschaftliche Assistent von Professor Soceanu, verblüffte seine Zuhörer mit dem Anspruch: „Hinter vermeintlichen Nutzdaten können wir heute sensitive Daten vor Angreifern verstecken. Die findet garantiert keiner!". Möglich macht’s die sogenannte Steganographie, die Wissenschaft vom verborgenen Schreiben. James Bond lässt grüßen! Doch was ist Theorie ohne ihre praktische Anwendung? In State-of-the-Art-Laboratorien arbeiteten die internationalen Studenten-Teams intensiv daran, ihr gerade gelerntes Wissen in die Praxis umzusetzen.

Erst in den 90er Jahren ist Finnland zu einem der wettbewerbsstärksten Ländern der Welt aufgestiegen. Sein Motor: hohes Ausbildungs-, Wissenschafts- und Technologieniveau. Seine Strategie: die permanente Erweiterung des Wissens und Könnens, um sich seine Spitzenposition in der Technologie-Entwicklung zu sichern. Immens dazu beigetragen hat der Telekommunikations-Konzern Nokia. Kein Wunder, dass ein Besuch dieses führenden Technologie-Unternehmens von den Studierenden als einer der Höhepunkte des ersten internationalen ITC-Security Sommerkurses gewertet wurde. Der nächste findet im Sommersemester 2008 an der Hogeschool van Amsterdam in den Niederlanden statt.

 

 

*Teilnehmende Hochschulen am Sommerkurs :„Managing Security for Communications Networks"

 

1. Hogeschool van Amsterdam, Niederlande2. Technische Universität Sofia, Bulgarien3. Technische Universität Bukarest, Rumänien4. Frederick Institute of Technology, Nikosia, Zypern5. University of Applied Sciences EVTEK, Helsinki, Finnland6. Hochschule Regensburg für Angewandte Wissenschaften<//font>

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