Podiumsdiskussion der Regensburg School of Digital Sciences zu Big Data

14.01.2021
Von: Silke Laubscher

Kann man je zu viele Daten erheben? Und wie sie gewinnbringend einsetzen? Bei einer Podiumsdiskussion der RSDS konnten die Hochschulangehörigen der OTH Regensburg drei Expert*innen zu Big Data befragen.

Im Dezember 2020 bot die Regensburg School of Digital Sciences der OTH Regensburg eine Podiumsdiskussion rund um "Big Data" für alle interessierten Hochschulangehörigen an.

Im Dezember 2020 bot die Regensburg School of Digital Sciences der OTH Regensburg eine Podiumsdiskussion rund um "Big Data" für alle interessierten Hochschulangehörigen an. Screenshot: OTH Regensburg/Prof. Dr. Ulrike Plach

Am 21. Dezember 2020 lud die Regensburg School of Digital Sciences (RSDS) die Hochschulangehörigen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) zu einer virtuellen Podiumsdiskussion zum Thema Big Data ein. Rund 140 Studierende, Mitarbeiter*innen und Professor*innen folgten der Einladung. Auf dem Podium nahmen Prof. Dr. Ulrike Plach, Professorin für Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation, Prof. Dr. Markus Goldhacker, Professor für Data Science in der Automatisierungstechnik und Predictive Maintenance, und Prof. Dr. Thomas Kriza, Professor für Digitalisierung, Technologiefolgen und angewandte Ethik – ebenfalls von der OTH Regensburg –, Platz.
 
Big Data unter ethischen Aspekten

Der Begrüßung von Prof. Dr. Markus Heckner, dem Beauftragten der Hochschulleitung für die Regensburg School of Digital Sciences, folgte ein kurzer Einblick in die Aufgaben und das Angebot der RSDS. Hieran schloss sich ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Thomas Kriza über die ethischen Gesichtspunkte von Big Data an. Prof. Dr. Kriza ging dabei auf die statistische Mustererkennung bei scheinbar banalen digitalen Daten wie Facebook-Likes und Porträtfotos ein und stellte unter anderem das Ergebnis einer Studie vor, nach der ein Facebook-Like bei Curly Fries ein Indikator für hohe Intelligenz sei. Mit seinem Vortrag zeigte er auf, in welches Spannungsverhältnis die technischen Möglichkeiten und die ethischen Grundsätze schnell geraten können.

Dieses Thema beschäftigte auch das Publikum in der anschließenden Fragerunde besonders. Über das Internet und Open-Source-Projekte kann man heutzutage recht einfach und legal auf eine Vielzahl an Daten zugreifen. „Eigentlich eine tolle Sache“, findet Prof. Dr. Goldhacker. So könne beispielsweise die Forschung im Gesundheitswesen von Big Data profitieren. „Als sehr plakatives Beispiel wäre zum Beispiel das Human Connectome Project zu nennen, das Terrabytes an Gehirnscans zur freien Verfügung stellt“, so Prof. Dr. Goldhacker weiter. Während aus technischer Sicht eigentlich nie zu viele Daten vorliegen können, weil das Ziel der Datenanalyse zu Beginn einer Untersuchung offen sei, stehe aus ethischer Perspektive viel mehr die Frage im Mittelpunkt, woher die Daten kommen und wie sie verwendet werden. 

Hindernis technischer Innovationen oder Schutz der Privatsphäre?

Prof. Dr. Kriza stellte in seinem Vortrag die Frage: „Wie bewahren wir den Kern unserer fundamentalen ethischen Prinzipien im Zeitalter der Digitalisierung?“ Dass sich auch das Publikum über einen zu laschen Umgang mit Daten Gedanken macht, zeigten verschiedene Fragen - so etwa danach, wie man diejenigen Mitglieder unserer Gesellschaft aufklären könne, die noch nicht wissen, welchen Einfluss die Verarbeitung von Big Data auf ihre individuellen Daten hat.

Hier verwies Prof. Dr. Kriza auch auf die DSGVO. Die Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO) der Europäischen Union trat 2018 zum Schutz vor der unrechtmäßigen Verarbeitung personenbezogener Daten in Kraft. Worin einige eine Hemmschwelle für technische Innovationen sehen, sehen andere den Schutz unserer Privatsphäre.
 
Chancen und Risiken von Big Data

Sicherlich bringt die Verarbeitung von Big Data einige Risiken mit sich, vor allem dann, wenn unrechtmäßig erworbene personenbezogene Daten monetarisiert werden. In diesem Zusammenhang soll noch einmal auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit individuellen Daten hingewiesen werden.

Aber Big Data birgt auch Chancen, die es richtig zu nutzen gilt. Das Fazit von Prof. Dr. Plach lautet deshalb: „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist vor allem eine gute Aufbereitung der vorhandenen Datenmengen zielführend, dann sind diese ein wahrer Schatz für Unternehmen und helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.“ Die neuen Technologien und Themenbereiche – zu denen auch Big Data gehört – eröffnen uns spannende Felder, in denen es sich ethisch reflektiert, aber kreativ auszuleben gilt.

Mit den Kursen der RSDS kann man tiefer in das Thema Digitalisierung eintauchen: Dazu bietet die School im Sommersemester 2021 zum Beispiel Lehrveranstaltungen rund um Data Science oder zu ethischen Fragen in einer technischen Welt an. Das Kursangebot wird zeitnah auf der Website der RSDS veröffentlicht.

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