Neues Studentinnen-Netzwerk und Vortrag über "Chancenfairness"

18.01.2019
Von: Daniela Schötz, Christina Decker

Zum Vortrag von Thomas Sattelberger über „Chancenfairness?“, der am 18. Dezember 2018 im Rahmen des Studentinnen-Netzwerks „RegensburgEXZELLENZ“ stattfand, kamen rund 60 Interessierte. Eingeladen hatten OTH Regensburg und Universität Regensburg.

 

Thomas Sattelberber hielt im Dezember 2018 einen Vortrag über „Chancenfairness – Für Geld, Macht und Liebe?“.

Thomas Sattelberber hielt im Dezember 2018 einen Vortrag über „Chancenfairness – Für Geld, Macht und Liebe?“. Dieser fand im Rahmen des neuen Netzwerkprogramms "Regensburg EXZELLENZ" statt, das es seit 2018 für herausragende Studentinnen von Universität und OTH Regensburg gibt. Foto: Daniela Schötz

Thomas Sattelberger ist vielen bekannt als ehemaliger Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Continental und der Deutschen Telekom. Er setzte sich schon früh für ein Diversity Management ein und initiierte eine freiwillige Frauenquote im Unternehmen. Er ist ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der BDA/BDI-Initiative „MINT-Zukunft schaffen“ und sitzt seit 2016 für die FDP im 19. Deutschen Bundestag als Abgeordneter.

In seinem Vortrag, zu dem die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und Universität Regensburg gemeinsam eingeladen hatten, analysierte Sattelberger die Herausforderungen des demografischen Wandels und stellte fest, dass die Talentmärkte knapp würden. Daher sei es eine wirtschaftliche Notwendigkeit, vermehrt das Potenzial weiblicher Fachkräfte und von Frauen in Führungspositionen zu nutzen. 

Frauen kämpfen gegen drei „gläserne Decken“

Er betonte jedoch, dass Frauen mit drei „gläsernen Decken“ zu kämpfen hätten: Erstens bräuchten Frauen auch ohne Kinder länger als Männer, bis sie eine Führungsposition erhalten. Zweitens kehrten sie nach einer familienbedingten Auszeit oft in Teilzeit zurück und drittens würden es nur zu wenige aufgrund des dort herrschenden Habitus in die Top-Etage schaffen. So seien derzeit lediglich zwölf Prozent Frauen im Vorstand der 30 größten Unternehmen zu finden.

Diese Hürden zu durchbrechen und Diversity voranzutreiben, sei nach Thomas Sattelberger Führungsaufgabe. Dabei fordert er jedoch nicht nur, mit den geringen Frauenanteilen in Führungspositionen die Spitze des Eisbergs zu betrachten, sondern er betont, dass es künftig neue Arbeitskulturen geben müsse, die neue Arbeitsdesigns erfordern würden. Flexible Arbeitszeit- und Karrieremodelle oder eine ausreichende, individuell flexibel nutzbare Kinderbetreuung seien hier Beispiele für Handlungsfelder. Im Zentrum stünden dabei laut Sattelberger jedoch weniger Macht, sondern vielmehr die zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Rollenstereotype, die durchbrochen werden müssten.

 Appell an die Frauen: „Wer nichts fordert, bekommt nichts“

Zum Schluss appellierte er mit einem Zitat von Simone de Beauvoir auch an die Frauen selbst, für ihr Vorankommen zu sorgen und Forderungen zu stellen: „Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.“

Der Vortrag fand im Rahmen des Netzwerkprogramms „RegensburgEXZELLENZ“ statt, das seit Sommersemester 2018 für Studentinnen der OTH Regensburg und der Universität Regensburg aufgebaut wird. Dem hochschul- und fakultätsübergreifenden Netzwerk herausragender Studentinnen kann man nur auf Einladung beitreten. Die Leitungen der Fakultäten beider Hochschulen haben Studentinnen nominiert. Insgesamt 32 Studentinnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen wurden in das Netzwerk aufgenommen.

Unter dem Begriff "Exzellenz" werden herausragende akademische Leistungen ebenso verbunden wie besonderes Engagement innerhalb und außerhalb der Universität beziehungsweise der Hochschule. Die Studentinnen zeichnen sich nicht nur durch herausragende Noten aus, sondern auch dadurch, dass man ihnen zutraut, in Zukunft Verantwortung zu übernehmen.

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